Jahresrückblick: meine Triathlon-Saison 2023 in Zahlen

Ein faszinierender Einblick in meine Triathlon-Saison 2023 eröffnet sich erneut mit der Rückschau auf das vergangene Jahr, das von der spannenden Gratwanderung zwischen mehreren Sprintdistanzen und der Vorbereitung zu einer weiteren Langdistanz geprägt war. Die angenehme Monotonie der immer gleichen Radstrecken im Frühjahr, die erfrischende Vielseitigkeit im Lauftraining, die unerwartete Intensität im Schwimmbereich und die überraschend vielen Stunden Atemübungen prägten ein Jahr voller intensiver Triathlon-Erfahrungen.

Inmitten der Reflexion über das vergangene Jahr, strahlt ein überwiegend positiver Rückblick auf meine Triathlon-Saison 2023 hervor. Er macht nebenbei unglaublich Lust auf die nächsten Monate Triathlon Training. Während das Frühjahr von einigen Rückschlägen gezeichnet war, erwiesen sich diese nach einer etwas zähen Zeit glücklicherweise als überwindbar.

Die Herausforderungen stehen rückblickend in einem unglaublichen Kontrast zu der Freude beim Lauf- und Radtraining und den intensiven Schwimmeinheiten, die letztlich das Bild eines gelungenen Jahres skizzieren. Dieser Beitrag soll nicht nur Bilanz ziehen, sondern auch den Fokus auf die positiven Entwicklungen legen und als Vorfreude für die spannende Triathlon-Saison 2024 dienen.

Wie blickst du auf das vergangene Jahr zurück?

Triathleten oder auch alle Ausdauersportler kennen das Dilemma: Trainingspläne sind das eine. Wie integriert man sie in den Alltag mit all seinen Verpflichtungen, ist das andere. Fragen nach der eigenen Belastbarkeit, dem Bedürfnis nach Ausgleich und der Sicherheit, die selbstgesteckten Ziele erreichen zu wollen, muss man sich ständig stellen. Diese Gedanken beschäftigen mich nicht nur während der Triathlon-Saison, sondern auch in der Off-Season, weit mehr als das konsequente Abarbeiten eines Trainingsplans. 

Und ich glaube, das ist eine besondere Stärke. Ständig das Soll erreichen zu wollen, an die Grenzen und hin und wieder darüber hinaus zu gehen und gleichzeitig zu verstehen, wann es wirklich zu viel ist.

 

Flexibles Training statt starre Statistiken

Im Gegensatz zu strengen Statistiken, die ich nicht permanent im Blick habe, bevorzuge ich das Verfolgen meines Körpergefühls. Zwischen den disziplinierten Trainingseinheiten genieße ich es, auf mein Gefühl zu hören und auch Aktivitäten abseits des Trainingsplans Raum zu geben. Gleichzeitig Einheiten abzuwandeln, zu tauschen, zu variieren, wenn es nötig ist. Denn niemand kennt mich so gut, wie ich selbst. Auch nicht der personalisierte Trainingsplan. Und schon gar nicht dieser, wenn die Arbeit für Chaos im Kopf und Körper sorgt. Oder gerade dieser, wenn das passiert. 

Denn letztlich ist es nach wie vor so, dass ich dann besonders intensiv trainiere, wenn die Arbeit herausfordernd ist. Einfach, um Ausgleich zu finden!

 

Schwimmtraining – krasser im Wasser

Das Highlight zu erst. Die große Liebe zum Laufen, muss nach diesem großartigen Schwimmjahr nicht zurückstecken. Aber die vergangenen Schwimm-Saison verdient einfach besondere Erwähnung mit einem extra Abschnitt gleich zu Beginn des Beitrages.

Triathletin und Bloggerin Nadin im Neoprenanzug vor Cascais Portugal Schild lächelnd mit Triathlon Langdistanz Schwimmtraining - krasser im Wasser Badekappe in der Hand

Der Spruch #KrasserImWasser stammt nicht von mir, sondern von der Berliner Schwimmtrainerin Laura Linke. Er umschreibt aber auf interessante Weise genau mein vergangenes Schwimmjahr. Und als ich von Laura die Badekappe im Herbst geschenkt bekam, sorgte das nicht nur für ordentlich Motivation. Ich wusste auch, dass der Spruch ihrer Badekappe die Zwischenüberschrift für diesen Schwimmabschnitt werden muss! Denn schon zu dieser Zeit war abzusehen, wie das Jahr im Schwimmbecken endet. 

