Yoga für Läufer – 14 Gründe, warum Yoga auch für dich eine wertvolle Ergänzung ist

Yoga für Läufer ist eine wertvolle Ergänzung innerhalb des Trainingsalltags und kann sich sowohl auf die körperliche als auch mentale Leistungsfähigkeit positiv auswirken. Der einseitigen Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat durch das Lauftraining kann mit Yoga entgegen gewirkt werden. Fein aufeinander abgestimmte und miteinander verbundene Übungen gleichen auf sanfte Art und Weise Laufbelastungen aus. So können Verspannungen ganz gezielt gelöst und der Körper mobilisiert sowie stabilisiert werden. Wie nebenbei fördert Yoga die Konzentration, schafft Ausgleich und wirkt unterstützend auf die Atmung. Weitere Gründe, warum Yoga auch für dich eine sinnvolle Ergänzung ist, erfährst du in diesem Beitrag. 

Ich könnte es kurz halten. Stattdessen möchte ich Überzeugungsarbeit leisten für etwas, was mir so sehr am Herzen liegt. Nicht einfach so befinde ich mich schließlich in meiner zweiten Yogalehrerausbildung, obwohl man mich vor mehr als einem Jahrzehnt mit dem Thema Yoga hätte jagen können. Zudem könnte ich Yoga für Läufer einfach nur darauf herunterbrechen, dass es eine Performance-Maschine ist, um schneller, besser, noch leistungsorientierter zu werden. Tatsächlich werde ich auch gerade in diesem Beitrag den funktionellen Aspekt von Yoga für Läufer in den Vordergrund stellen. Jedoch möchte ich unterstreichen, dass Yoga so viel mehr ist und vielleicht auch für dich irgendwann mehr sein kann, wenn du bereit dafür bist.

Vor elf Jahren habe ich das erste Mal ganz verunsichert meine Yogamatte ausgerollt. Für mich war es eine Ergänzung für mein Training. Vielleicht sogar körperliches Training selbst. Yoga hat mich genau dort abgeholt, wo ich damals stand. Oft erlebe ich bei Schülern genau das gleiche. Mittlerweile ist es für mich fast ein logischer Schritt, dass Yoga einen mit der Zeit dahin führt, dass man nicht nur auf körperlicher Ebene kraftvoller, flexibler, fokussierter wird sondern auch auf mentaler Ebene. Das bedeutet bei vielen auch, sich über die körperlichen Übungen innerhalb einer Yogastunde hinaus, mit Yoga zu beschäftigen. Du wirst sehen, dass auch hier die Grenzen in meinem Beitrag „Yoga für Läufer – 14 Gründe, warum Yoga auch für dich eine wertvolle Ergänzung ist“ fließend sind, obwohl ich insbesondere körperliche Punkte herausstellen möchte.

 

YOGA FÜR LÄUFER

14 GRÜNDE, WARUM JEDER LÄUFER VON YOGA PROFITIEREN KANN

 

Alle Fotos kannst du zur Vergrößerung anklicken.

Yoga für Läufer - Gründe für Yoga als Ergänzung zum Laufen - Collage

 

YOGA IST EIN GANZHEITLICHER ANSATZ

Yoga für Läufer ist so viel mehr als nur eine Reihe von Übungen. Wenn du glaubst, dass ich jetzt anfange zu singen, ein Om töne, Mantren rezitiere, dich bitte eine Meditationsunterlage herauszuholen, ein Finger-Mudra zu formen, ein Räucherstäbchen anzünde,… (mir würde noch so viel mehr einfallen), dann kann ich dich beruhigen. Ja, all das kann ein Teil einer Praxis sein mit einer Gruppe und mir zusammen oder im Einzelunterricht, wenn du das wünschst. Hier soll es jedoch größtenteils um die körperliche Ebene gehen.

Yoga für Läufer spricht deinen gesamten Körper an.

