Jahresrückblick: Mein Triathlon-Jahr 2021 in Zahlen

Innerhalb eines Jahres habe ich meine Statistiken so gut wie nie im Blick. Ich folge meist dem Trainingsplan und häufig meinem Gefühl, was ich noch brauche, um mich aktuell und (im Falle von Wettkampfjahren) mit meinem Körper und Kopf wohl zu fühlen. Letzterer ist dann auch meist der ausschlaggebende Punkt, warum ich mehr trainiere, als vorgesehen. In jedem Fall kommen dann auch genau so diese Statistiken zustande: bisschen nach Plan, plus alles fürs Wohlgefühl. Skandalös ist das Schwimmresultat. Damit muss ich ja froh sein, dass ich beim Ironman im November nicht untergegangen bin!

Ich kann nicht sagen, dass Normalität mein Triathlon Training in 2021 ereilt hat. Zu wage waren vor allem die ersten Monate. Dennoch konnte ich zwei gute Wettkämpfe mit dem BerlinMan Triathlon und dem Ironman Arizona absolvieren und viel Spaß beim Challenge Roth Staffel Triathlon haben. Irgendwie haute letztlich alles wieder einmal hin. Wenngleich der Startschuss für das intensive Triathlon Training kurz vor Los fiel. Währenddessen warfen sich einige Stolpersteine in den Weg! Welche das waren, erfährst du in diesem Beitrag.

Die ersten sechs Monate zweifelte ich sehr daran, dass es ein Wettkampfjahr werden könnte. Ich fokussiert mich aber soweit es ging ab dem Frühjahr auf den August. Auf den Monat, in dem der BerlinMan stattfinden sollte. Das harmonierte irgendwie nicht so ganz gut, weil beruflich einige Änderungen anstanden. Ich liebte sie, aber musste doch einige Kompromisse eingehen, weil die Neuausrichtung mehr Arbeitsvolumen und auch mentale Anstrengung mit sich brachte. 

Das so ein Foto in 2021 (wie es am Wettkampfmorgen beim Ironman Arizona von Oliver aufgenommen wurde) möglich werden würde, war mir anfangs absolut nicht klar. Für mich war es tatsächlich so, dass ich von keinem “geregeltem Wettkampfleben” ausging. Zumindest nicht für uns Freizeitsportler!

Alle Bilder kannst du zur Vergrößerung anklicken. 

Triathletin und Bloggerin Nadin als Schwimmerin in Gruppe von Triathleten mit Badekappe, Neoprenanzug, Schwimmbrille lächelnd während des Ironman Arizona Tempe am Wettkampfmorgen

Wie auch sonst immer, ist es gerade das Training, das mich intensivere Lebenssituationen gut meistern lassen. Die mich auf den (manchmal auch sehr harten) Boden der (Trainings)Realität zurückholen. Es gab unendlich viele Momente, in denen weder die Kilometer noch die Zeit eine Rolle spielten, sondern einzig das Gefühl. Bis zum BerlinMan waren es großartige Einheiten, die mir zu einer Bestzeit verhalfen. 

Von da an hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich den Ironman Arizona unbedingt mitmachen wollte. 

Eventuell zu spät in der Saison, aber es waren noch 3 Monate bis zum zweiten Startschuss des Jahres. Mit jedem Tag mehr, kam ich an strahlendere und dunklere Orte in mir. Dazu hatte ich bereits etwas ausführlicher in meiner Zusammenfassung der 2. Hälfte des Triathlon-Jahres 2021 geschrieben. Vielleicht war es auch genau diese Härte zu diesem Zeitpunkt, die mich so gut durch die Off-Season kommen ließ. Wie ich diese Härte überstand, weiß ich bis heute nicht. Dass ich diese Einheiten letztlich mit einem Lächeln beendete, motiviert mich zutiefst.

Der Januar ist Jahr für Jahr ein Monat, in dem ich viel Revue passieren lasse und gleichzeitig voraus blicke. Den ersten Beitrag des Jahres hast du vielleicht gelesen. Wenn nicht, dann schaue dir “Der Weg, den wir gehen” an. So wie ich das Jahr zuvor bereits mit mir gehadert habe, geht es mir rückblickend mit 2021 ähnlich. Wir haben sicher wieder das Beste aus der Situation gemacht.  