Es war ein Jahr ohne Schnickschnack, geprägt von Beständigkeit und Geradlinigkeit, die ich sehr genoss. Dazu in diesem Jahr so oft und so lange mit so vielen Kilometern wie nie zuvor!

Im Wasser sein zu können heißt für mich, etwas Besonderes für mich zu machen.

Und vor allem immer dann noch einmal auf einem ganz anderen Niveau, wenn es Freiwassertraining ist und dieses bei meiner Familie stattfinden kann! Und in der vergangenen Saison sogar mehrmals.

 

Der Spagat zwischen Arbeit und Training

Hier alles wie gehabt. Der Alltag brachte, wie vermutlich bei vielen von uns, so einige Hindernisse mit sich. Im Laufe des Jahres erkannte ich, dass es kaum möglich sein würde, so weiter zu trainieren, wenn ich meine beruflichen Verpflichtungen nicht überdenke. Die Logik, mehr Arbeit mit mehr Training zu kompensieren, erwies sich als schräg. Die ständige Belastung des Alltags führte dazu, dass ich beim Training abschalten musste – vor allem beim Laufen und Schwimmen. 

In den ersten Monaten bis zum Sommer hin war es nicht wirklich ein Problem. Die Sprintdistanzen konnte ich gut mit der Alltagsbelastung vorbereiten. Allerdings merkte ich, wie es zehrte. Die Intensität beim Arbeiten, die sich oft wie Akkordarbeit anfühlte, wurde in der Langdistanzvorbereitung zu einem Problem. Ja, das war in den vergangenen Jahren oft genau so. Dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen und es sogar so kommuniziert, dass es nicht wieder passiert. Naja, manchmal bleiben Pläne einfach Pläne. Bis zum Beginn des Urlaubs und der Reise zum Wettkampf konnte ich die Finger nicht von der Tastatur lösen. Ich denke, es ist ein legitimes neues Ziel für 2024!

 

Pläne ohne Wettkämpfe

Es war irritierend zu Beginn. Eine Saison ohne Wettkampfplan. Ich hatte lediglich eine Langdistanz geplant. Diese wurde abgesagt. Ehrlich gesagt, trauere ich dem immer noch nach. Ein Jahr später. Abgesehen davon, ergab sich innerhalb der ersten Monaten des Jahres ein großartiger Plan, der mich sehr zufrieden stellte mit 3 Sprintdistanzen, die auf dem Podest endeten, und einem Ironman.

 

Kurz, schnell und vor allem mit viel Spaß

Vielleicht seit dem Jahr in Chicago mit der Triple Challenge habe ich nicht mehr solch einen Spaß bei den Trainings und Wettkämpfen gehabt. 

Langdistanz-Athletenleben hin oder her. Aber beherzt bei Sprints an den Start zu gehen, ist eine ganz andere Nummer. 

Und irgendwo zwischen dem harten Training genau dafür und für die Langdistanz war alles rund um Triathlons mit unglaublich viel Freude verbunden! 

Triathletin und Bloggerin Nadin im blauen Ale Cycling TriSuit, mit blauen Salming Laufschuhen und blauer Sonnenbrille auf Kopf laufend auf Kopfsteinpflaster vor Wiese und Häuser im Hintergrund

 

Saisonabschluss mit Langdistanz

Einen Triathlon über 226km vorzubereiten, braucht einen genauso langen Atem wie der Wettkampf selbst. Die größte Hürde war dieses Mal, die Anstiege von Portugal ins flache Brandenburg zu übertragen. Was letztlich nichts anderes hieß, als die Strecke immer und immer wieder in all ihrer Härte auf der Rolle abzufahren. Dafür waren die Freitage und Sonntage reserviert. Die langen Schwimm- und Lauftrainings nahm ich mit in die Arbeitswoche und legte einiges auf den Samstag, was wirklich wieder gut funktionierte. 

 

Radtraining: Zwischen Ausdauer und Intensität

Highlights:

  • 8086 km Radtraining: Lange Sonntagsausfahrten und als intensive Erweiterung die zusätzlich langen Einheiten der IM Portugal Strecke an den Freitagen. 
  • Monotonie und Geradlinigkeit im Frühjahr: Die Liebe zur einfachen und immer gleichen Strecke über das gesamte Frühjahr sorgte für eine unerwartete Geradlinigkeit. Raus. Strecke abfahren, so hart wie es an dem jeweiligen Tage geht. Fertig. Und es fühlte sich so gut an. Vor allem, wenn im Außen alles so chaotisch wirkt. 
  • Großartige lange Einheiten im Sommer und Herbst: Im Sommer und Herbst genoss ich besonders die langen Einheiten, wenngleich sie bei schlechtem Wetter herausfordernd waren.

