Der Weg, den wir gehen

Neue Ideen, Vorhaben, Wünsche oder gar Vorsätze für die nächsten Tage, Wochen, Monate formulieren. Sich bloß nicht von der Vergangenheit einholen lassen. Immer im Hier und Jetzt sein und den Moment leben! Aber ist die Vergangenheit nicht genauso ein Teil von uns und dem Weg, den wir gehen? Genauso Teil von dem, was vor uns liegt und auf uns wartet oder in der Gegenwart zu finden ist?

Nimm Dir doch einen Moment Zeit, etwas zurückzublicken. Warum das wertvoll ist? Was das mit einer verlassenen, endlosen Landstraße zu tun hat? Lies weiter.

Wurde dir auch schon einmal gesagt, dass du nicht in der Vergangenheit leben sollst. Dass du nicht zurückblicken sollst? Oder wir sollen nicht nur das Produkt sein, das aus der Vergangenheit geformt wurde?

Aber genau das sind wir. Äußere Umstände, die wir nicht beeinflussen konnten, trugen zu diesem Ganzen genauso bei, wie Entscheidungen, die wir getroffen haben und zu denen wir stehen müssen. Alles um uns herum unterliegt dem steten Wandel, genauso wie wir. Wir sind ein Teil davon – im Hier und Jetzt, aber auch in der Zukunft und der Vergangenheit. 

So wie wir auf einer endlosen Landstraße einfach im Moment stehen, zurückblicken oder nach vorn schauen können. 

Blonde Frau verschwommen auf Weg einsamer Landstraße in Arizona mit Horizont Berge und blauem Himmel

Wunsch und Realität fließen oftmals sehr weit auseinander. Vermutlich gibt es so etwas wie ein perfektes Hier und Jetzt, die beste Vergangenheit und die ideale Zukunft nicht. Nichts ist unter Kontrolle. Alles entzieht sich unserer Kontrolle. Aber die Schritte, die wir gehen (ob gewollt oder ungewollt), hinterlassen Fußabdrücke. Auch auf dieser einsamen Landstraße, die ich bei meinem Road Trip durch Arizona, Utah und Nevada fand. Vielleicht gab es dort diesen einen perfekten Moment oder Bruchstücke davon ganz häufig. Schritte die ich dort machte, erscheinen mir rückblickend so unglaublich wertvoll.

Und warum sollten wir nicht genau darauf zurückblicken können? So wie auf die schwer wiegenden Momente, die wir nicht so positiv in Erinnerung haben. Die uns aber zu dem Menschen werden oder uns das erfahren ließen, was unser Leben in vielerlei Hinsicht bereicherte. Das mögen wir auf diesen unbefahrenen Wegen – wenn wir sie möglicherweise sogar ganz allein gehen müssen – oft nicht glauben.  

Trotzdem schwingt immer Dankbarkeit mit. Zumindest bei mir. Ohne das eine gäbe es nicht das andere. Ist es nicht ein wenig so wie bei einem Baum? Der ohne Vergangenheit keine so starken Wurzeln ausgebildet hätte. Im Sturm der jeweiligen Gegenwart hat er mehr und mehr Wurzeln entwickelt, um auch das nächste Unwetter zu überstehen. 

Vielleicht haben die vergangenen zwei Jahre auch für dich Momente bereit gehalten, die du dir so nie hättest ausmalen können. Und das prägt! 

Wie bei diesem Baum, der Stürme überstand, neue Wurzeln für mehr Halt ausbildete oder Astwerk für mehr Grün entwickelte. 

Wir sind das, was wir in der Vergangenheit erlebt haben, was uns auch Kraft und Energie nahm aber auch schenkte. 

Der kleine Prinz wusste, dass man geradeaus nicht sehr weit kommen wird, werden wir vermutlich auch in Zukunft immer mal wieder Umwege gehen. Weil es sich in dem Moment besser, einfach richtig anfühlt. Ob es rückblickend lohnenswert war die endlos langen geraden Straßen zu verlassen, kann uns dann nur wieder ein Blick in unsere Vergangenheit verraten. Was dann übrig bleibt, ist das, was wir daraus machen. Wie wir in der Gegenwart damit umgehen. 