Positives gibt es sicher immer daraus zu ziehen. Negatives aber auch. 

Mein großer Wunsch für 2022: 

Mit jedem Monat, der vergeht, wünsche ich mir einfach nur Normalität. Einfach etwas, mit dem man planen kann. Ich liebe Spontanität und lasse durch sie auch gern mein Training prägen. Wo es aber im großen Ganzen hingehen kann, wüsste ich gern eher. 

Für dieses Jahr nehme ich mir unabhängig von Wettkämpfen vor, mehr Tempo zu machen. Auch wenn es auf vielen Ebenen herausfordernd ist, so ist es doch das, was mir so viel Spaß macht. Ich bin kein Profi, also darf der Spaß im Vordergrund stehen. Wobei diese extrem harten, langen Rolleneinheiten auch auf eine bizarre Art und Weise Spaß machten. Aber das, was ich da innerlich erlebt habe, war unglaublich…

Genauso wie ich mich etwas mehr beim Schwimmen blicken lassen möchte, mehr Alternativsport einbinden mag und gern wieder mehr auf und unter dem Wasser unterwegs wäre!

Nun aber zu den Daten, Fakten und vielleicht auch für dich interessante Details.

Jahresrückblick Runalyze Triathlon-Jahr 2021 in Zahlen Banner Collage Statistiken

 

2 Einzel-Wettkämpfe und 1 Wettkampf in der Staffel

BerlinMan

Challenge Roth Staffel

Ironman Arizona

 

Bestzeiten

Was ich mir im Vorjahr noch gewünscht hatte und aufgrund des verschobenen Wettkampfs ausfiel, konnte ich in diesem Jahr umsetzen: die Bestzeit beim BerlinMan. 

 

Tiefpunkte

Definitiv die Zeit nach dem zweiten Radunfall. Weil es sich wie ein Déjà-vu von 2019 anfühlte. Geprellte Rippen und Knie und zahlreiche weitere blaue Flecken und Nähte, die mich teilweise heute noch beschäftigen. Mein Osteopath bog mich wieder zurecht. Fast auf den Tag genau wie 2019 zwei Wochen vor dem Wettkampf. Zum Glück heilten die wirklich maßgeblich am Triathlon beteiligten Körperteile schneller als erwartet. 

 

Rund 644 Trainingsstunden

Damit trainierte ich so viel wie nie zuvor. Schwer vorstellbar. Fühlte sich nie so an. 

 

6154km Radsport

Vor allem im Herbst wollte ich noch einen Schwerpunkt mit sehr langen Radeinheiten legen, um gut durch die Langdistanz zu kommen. Der Oktober lief großartig, bis die Unfälle mich ausbremsten. Aber gerade das Indoor Radtraining ging dann vor allem noch mit dem nicht so guten Zustand meiner Knie und Rippen. 

Diese Einheiten waren mentales Gold, wie sich dann bei der Langdistanz herausstellte. 

Was ich da zu Haus litt, konnte ich an Kraft fürs Durchhalten in den Ironman legen. 

Challenge Roth Triathlon Staffel Bloggerin und Triathletin Nadin auf Radstrecke auf Zeitfahrrad in Aero Haltung mit Trisuit und Helm

 

1573km laufend verbracht

Alles in Balance, könnte ich sagen. Ohne auf meinen Kilometerstand im Verlauf des Jahres zu schauen, wird es immer etwas um die 1500 und 1800 Kilometer. Passt für mich. Zumal ich mich auch eher auf die kürzeren, intensiven Einheiten stürze, als auf die langen. Die haben mir dann mit den Radunfällen im Herbst vor dem Wettkampf auch gefehlt. Um so beeindruckender war die Erfahrung beim Ironman, so gut durch den Marathon gekommen zu sein. 

 

71km geschwommen 

Mehr als verdoppelt zum Vorjahr. Aber die geschlossenen Schwimmbäder in der ersten Jahreshälfte und die eingeschränkten Schwimmzeiten in der zweiten Jahreshälfte sorgten erneut für ein viel zu geringes Pensum. Dazu kommen noch die beiden Radunfälle, die mich ingesamt nicht nur vom laufen sondern auch zeitweilig im Oktober und November von mehr Schwimmtraining abhielten. Schlimm für die letzten Vorwettkampfwochen. Aber ingesamt einfach skandalös dieses ganze Schwimmjahr… Um so glücklicher bin ich mit meinen Schwimmzeiten vom BerlinMan und Ironman Arizona. 