Von Kopf bis Fuß kann Yoga wie eine Massage für deinen Körper sein, egal ob vor oder nach einer Trainingseinheit. Es macht zudem als Stabilisations- und Mobilisationstraining genauso viel Sinn. Es kann diese Einheiten ergänzen oder sogar ersetzen. Du musst nur den Fokus entsprechend setzen.

 

FLEXIBILITÄT BRAUCHST DU NICHT

Eine überspitzte Überschrift, die eine Botschaft hat!

Ich möchte es wirklich immer und immer wieder gern in die Welt hinausschreien! Deshalb ist dieser Punkt direkt #2 in meiner List der Gründe, warum es auch für dich eine wunderbare Erweiterung sein kann.

Du musst NICHT(!) flexibel sein!

Du musst nicht deine Zehen berühren können! Du musst nicht den Kopf an die Knie bekommen! Du musst nicht einen Fuß hinter den Kopf bekommen. Du musst keinen Handstand oder Spagat können. Du musst nicht… Ich könnte vermutlich Stunden fortfahren.

Das einzige, was du musst ist: Yoga auszuprobieren!

Zurück zum Thema Flexibilität: natürlich ist es schön, wenn man dies und das kann. Dein Körper freut sich aber ganz sicher über ganz kleine Herausforderungen. Über die Bewegung, die so ganz anders ist, als beim Laufen. Über das Loslassen von all dem, was der Körper gern festhalten möchte, was sich wie Enge anfühlt.

Was das Laufen verkürzt und einengt, wird durch Yoga entspannt.

Ein guter Yogalehrer holt dich genau da ab, wo du bist und unterstützt dich darin, genau an dieser Stelle dein ganzes Potential auszuleben.

 

MOBILITÄT KANNST DU VERBESSERN

Anders als bei der Flexibilität geht es bei der Mobilität um deinen Bewegungsspielraum. Es geht darum die Gelenkstrukturen und deine Muskulatur zu lockern.

Besonders schön finde ich sanfte Formen des Vinyasa für Anfänger, die eine Fülle von Bewegungen einbeziehen und diese fließend aneinander reihen.

Mit Yoga kannst du lernen, deinen Bewegungsspielraum wieder besser zu nutzen.

 

ERDE DICH UND FINDE DEINE MITTE oder auch SEI STABIL

Meine Erfahrung zeigt mir, dass ich mit Yoga wie nebenbei meine Stabilität verbessern und die beim Laufen eher vernachlässigten Muskelgruppe gezielt trainieren kann.

Das, was ich in mühevoller Kleinstarbeit mit einzelnen Übungen im Athletiktraining erreiche, passiert im Yoga praktisch von allein. Im Fluss vieler Übungen, auch wenn diese für einige Atemzüge gehalten werden, aktivieren wir oft unbemerkt unsere Rumpfmuskulatur. Vielleicht kennst du aus deinem Stabi-Programm Planks, den Seitstütz, die Kobra, die schiefe Ebene, den Bogen, das Boot,… Eventuell heißen sie nur anders, wie Superman. Es sind alles Übungen, die auch im Yoga Platz finden und offensichtlich die Mitte trainieren. Wir sprechen aber auch in einer Vielzahl anderer Asanas wie Stuhl, Krieger III, Trikonasana, himmelwärts gerichteter Krieger,… besonders die goldene Mitte an. Jedoch kann man jede Asana zu einer Übung werden lassen, die den Rumpf stabilisiert. Dabei kann die allgemeine Muskelaktivität, die wir gezielt ansteuern, genauso hilfreich sein wie die Atmung.

Dank der verbesserten Stabilität bewegen wir uns kontrollierter und kraftvoller beim Laufen.

Das ist sowohl verletzungsprophylaktisch als auch hinsichtlich der Lauftechnik ein Plus. Die stabile Mitte ist hier Kern der Aussage. Jedoch denke ich bei Stabilität auch immer an die gelenkstabilisierende Muskulatur, die wir mit Yoga mit trainieren können. Das bringt mich direkt zum nächsten Punkt!

