Ironman Cairns 2026 – Was wird mich in Queensland, Australien erwarten ?

Es gibt Wettkämpfe, die so besonders sind, dass man für sie ein Jahr lang morgens um fünf aufsteht, weil man schon die Salzluft riechen kann, bevor der Wecker klingelt. Der Ironman Cairns in Queensland, Australien ist genau so ein Wettkampf!

Australien war für mich immer dieses Irgendwann-Ziel. Der Kontinent, der sich anfühlt, als müsste man sich ihn erst verdienen. Als ich letztes Jahr die Live-Übertragung des Ironman Cairns sah, war es sofort klar: Das Irgendwann ist jetzt. Weißer Sand. Palmenwedel im Seewind. Das Great Barrier Reef vor der Tür. Und 226 Kilometer mitten durch eines der spektakulärsten Stücke Erde, die dieser Planet zu bieten hat.

Ironman Nummer „Elf“. Ein nüchternes Wort für etwas, das sich jedes Mal aufs Neue nicht nüchtern anfühlt. Hinter dieser Zahl stecken mehr als 11 Starts im Morgengrauen, mehr als 11 Mal Neoprenanzug anziehen in der Dunkelheit, mehr als 11 Momente, in denen mein Körper und mein Kopf zugleich laut „Nein. Ja. Doch. Warum nur.“ schreien und etwas Unbenennbares leise „Auf jeden Fall.“ antwortet.

Texas. Lanzarote. Nizza. Jedes dieser Rennen hat seine eigene Sprache. Die Hitze in Texas als zweites Rennen in den Beinen. Der Wind auf Lanzarote, kein poetisches Bild, sondern ein ernsthafter Gegner mit eigenem Willen. Und die Höhenmeter in Nizza, von denen meine Oberschenkel heute noch brennen.

Der Ironman Cairns wird anders sein. Cairns ist nicht einfach nur ein Wettkampfort. Cairns ist ein Ziel, das ich mir mehr als ein Jahr erträumt habe.

Ich packe meine Taschen und mache mich auf den Weg zu meinem elften Langdistanz-Start. Und zu meinem ersten australischen Abenteuer. Und dorthin nehme ich dich jetzt schon einmal mit. Auf die entfernte Insel – auf den Kontinent, der so viele Kontraste mit sich bringt und wo der Nordosten mit Queensland auf mich wartet. Und ich mich auf klares Wasser freue. Auf all die Palmen und die Tiere, die diese tropische Region ausmachen. Und natürlich auf das Training vor Ort in beständiger Wärme und der Ozeanluft.

Meine Neugierde brachte natürlich bereits einiges an Recherche mit sich. Vor allem, wenn es um die Langdistanz, die Strecke und natürlich den Ozean geht!

Blonde Frau mit T-Shirt mit Kängurus und Koalas drauf steht angelehnt an einer Palme an einem Strand mit Ozean und Regenwald im Hintergrund

 

HALLO QUEENSLAND – HALLO 11. IRONMAN IM PARADIES

Info: Die Fotos in diesem Beitrag entstanden auf Hawaii – einem früheren Reiseziel, das dem, was mich in Queensland erwartet, am nächsten kommt: tropisches Grün, Palmen, warmes Meerwasser, Schildkröten, die sich beim Schnorcheln nicht sonderlich beeindrucken lassen. Australien-Fotos folgen. Versprochen. 

Queensland: Was „Far North“ wirklich bedeutet

Wer Australien sagt, denkt zuerst an Sydney oder Melbourne. Queensland ist etwas anderes.

Der zweitgrößte Bundesstaat des Kontinents vereint auf einem Territorium, was anderswo kaum nebeneinander existiert: tropische Regenwälder, Korallenriffe, Bergketten und weißsandige Küste.

Far North Queensland, von den Australiern schlicht FNQ genannt, beherbergt drei UNESCO-Welterbestätten: das Great Barrier Reef, die Wet Tropics of Queensland und Riversleigh, eine der bedeutendsten fossilen Fundstätten für Säugetiere weltweit.

Kurz zum Einordnen: Queensland ist mehr als doppelt so groß wie Texas und siebenmal größer als das Vereinigte Königreich. Dort wächst Zuckerrohr und es gedeihen tropische Früchte wie Mangos, Bananen, Papayas, Lychees und Kaffee. Und Cairns liegt genau dort, wo zwei dieser Welterbestätten aufeinandertreffen. Das Great Barrier Reef im Osten, der Wet Tropics Regenwald im Westen. Dazwischen eine Stadt, die sich selbst als Gateway to the Tropical North bezeichnet, und damit nicht übertreibt.

Der tropische Norden hat zwei Jahreszeiten: den Monsun zwischen November und April und die Trockenzeit von Mai bis Oktober. Juni liegt mitten im zweiten Fenster – mitten im Winter, aber mit sommerlichen Temperaturen. Kein Regen, kein Taifun, Temperaturen zwischen 18° in der Nacht und 28 Grad am Tage. Die Wassertemperatur ist mit um die 23° fast genauso gemütlich.