Tiefpunkte:

  • Ungeduld: Immer mal wieder fast die Geduld verlierend bei der virtuellen Portugal-Strecke, die sich rückblickend auch mindestens doppelt so hart im Training anfühlte wie letztlich im Wettkampf. 

Erkenntnisse:

  • Regelmäßigkeit: Die langen Ausfahrten, selbst an schlechten Tagen, machen mental immer wieder so viel mit mir. 
  • Familienzeit: Das Radtraining in Brandenburg und zu meiner Familie war besonders wertvoll.

Triathletin und Bloggerin Nadin im bunten TriSuit und schwarzem Casco Zeitfahrhelm auf schwarzem Fuji Zeitfahrrad lächelnd auf Landstraße. Im Hintergrund grüne Büsche und Bäume.

 

Lauftraining: Von Intervallen bis Langstreckenabenteuer

Highlights:

  • 1221 km Laufen: Von intensiven Intervallen bis zu einem überraschend guten Gefühl auf langen Strecken. Obwohl ich so wenig Kilometer lief, wie nie zuvor, seid ich auch auf der Triathlon Langdistanz unterwegs bin. Diese Konstellation (Langdistanztraining und dennoch wenige Kilometer) passiert immer in den Jahren, in denen ich vor dem Ironman unbedingt kurze Wettkampfdistanzen absolvieren möchte. Und vergangenes Jahr nach der Covid Erkrankung war Laufen auch die Sportart, die mir über Monate hinweg am schwersten fiel.  
  • Laufeinheiten mit Familie: Die langen Laufeinheiten mit Begleitung durch Brandenburg blieben mir besonders im Gedächtnis. Vor allem diese irre heißen Tage, die ich ohne Unterstützung so nicht hätte allein bewältigen können. 
  • Vielseitigkeit im Sommer: Vielfältiges Training im Sommer mit Blick auf drei Sprintdistanzen ließen das Training unglaublich kurzweilig werden. 
  • Kompakte, lange Einheiten im Spätsommer und Herbst: Ich liebte besonders die Einheiten, in denen ich über zwei Stunden und mehr einfach laufen konnte. 

Tiefpunkte:

  • Krank sein: An sich schon eine Herausforderung. Aber mit sich über Wochen und Monate hinwegziehenden Covid Nachwirkungen war der Frühling teilweise unfassbar belastend!

Erkenntnisse:

  • Vielseitigkeit: Kurze, intensive Einheiten sorgten für Freude, während auch lange Strecken gut funktionierten.

 

Schwimmtraining: Disziplin und Rekordkilometer

Highlights:

  • Über 200 km Schwimmen: Ein neuer Rekord, getrieben von Disziplin und intensiven Einheiten. Verursacher war aber wieder einmal die Familie, die mich in zwei langen Schwimmwochen richtig gefordert hat. 
  • Erstmals ab Mitte des Jahres bei jeder Einheit in die Länge gegangen: Während der letzten Triathlon-Saison ging ich bei jeder Schwimmeinheit ab Juni so weit wie nie zuvor. Schuld war unter anderem die Familie, natürlich. Aber auch die Berliner Bäderbetriebe, die “meine” Schwimmhalle quer leiten. Nach dem ersten Schock, das mental wirklich niemals überstehen zu können, folgte die Motivation. Motivation für etwas, das ich vor allem aufgrund der widrigen Bedingungen überstehen wollte. Ein Gedanke ergab den nächsten, bis ich letztlich immer 160 Bahnen auf meinem Forerunner stehen hatte. 

Tiefpunkte:

  • Gab es wirklich nicht.

Erkenntnisse:

  • Regelmäßigkeit: Das konstante Schwimmtraining führte zu erstaunlichen Fortschritten. Zumal ich wirklich über das gesamte Jahr hinweg von Januar bis Dezember an den regelmäßigen Einheiten festhielt.

 

Athletiktraining, Yoga & Atemübungen – aktiv für Ausgleich sorgen

Zeitaufwand:

  • 91h Yoga und Athletiktraining sorgten für körperliches und mentales Wohlbefinden. Egal wie hart das Training oder der Alltag wurden. 
  • 28h kommen allein mit Atemübungen hinzu, die mich bereits vor aber vor allem intensiv nach Covid begleitet haben. Kein einziges Training habe ich nach der Erkrankung ohne Atemübungen beginnen können.