 

DIE VIELFÄLTIGE BALANCE 

Eine Vielzahl von Yogaübungen fordern unsere tiefliegenden Muskelgruppen genauso heraus wie die kleinen Muskelgruppen rund um unsere Gelenke. Eine unglaubliche Unterstützung für die großen Muskelgruppen. Dabei spielen unsere Füße eine ganz wichtige Rolle. Wenn wir uns ausbalancieren tragen sie uns durch die Übungen. Darüber hinaus sprechen wir unsere Propriozeptoren an. Das sind diese kleinen Rezeptoren, die bereits in meinem Beitrag „Verletzungsfrei laufen“ und in der Yogageschichte „Mit Verbundenheit Stabilität schaffen“Erwähnung fanden. Es handelt sich um die sogenannte Tiefensensibilität. Sie hilft uns, uns im Raum mit unserer Bewegung und Haltung wahrzunehmen. Wenn du zum Beispiel umknickst, sind es diese Rezeptoren, die die Situation sofort erkennen. Je besser sie trainiert sind, desto schneller reagieren sie. Ganz einfach ausgedrückt. Sie schicken die Information, dass gleich etwas Schlimmes passiert, an unser Gehirn.

Deshalb gilt, alles hilft, was wackelt!

Mit Yoga können wir unsere Körperwahrnehmung genauso verbessern wie unsere motorischen Fähigkeiten. Balancierende Übungen können anfangs der Held sein, der Stuhl auf Zehenspitzen oder einfach mal mit geschlossenen Augen stehen und spüren. Fortgeschrittene Yogis können einbeinige Übungen wie Shivas Tanz, der Baum, Krieger III, der Halbmond,… hinzunehmen.

Jedoch kann Balance auch heißen, dass wir unseren Körper ausbalancieren. Das kann in vielerlei Hinsicht passieren. Die linke Körperhälfte kann beispielsweise flexibler, mobiler sein als die rechte. Vielleicht benötigt aber auch deine Körpervorderseite mehr Beachtung als deine Körperrückseite.

Balance kann zudem die mentale Balance meinen, die wir mit Yoga selbstredend ebenso entwickeln können.

 

LERNE DEINEN KÖRPER NEU KENNEN 

Ich weiß nicht, wie es dir geht. Aber vielleicht kennst du das. Wie bei anderen Sportarten auch, neige ich beim Laufen gern dazu, meinen Körper durch harte Einheiten durchzupeitschen. Gern denke ich, dass ich meinen Körper kenne, dass ich weiß, was er verträgt, was los ist, wenn es mal nicht so läuft. Yoga hat mir aber eine ganz neue Seite meines Körpers gezeigt. Eine Seite, die weich und stark zugleich sein kann. Als ich vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen habe, mich mit Yoga zu beschäftigen, habe ich ganz schnell gespürt, dass mein Körper mit mir reden kann. Mittlerweile geht es soweit, dass er mir ganz genau zeigt, welche Übungen jetzt gerade richtig und wichtig und welche gerade nicht angebracht oder nötig sind.

Mein Körperbewusstsein hat sich um 180° gedreht. Danke Yoga!

 

VERBESSERE DEINE REGENERATIONSFÄHIGKEIT

Wieder etwas aus meinem Triathleten-/Läuferleben: Yoga ist für mich absolutes Muss in der Off-Season und um anschließend in der Grundlagenphase die Basis für die neue Saison zu legen. Muskelaufbau funktioniert für mich mit Yoga genauso wunderbar wie das Körpergefühl zu verbessern. Ich kann mit Yoga Balance im gesamten Körper herstellen bzw. das erhalten, was sich wie Balance anfühlt, während sich das Training wieder intensiviert. Die gelenkstabilisierende Muskulatur wird gleich mittrainiert. Darüber hinaus mobilisiere ich den gesamten Körper und verbessere letztlich meine Regenerationsfähigkeit.