Es ist ein wenig so wie mit unseren Gedanken. Es ist nichts Falsches daran, sie zu haben. Und das ist es, was ich über die Jahre so an Yoga und Meditation zu schätzen gelernt habe. Es geht nicht darum, die Gedanken loszuwerden. Aber es geht darum, sich nicht davon übermann zu lassen! 

Du kennst sicher diese Momente des inneren Zwiegesprächs, die manchmal lauter und lauter werden. Ich gehe in solchen Momenten laufen. Einige sagen, dass ich davon laufe. Das mag sein. Für einige Zeit. Aber meist ist es vielmehr ein damit laufen gehen, um mehr und mehr in den Moment einzutauchen, den Kopf klar zu bekommen, Lösungen zu finden. 

Bis irgendwann nichts anderes mehr wichtig ist, als der Atem und die Bewegung; als ich mitten in der Natur gedankenlos oder gedankenverloren,… 

Die Zähne wollte sich auch der kleine Prinz nicht an der Vergangenheit ausbeißen. Schließlich ist sie wie Granit. Es gibt ganz sicher für uns alle Momente, die uns Kraft, Zeit, Energie gekostet haben und schwer wiegen. Dennoch kann man ihnen etwas abgewinnen. Da bin ich mir ganz sicher! Wir müssen dafür nicht immer alles Schönreden! Beileibe nicht. Einen verkorksten Wettkampf kann ich oft auch nur wenig bis gar nichts Gutes zusprechen, um mal bei den weniger schwerwiegenden Dingen im Leben zu bleiben. Der Weg dort hin war doch aber meist genau das, was sich gelohnt hat! 

Reisebloggerinblonde Frau während Road Trip USA auf einsamer Landstraße in Nevada

All die Fußabdrücke auf unser Weg, all die Widrigkeiten, auf die wir in der Vergangenheit gestoßen sind, haben uns geholfen uns weiterzuentwickeln. 

Widerstände lassen uns wachsen.

Sie ließen uns zu dem werden, was wir heute sind. Gerade die Wettkämpfe über die Triathlon Langdistanzen haben mir Sicherheit in so vielen Momenten gegeben. Braucht man dafür unbedingt eine Langdistanz? Mit Sicherheit nicht. Denn es ist unfassbar kraftraubend. Körperlich wie mental. Dennoch nehme ich liebend gern an, was es mit mir macht, zu welchen inneren Auseinandersetzungen es führt und wie ich daraus hervorgehe. Ganz für mich.

Wichtigste Erkenntnis war, dass ich harte Sachen machen kann. Unangenehmes mit all den Wenns überwinden kann. Auch wenn es bis heute eine unsagbare Herausforderung ist. Aber das ist mein, Weg ich gehen wollte, momentan gehe und hoffentlich auch weiter in der Zukunft gehen kann!

All das verändert den Blick auf das, was ist, vor uns und hinter uns liegt.

Lasse uns einen Moment zurück blicken, hin und wieder nach vorn schauen und uns dann ins Hier und Jetzt stürzen! Freude für die Gegenwart entwickeln, Fehler machen, Begeisterung spüren für unser Tun… und unser unperfektes, manchmal chaotisches und von außen beeinflusstes Leben genießen!

Wie möchtest du deinen Weg in diesem Jahr gehen? Was ist es, mit dem du dein wildes, chaotisches Leben genießen, verbringen, bereichern möchtest?

Hab ein wunderbares Jahr!

Alle hier gezeigten Fotos wurden von Oliver erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

Der Weg, den wir gehen
Oliver | Fotograf & Grafiker( Fotograf & Grafiker )

Als Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‘Din’ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

6 Gedanken zu „Der Weg, den wir gehen“

  1. So wunderbare Worte, danke Dir!
    So richtig verstehen tue ich die Menschen nicht, die die Vergangenheit so ausschließen wollen. Denn wie DU sagst, diese formten unseren Weg und lassen uns – im besten Fall – auch mit der Dankbarkeit für das Hier und Jetzt dastehen.