Erkenntnisse:

  • Im Zweifel besteht ein Training nur aus Atemübungen: Auch wenn es zu Beginn nur mit Minischritten vorwärts ging, gaben mir die unterschiedlichen Atemübungen Sicherheit und Rückhalt. Zumal ich immer zu ihnen zurückkehren konnte, wenn das Training zu Anfang zu anstrengend wurde.

 

Der Blick in die Zukunft: Wünsche für 2024

Mein großer Wunsch für die Triathlon-Saison 2024 wäre die Ruhe, Gelassenheit, Regelmäßigkeit und vor allem das Gefühl der Leichtigkeit vom Schwimmtraining in die anderen Sportarten und den Alltag sowie die Arbeit zu übertragen.

 

Fazit und Ausblick

Die Triathlon-Saison 2023 war geprägt von vielen Höhen und ein paar wenigen Tiefen, herausfordernden Wettkämpfen und intensivem Training. Der Blick auf diese Triathlon-Saison birgt die Hoffnung auf einen geregelten Alltag, weiterhin spaßige Trainingseinheiten und vielleicht die eine oder andere positive Überraschung im Training und Wettkampf zu erleben.

Möge jeder Armzug, jede Pedalumdrehung und jeder Laufschritt wieder mit so viel Freude und Ausgleich für den Alltag verbunden sein!

Wie blickst du auf das vergangene Jahr zurück?

Alle hier gezeigten Fotos wurden wie immer von Oliver Eule  aufgenommen. Die Rechte an diesen Fotos liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung der Fotos ist in Absprache mit uns gerne möglich. Bei Interesse schreibt uns bitte eine E-Mail, um Details der Nutzung auf Social Media, Webseiten oder Printmedien zu klären.

7 Gedanken zu „Jahresrückblick: meine Triathlon-Saison 2023 in Zahlen“

  1. Liebe Din,
    grundsätzlich bin ich mit dem letzten Jahr zufrieden. Durch den Vereinseintritt noch nie so viel und konstant geschwommen (leider noch nicht schneller 🙂 ), viele Kilometer auf dem neuen Rennrad und auch gelaufen. Wettkämpfe hätten mehr sein können, aber mit Urlaub und privaten Terminen passt das leider nicht immer zu den Wettkampfterminen.
    Freue mich aber schon auf diese Saison. Wünsche Dir alles Gute und vielleicht sehen wir uns ja mal wieder.
    Lieben Gruß
    Maudi

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    • Hallo lieber Maudi.

      Wie schön, von dir zu hören! Und das hört sich nach einem richtig guten Jahr an.

      Das mit dem Schwimmen im Verein kann ich mir vorstellen. Macht sicher Spaß. Das mit der Geschwindigkeit kommt ganz sicher noch. Das macht irgendwann einfach Klick im Körper.

      Dann bin ich gespannt, was du dieses Jahr alles vor hast. Sehen wir uns beim BerlinMan? Bin noch nicht gemeldet, aber habe ihn im Blick und jongliere noch mit den Terminen.

      Viele Grüße.

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  2. Hey Din,

    vielen Dank für die Einblicke in dein Jahr. Es ist immer wichtig, zurückzuschauen und zu sehen, was wie gelaufen ist. 200 km Schwimmen sind beachtlich Ich hoffe auch mal auf ein Jahr mit so guten Zahlen in der ersten Disziplin.
    Gerade mit Krankheit und mehr anderweitigen Verpflichtungen sind solche Trainingsleistungen extrem beachtlich. Ich bin gespannt, was bei dir 2024 alles so geplant ist und passieren wird.

    Beste Grüße

    Schorsch

    PS. Ich nehme aus der letzten Saison mit, dass Wettkämpfe nach dem A-Wettkampf trotzdem anstrengend sein können und man die dann nicht einfach mit links absolviert

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    • Hey Schorsch, danke dir. Ja, es gibt ja immer wieder irgendwelche Hürden. Man weiß nie, was hinter dem Berg für ein Berg wartet, den man gerade versucht zu erklimmen.

      Und sehr schön Einsicht! Ich fühle die schweren Beine richtig…

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      • Hey Din,
        da beschreibst du etwas, dass mir im letzten ja auch irgendwie klar geworden ist. Man jagt irgendwie immer den perfekten Zustand, aber eigentlich gibts im Triathlon zu viele Unwägbarkeiten, als dass man sie alle kontrollieren könnte. Ich glaube, man muss sich irgendwie mit dem Chaos anfreunden.
        Beste Grüße
        Schorsch

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