Die Atmung kann ein außergewöhnliches Hilfsmittel sein, um den Puls und Blutdruck zu senken.

Gleichermaßen können wir mit Yoga Stress aktiv minimieren und Yoga kann sogar unser Immunsystem stärken! Verschiedene Atemtechniken, die du mit Yoga erlernen kannst, sind in der Lage, sowohl in Ruhe als auch innerhalb der Aktivität einen positiven Effekt auf deinen Körper und Geist auszuüben. Mit Hilfe der Atmung können Läufer selbst die Herzfrequenz beruhigen, um sich in belastenden Situationen ausgeglichener zu fühlen und Anspannung zu lösen. So leisten wir einen aktiven Beitrag zu einer verbesserten Regeneration. Dabei sind ruhige Yogastile, die insbesondere die tiefen Bindegewebsschichten und faszialen Strukturen ansprechen, hervorzuheben.

Genau wie die durch Atemübungen erzielte Tiefenentspannung. Viele rennen vor Savasana weg, rollen ihre Yogamatte schnell zusammen und haben angeblich dafür keine Zeit. Dabei kann Savasana eine gute Alternative zu klassischen Meditationsübungen sein, wenn man sich damit noch nicht anfreunden kann. Mit dieser vor allem mental anspruchsvollen Übung können Läufer lernen, sich zu fokussieren, Gedanken loszulassen und die Konzentration auf eine Sache, in diesem Fall auf die Atmung, zu lenken. Ziel ist es nicht einzuschlafen, sondern in dieser liegenden Haltung all das, was die Yogastunde mit sich brachte anzunehmen, sinken zu lassen und zudem Entspannung zu finden, Empfindungen gehen zu lassen, neue Kraft und Vitalität zu tanken.

 

BEUGE VERLETZUNGEN VOR

ODER STEIGE NACH VERLETZUNGEN WIEDER SANFT MIT DER HILFE VON YOGA EIN DEIN TRAINING EIN

Yoga können wir gezielt in unseren Trainingsplan integrieren, um Überlastungen zu vermeiden, Dysbalancen auszugleichen und das Lauftraining zu unterstützen statt sich fortwährend zu überfordern.

Vor einigen Jahren sagte man mir, dass ich Laufen vermutlich nicht mehr Sport ausüben kann. Ein Schlag ins Gesicht. Für ein Läufermädchen wie mich bricht in solchen Momenten einerseits die Welt zusammen andererseits öffnet sich eine neue die mit Kampf und Willensstärke zu tun hat. Nichts blieb unversucht und ungenutzt, um mich wieder zurück in die Laufschuhe zu bringen. Zum Glück kannte ich damals bereits die heilende Kraft des Yogas.

Nicht nur mental sondern auch körperlich unterstütze mich meine regelmäßige Praxis darin, wieder in einen Laufrhythmus zu finden, stärker und schneller als je zuvor zu sein, obwohl ich seither deutlich weniger laufe und sehr viel abwechslungsreicher trainiere!

So dramatisch muss es natürlich nicht immer vonstatten gehen. Um auf den Punkt zurückzukommen.

Yoga kann helfen, Verletzungen vorzubeugen und bei dem Weg zurück zum Laufen nach einer Verletzung unterstützend eingesetzt werden.

Natürlich gehört ein verletzter Läufer in die Hand eines Fachmanns und auch ich als Yogalehrerin scheue mich immer wieder, Ratschläge an Schüler zu verteilen. Was mir geholfen hat, muss für andere nicht ebenso gut sein. Jedoch können wir Läufer Yoga nutzen, um Verletzungen zu vermeiden und nach einer Verletzung sanft in verschiedene Bewegungen einzusteigen. Alles in dem Maße, wie es uns unser Körper erlaubt.