    Einen wunderbaren Start in 2022 und mit all der VOrfreude, was dieses Jahr für uns bereit hält.

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    • Hey Liebe Karla,

      ja, so wahr! Dankbar für das, was wir haben und wer wir sind. Bin gespannt, was das Jahr bringt und hoffe, dass auch du eine ganze feine Zeit hast.

      Ach und vielleicht bleiben wir auch genau deshalb immer die Kinder unserer Eltern, weil dieses Wachsen niemals aufhört…

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  2. Hi Nadin, the way we walk zum Jahresauftakt, finde ich richtig gut. Doch zu aller erst wünsche ich einen guten Start ins Neue Jahr. Meine Entscheidungen für die Zukunft basieren auf Erfahrungswerten und natürlich auch auf etwas “Bauch”. Insofern ist der Blick zurück schon sehr gut und hilft, sich zu orientieren. Es gibt jedoch auch Situationen, wo es hilft, nur voraus zu schauen. In meinem Fall hat mich vor einem Jahr Covid total aus der Bahn geworfen. Bis heute bin ich leistungsmäßig in vielerlei Hinsicht nicht da, wo ich mal war. Der Blick zurück kann da schon Verzweiflung schaffen. Da ist es besser, die Resilienz-Brille aufzusetzen und schauen, was künftig geht. Mit Anke von MyGoal fühle ich mich auf dem richtigen Weg, aus dem Jetzt das beste zu machen. Mal gucken, was bis zum VeloCity so geht und ob ich aus dem Walk mal wieder einen Run machen kann 😉 VG Christian

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    • Hallo hallo hallo Christian, ach wie schön!
      Ich danke dir so sehr. Hoffe, dein Jahr vergeht bis hier schon einmal gut und hält viel schönes für dich bereit.
      Das mit deiner Gesundheit tut mir sehr leid! Drücke dir die Daumen, dass es langsam wieder wird und gerade solch Situation brauchen viel Zuversicht. Schön, dass du mit MyGoal ein gutes Team zum Weitermachen gefunden hast. Wenn du ein paar Tipps für Atemübungen brauchst, schreib mir! Viele liebe Grüße.

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  3. Hallo Din,
    das hast Du wirklich schön geschrieben – unsere Vergangenheit ist ein Teil von uns und hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Selbst Fehler sind wertvoll, um daraus lernen zu können. Daher lohnt ein Blick in die Vergangenheit auf jeden Fall. Aber man sollte es auch nicht damit verwechseln, die Vergangenheit zu glorifizieren. Früher war vieles anders, aber ob es deshalb besser war?
    Für das Neue Jahr habe ich keine Vorsätze oder Pläne – ich lasse es einfach passieren und hoffe, dass es gut wird. Ein paar Kurztrips haben wir schon geplant – Vorfreude ist immer gut :-D. Der Rest wird sich zeigen.
    Das Beste an 2021 war, dass wir durch die Flutkatastrophe den Kontakt zu alten Freunden wieder aufgenommen haben. Ich hoffe, dass dieser Kontakt nicht wieder einschläft und wir in den nächsten Jahren auch wieder schöne Momente zusammen erleben.
    Die Fotos auf dieser Landstraße sind wirklich toll, und Du passt wirklich gut in die Landschaft :-D. Ich wünsche Dir ein tolles Jahr 2022!
    Liebe Grüße, Mary

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    • Liebe Mary, ach weißt du! So schön, von dir hier zu hören und danke danke für deine lieben Worten!
      Früher war definitiv vieles nicht besser und ich bin sehr sehr froh, da angekommen zu sein, wo ich jetzt bin.

      Das mit den Kurztrips hört sich toll an. Darf ich sagen, dass ich ach Fernweh habe, obwohl ich erst weg war? In jedem Fall eine ganz feine Zeit dabei! Und 2021 hatte ja dann für dich etwas sehr sehr schönes bereit gehalten. Das freut mich.

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