Ohne nichts, kommt nichts. Aber so schlimm war es dann zum Glück auch nicht. 

 

138h Yoga plus 53h Stabilisation & Alternativsport

Etwas weniger als noch das Jahr zuvor aber im Vergleich zu Triathlon-Jahren gleichwertig. Denn mit den Wettkämpfen steigt der Druck im Trainingsplan. Entsprechend waren einfach mehr Rad- und Laufeinheiten geplant. Dennoch ergänzt der Fokus auf Yogastunden, isoliertes Athletik Training und Stabilisationsprogramme jede Woche das Pensum der triathlonspezifischen Sportarten. Womit ich mich auch sehr wohl fühle. Bzw. ist es ja eher so, dass genau das, insbesondere Yoga zu diesem Wohlgefühl beiträgt.

Bloggerin und Triathletin Nadin auf Tartanbahn im Ausfallschritt mit runamics Tracksuit, Garmin GPS Laufuhr und Laufschuhen

 

Anschwimmen

Nach 5 Monaten Schwimmverzicht aufgrund geschlossener Bäder habe ich mich am 10. Mai das erste Mal bei 16° Wassertemperatur in einen See getraut. Es lief überraschend gut, so dass ich direkt 2 Kilometer hinter mir ließ und ich innerhalb der nächsten Wochen eine ganz gute Basis dort draußen mit ein bis zwei Einheiten pro Woche legte. 

 

Außergewöhnlichstes Lauf-, Rad- & Schwimmerlebnis

Also “es geht ja nichts über mein Brandenburg“, aber auf amerikanischen Landstraßen zu trainieren, war schon wirklich sehr sehr ungewöhnlich. Vor allem weil es bei einer Großstadt war. Ein unglaublicher Regenlauf im Frühling bei plötzlich aus dem Nichts auftauchendem Gewitter wird mir ebenso noch lang in Erinnerung bleiben. Während die Freiwassereinheiten auch 2021 zu den schönsten Momenten in diesem Triathlon-Jahr gehörten. 

 

Schönster Lichtblick 

Die Härte zu erkennen, die das Training mit sich brachte und die ich oftmals einfach so annahm. 

 

Wetterdaten

Klingt erst einmal nicht so spannend, aber mit einem genaueren Blick auf Runalyze wird es das Gegenteil!

Die meiste Zeit war ich bei sonnigem oder leicht bedecktem Wetter draußen. Ich erinnere mich aber noch, als wäre es gestern gewesen, wie oft ich tropfend nass war beim Training. Tatsächlich war ich im Januar auch mehr bei Regen als bei Sonnenschein unterwegs. Ja, man kann sich das Wetter nicht aussuchen! Im Februar und Dezember hatte ich gleich mehrmals die kältesten Trainings mit bis zu -11°. Der gesamte Juni hingegen war mit einer Vielzahl von Einheiten mit weit über 30° der für mich heißeste Trainingsmonat. Wind – also Wind gab es das gesamte Jahr wieder. Auch wenn ich sagen muss, dass es schlimm war, war es nicht so katastrophal wie die drei Jahre davor in “meinem” Brandenburg.

Meine Erkenntnis des Jahres ist, dass die Härte, der wir uns innerlich wie äußerlich immer wieder im Triathlon Training aussetzen, auch etwas Gutes mit sich bringen kann. Und damit meine ich keine neuen Bestzeit (netter Nebeneffekt natürlich übrigens). 

Diese innere Dunkelheit kann auch etwas Positives haben und ich freue mich unglaublich auf diese Herausforderung in der nächsten Saison. Denn letztlich ist doch alles einfach zum Spaß für uns. Auch wenn wir es bitter(süß) ernst meinen!

Wie blickst du auf das vergangene Jahr zurück?

Challenge Roth Triathlon Staffel Bloggerin und Triathletin Nadin auf Radstrecke mit Trisuit und Helm macht Aloa Hang Loose Zeichen mit Hand

Alle hier gezeigten Fotos wurden von Oliver erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

Jahresrückblick: Mein Triathlon-Jahr 2021 in Zahlen
Oliver | Fotograf & Grafiker( Fotograf & Grafiker )

Als Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‘Din’ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

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