Vielleicht ist Yoga gerade in Verletzungspausen und nach Verletzungen auch einfach dafür da, dass du den Fokus zurückerlangst und neue mentale Stärke findest.

 

ENTWICKELE EINE NEUE MENTALE STÄRKE 

Mit Yoga ist es möglich, Anspannung vor und nach intensiven Trainings oder Wettkämpfen gezielt zu lösen – sowohl mentale als auch natürlich körperliche Anspannung. Ich kann Angstsituation zudem bewusst entgegen treten und erlernen, wie ich mich überwinde und wie Stärke für große Herausforderungen in mir selbst finde.

Mit Yoga habe ich gelernt besser mit Misserfolgen, Leistungstiefs und vielleicht zuweilen überhöhten Erwartungen umzugehen.

Anders ausgedrückt: ich kann Höhen und Tiefen besser annehmen und verkraften sowie nötige regenerative aber auch verletzungsbedingte Pausen besser überbrücken. Zudem kann ich überschüssige Energie mit Yoga auffangen. Wir Läufer können lernen, wie man diese Energie kanalisiert, steuert und effektiver einsetzt.

Da Trainingspläne oftmals gern umfangreich sind, gilt es hierbei auch zu beachten, den Fokus nicht zu verlieren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Yoga kann dabei eine essentielle Stütze sein. Das, was wir als „Beißen“ beschreiben würden, Zielstrebigkeit, Willenskraft und Durchhaltevermögen können wir ebenfalls mit Yoga entwickeln. Genauso ist es möglich, dass wir Läufer Qualitäten wie Integrität, Selbstvertrauen und Mut entfalten, um unser Ziel zu erreichen. Dabei sind kraftvolle, transformierende Übungen eine wunderbare Ergänzung für die eigene Yogapraxis.

 

YOGA FÜR LÄUFER UND DIE ATMUNG

WIR ATMEN UNS ZUR BESTZEIT

Natürlich ist die Atmung im Yoga eine andere als beim Laufen. Dennoch können uns Atemübungen genauso zu besseren Läufern machen wie die Asanas. Die Atmung ist ein weiterer Weg, wie wir uns mit unserem Körper verbinden können. Wie wir lernen, auf unseren Körper zu hören und unsere Atemräume voll uns ganz auszunutzen. Das führt bei mir tatsächlich immer wieder gern zu Muskelkater. Atemübungen können sehr intensiv sein!

Yoga kann dir zeigen, wie dir die Atmung in Stresssituation hilft. Du kennst sicher Situationen, in den du beim Atmen verkrampfst, einen Kloß im Hals hast, die Atmung flach und hektisch wird, du eventuell sogar deinen Atem anhältst. Yoga schenkt dir Bewusstheit dafür, was für Energie und Potential in deinem Atem steckt. Nutze deine Atmung wie ein Werkzeug, das dich fortwährend unterstützend kann.

Beispielsweise in Laufwettkämpfen oder in für uns intensiven Trainings können wir uns mit einer entsprechenden Atmung beruhigen und mit der Atmung unseren Fokus zurück erlangen. Oder wie ich gern bei Asthma die Atmung zunächst bremse, damit ich mich beruhige, um anschließend das Atmen zu intensivieren, um mehr Luft zu bekommen und besser ausatmen zu können.

Yoga kann dir als Läufer zeigen, wie du deinen vollen Atem ausschöpfst und wie du ihn entfaltest.

Mit Yoga lernst du, deinen Atem mit deiner Bewegung zu synchronisieren und so Harmonie zwischen Atmung und Bewegung herzustellen. Selbst in anstrengenden, schwierigen Momenten. Du wirst schneller Probleme beim Laufen erkennen und kannst darauf Einfluss nehmen. Du spürst deinen Körper ganz anders und kannst dein Potential viel besser ausleben. Mit deiner verbesserten Körperwahrnehmung komme ich auch wieder zum Punkt der Tiefensensibilität, der Propriozeptoren, die ich bereits beim Thema Balance ansprach. Die Verbindung aus Körper und Atem führt dich unweigerlich ins Spüren und Wahrnehmen, was mich zum Punkt der Achtsamkeit und Konzentration bringt.

 

ERHÖHE DEINE KONZENTRATION, FINDE DEINEN FOKUS, SEI ACHTSAM

Yoga ist wie zu Beginn erwähnt ein ganzheitliches Konzept. Wann immer wir mit unserem Körper arbeiten, wird früher oder später sich auch unsere Aufmerksamkeit verschieben.

Da bin ich mir absolut sicher und es gibt vermutlich niemanden, der weniger von all dem hören wollte, als ich. Der intensive Umgang mit meinem eigenen Körper führte unweigerlich dazu, dass ich mich mit Themen wie progressiver Muskelentspannung, Atmung, Atemübungen, Meditation, Achtsamkeit, Konzentration… beschäftigte. Ich wollte verstehen, was mir mein Körper und mein Geist zu sagen hatten.

Yoga hilft auf einzigartige Weise, den achtsamen Umgang mit sich und seinem Körper zu schulen. Ich habe gelernt, wie ich Spannungen lokalisieren und aktiv loslassen kann. Dabei halfen mir vor allem lang gehaltene Übungen, bei denen ich tief in die Dehnung sinke, um tiefe Bindegewebsstrukturen anzusprechen. Dabei nimmt Ruhe und das Hineinspüren einen großen Raum ein, um den Körper und seine Bedürfnisse besser kennenzulernen. Achtsamkeit für den Moment, für sich selbst und den beanspruchten Muskeln gegenüber kann so erlernt werden. Die Selbstwahrnehmung und das Körpergefühl verändern sich. Ich spüre viel früher, wann ich eine Pause benötige und wann ich meinem Körper mehr abverlangen kann. Mein Gespür für Bewegungsabläufe hat sich verändert und die koordinativen Fähigkeiten dadurch verbessert.

Bin ich mir einer Sache bewusst, kann ich diese so belassen, wenn es für mich von Vorteil ist, intensivieren oder nötigenfalls verändern.

Mit der gleichen Achtsamkeit, Konzentration und dem Fokus bin ich mittlerweile auch beim Lauftraining unterwegs. Zumindest wenn ich mich nicht gerade an meiner wackligen Leistungsgrenze bewege. Aber selbst dabei hat sich mein Fokus verschoben, was sich wunderbar anfühlt.

Denn spüre ich den Bewegungsablauf, fällt es mir leichter, Schwächen auszugleichen und aktiv Veränderungen vorzunehmen. Diese Veränderungen können beim Laufen sein: Schultern lockern und nicht verkrampfen, Oberkörper öffnen und nicht zusammenziehen, Kniehub beachten, den Rumpf stabil halten, in der Anstrengung weiteratmen und die Luft nicht anhalten, die Arme schwingen lassen,…

 

EIN NEUER BLICKWINKEL AUF DEINE LAUFLEISTUNG

Vielleicht kennst du die Situation auch zu Genüge. Irgendetwas läuft nicht, obwohl es vielleicht ganz gut läuft. Ab und an braucht man jemanden oder etwas im Leben, der oder das einem die Situation relativiert und für eine neue Sichtweise sorgt.

Yoga kann dir auch dabei helfen, die Perspektive zu ändern.

Die konzentrierte Ausführung von Übungen, die Abschlussentspannung, die gezielt eingesetzte Atmung, die dir hilft durch die Übungen zu fließen und eventuell sogar eine eigene Meditations- oder Achtsamkeitspraxis, verändern deinen Blick auf dich selbst und die Welt. Ich beobachte bei mir, dass ich mich in ruhigen, ausgeglichenen Momenten besonders gut spüre. Im Kontrast zu den ganz harten Trainings, die mir genauso den Kopf frei pusten und für einen Perspektivwechsel sorgen. Ich genieße es unglaublich, unterschiedliche Möglichkeiten zu haben, um Situationen einfach mal anders zu bewerten.

 

WERDE MIT YOGA ZU EINEM BESSEREN LÄUFER

Der vorletzte Punkt für mich in diesem Beitrag. Ich bin mir aber sicher, ich würde noch zahlreiche Vorteile finden, warum Yoga für Läufer so unglaublich wertvoll ist und warum Yoga für dein Lauftraining die ideale Ergänzung sein kann!

Das Gleichgewichtsgefühl und die Haltung erhalten positive Impulse, wodurch letztlich unser Laufstil profitiert. Uns fällt es leichter einen ökonomischen Schritt über längere Distanzen durchzuhalten. Wir können uns schneller auf unterschiedliche Gegebenheiten, wie Untergrundwechsel oder Steigungen einstellen. Nicht zu unterschätzen ist das Potential der Atmung, das wir mit Yoga besser ausschöpfen können. Zudem hat Yoga nicht nur einen positiven Effekt auf die körperliche sondern auch mentale Ebene, wie ich dir in den vorangegangenen Punkten vielfach erklärt habe.

Wenn ich alle Punkte zusammennehme und es auf einen Nenner versuche herunter zu brechen, komme ich zum Thema Bewusstsein zurück. Dieses Bewusstsein für den eigenen Körper führt dazu:

Dass wir zu besseren Läufern werden. Egal ob vom Körper, dem Geist oder der Seele ausgehend.

Wir können mit Yoga leistungsfähiger sein oder mit mehr Genuss laufen oder ganz achtsam und konzentriert an Zielen festhalten oder alles zusammen. Es kommt darauf an, wo wir hin möchten.

Yoga kann dich aber bei egal welchen Weg begleiten.

 

YOGA KANN TEIL DEINES ALLTAGS WERDEN & VIEL ERSETZEN

Du brauchst nicht Stunden für eine eigene Yogapraxis, jedoch möchte ich dir einen ausgebildeten Yogalehrer, einen Workshop oder auch einen Aufbaukurs ans Herz legen. So erlernst du am besten die Grundlagen für eine gesunde und sichere eigene Praxis, die dir alle Vorteile schenken wird.

Regelmäßigkeit ist ein wichtiger Aspekt, den du nicht vernachlässigen solltest.

Dort, wo du jetzt als Läufer stehst, bist du sicher nicht mit einem lapidaren Training alle paar Tage oder Wochen für einige Minuten hingekommen. Führe dir immer vor Augen, dass du nur etwas wirklich erlernen kannst, was ein Teil von dir wird. Ich kann dir nicht sagen, wie oft und wie lang eine Yogapraxis für dich sein sollte. Das kommt auf ganz unterschiedliche und vielfältige Punkte an.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus sprechen. Wenn mein Körper nach Yoga verlangt, gebe ich ihm Yoga. Genau so lange, wie ich entweder Zeit habe oder bis sich mein Körper wieder gut mit mir anfühlt.

Sollte ich es zeitlich für dich etwas anschaulicher werden lassen, kann ich dir drei Mal in der Woche eine halbe Stunde oder wenn du Zeit hast 60 Minuten empfehlen. Die gute Nachricht für uns Trainingsenthusiasten ist, dass ich alternatives Training oder Stabilisations- und Mobilisationstraining oft weglassen kann. Ob das bei dir auch funktioniert, musst du allerdings selbst herausfinden.

 

ACHTUNG – SEI NACHSICHTIG MIT DEINEM KÖRPER

Das ist kein Punkt, der wirklich zu den Gründen gehört, als Läufer mit Yoga ganz schnell zu beginnen. Es ist viel mehr der Warnhinweis, der Beipackzettel für diesen Beitrag.

Yoga funktioniert nur ohne Leistungsdruck!

Yoga ist kein Sport für Höchstleistungen. Deine Yogamatte ist nicht das Olympiastadion. In Gruppen ist der Yogi neben dir nicht dein Konkurrent, den du auf der Zielgeraden sabbernd überholen musst!

Wenn du sanft mit deinem Körper umgehst, wirst du merken, wie Yoga dich auch bei kleineren Wehwehchen unterstützen kannst. Gerade bei leistungsorientierten Läufern kann die Schmerzgrenze ebenso hoch sein wie der eigene Wunsch sich zu verbessern oder etwas erreichen zu wollen. Mit diesem Gedanken solltest du nicht an Yoga herantreten! Horche in deinen Körper hinein. Nimm wahr, was ihm gut tut. Dass nicht alle Übungen einfach sind, versteht sich sicher von selbst. Einen anhaltenden, stechenden Schmerz musst du tunlichst vermeiden! Mit Yoga sollst du dich wohlfühlen – wohlfühlen in deinem eigenen Körper, in deinen Gedanken und mit deinem Atmen.

Yoga für Läufer in Lienz in den Dolomiten

Oder hast du vielleicht schon eine eigene Yogapraxis und kannst aus Erfahrung sprechen. Dann teile sie doch gern mit den Lesern meiner Seite und mir. 

 

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Mit diesen Yogastunden möchten wir dir die Grundlagen dafür vermitteln, wie du als Läufer gezielt mit Hilfe sanfter Yogaübungen regelmäßig dein Training ergänzen kannst. Du erfährst zudem mehr darüber, wie Yoga deine Regeneration und Atmung positiv beeinflusst, wie du Verspannung lösen, deine Körperstruktur ausgleichend stärken und deine Flexibilität sowie Mobilität erhöhen kannst. Geplant sind sowohl dynamisch kraftvolle als auch mobilisierende und entspannende Übungen, die für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet sind.

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Später im November werde ich eine ähnliche Stunde bei der zweiten FiBloKo unterrichten, bei der ich auch als Speakerin anwesend sein werde. Vielleicht sehen wir uns auch dort? Wenn dich die Fitness Blogger Konferenz interessiert und du wissen möchtest, was es damit auf sich hat, schaue dir gern meinen Beitrag zur 1. FiBloKo hier auf EiswuerfelImSchuh.de an.

Alle hier gezeigten Fotos wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

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Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

5 Gedanken zu “Yoga für Läufer – 14 Gründe, warum Yoga auch für dich eine wertvolle Ergänzung ist

  1. Was für ein wunderbarer Beitrag – ich kann Dir hier nur zustimmen! Yoga ist eigentlich für jeden Sportler (oder auch Nichtsportler) eine perfekte Ergänzung.

    Ich versuche vor allem regeneratives Yoga immer öfter in meinen Alltag einzubauen.

    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hallo liebe Ariana,

      das freut mich wirklich so von Herzen, das von dir zu lesen. Danke schön!

      Ich finde auch, dass Yoga für jeden eine wirkliche Bereicherung darstellt. Gerade in einer hektischen Welt, wie der unseren, ist regeneratives Yoga ein sehr sehr schöner Ausgleich.

      Viele liebe Grüße,
      Din

  2. Liebe Din, habe noch nie Yoga gemacht, schon oft genug mit dem Gedanken gespielt, aber mangels Angebot hier in der Nähe leider auch nicht ausprobieren können. Alle deine Argumente pro gefallen mir. Danke !

    • Hallo liebe Margitta, herzlichen Dank für dein Feedback. Ich glaube, es wird Zeit, mich mal für ein Läuferwochenende an der Ostsee irgendwo einzumieten. Ich glaube, wenn man erst einmal eine solide Basis legt, kann man von zu Haus auch ganz gut allein weiter machen.

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