 

DIE IRONMAN CAIRNS RENNSTRECKE: 226 KILOMETER MIT PAZIFIKBLICK

Der Ironman Cairns gilt nicht ohne Grund als einer der schönsten Kurse im internationalen Zirkus. „Race in Paradise“ ist nicht einfach nur Slogan. Es ist eine Streckenbeschreibung für drei Abschnitte, die dem Seewind zwar nicht entkommen, aber durch die beeindruckendsten Küstenabschnitte der Welt geprägt ist.

 

Schwimmen, 3,8 km | Rolling Swim Start am Palm Cove Beach

Der Kurs führt in zwei Runden gegen den Uhrzeigersinn an der Kleinstadt Palm Cove entlang. Sie erinnert mich sehr an den Ironman Lanzarote. Warmes, klares Wasser. Neoprenanzug wird vermutlich aber dennoch Pflichtprogramm. Hoffentlich?

Und irgendwo gar nicht weit entfernt von der Schwimmstrecke des Ironman Cairns: das größte Korallenriff der Erde. Die Vorstellung allein aufregend und beeindruckend zugleich.

Der Start aber sehr spät – quasi mitten am Tag mit gegen 8 Uhr. Bei 17 Uhr Sonnenuntergang ist dann der Verlauf des Marathons schon jetzt klar. Ein Lauf in Dunkelheit. Aber bis dahin muss ich erst einmal über die Radstrecke kommen.

 

Radfahren, 180 km | Captain Cook Highway, zwei Runden Richtung Port Douglas

Von Palm Cove geht es auf eine der spektakulärsten Küstenstraßen Australiens, den Captain Cook Highway. Pazifik auf der einen Seite, tropisches Grün auf der anderen.

Das Profil ist wellig mit insgesamt rund 1.300 Höhenmetern. Keine einzelnen harten Rampen, aber ein stetes Auf und Ab, das sich in der zweiten Runde sicher bemerkbar macht. Vor allem wenn der oft unbändige Seewind die Strecke umwirbelt.

Port Douglas liegt ganz in der Nähe, wenn wir nach 41km auf dem Captain Cook Highway wenden. Nicht nur das Panorama, auch die Zuschauer an der Strecke sollen beachtlich sein.

 

Laufen, 42,2 km | Vier Runden entlang der Cairns Esplanade

Der Marathon führt viermal an der Lagune von Cairns vorbei, durch das Herz der Stadt, mit dem Pazifik nie weit. Nach dem Schwimmen und dem Radfahren ist das die Strecke, die den späten Nachmittag bis in den früh dunkel werdenden Abend bestimmt. Denn in Cairns ist Winter und ich werde statt der Sommersonnenwende die nächste Wintersonnenwende erleben. Ungewöhnlich, vor allem wenn es extrem früh dunkel wird und ich eigentlich auf Sommer eingestellt bin.

Vier Runden bedeuten viermal dieselben Abschnitte. Und viermal dieselben Zuschauer, die einen bis zur Ziellinie tragen – hoffentlich. Genau das braucht man nach 220 Kilometern, oder? Menschen, die motivieren und einfach da sind, wenn der Abend lang wird.

Juni ist dabei einer der trockensten Monate des Jahres, mit durchschnittlich weniger als zwei Regentagen im gesamten Monat. Perfekte Bedingungen für die letzten Trainingseinheiten und den Wettkampftag. Auf diese Einheiten freue ich mich aber enorm. Alles mal in Ruhe – ohne zwischen Alltag, Beruf, Familie und Training Prioritäten setzen zu müssen.

 

WAS MICH NOCH SO IN CAIRNS UND QUEENSLAND ERWARTET

Schon vor Abflug träume ich von langen Stränden, dem Ozean, dem Regenwald und der Aussicht über das Great Barrier Reef hinweg.

Vierzig Prozent aller australischen Vogelarten leben in der Region, darunter Laubenvögel, Königsfischer und Fruchttauben. Deshalb erwarte ich, morgens vor dem Training nicht von einem Wecker sondern von Lorikeets geweckt zu werden.

Ich erwarte, morgens wunderschöne Lurche auf meiner Veranda vorzufinden und über Schildkröten zu stolpern, während ich Tag und Nacht wie die Locals barfuß unterwegs bin. Fitzroy Island, nur 30 Kilometer vor der Küste Cairns, ist für seine Green Turtles bekannt, die man direkt vom Ufer beim Schnorcheln beobachten kann. Und das kann ich kaum abwarten!

Ich erwarte, dass mir Kängurus den Weg versperren. Im Centenary Park in Kewarra Beach, einem der nördlichen Strände von Cairns, leben hunderte von Wallabies, die sich frei im Park bewegen. Wallabies am Strand. Das klingt nach einem Traum. Das ist dort aber einfach an jedem Wochentag so.

Und Baum-Kängurus. Der Daintree Rainforest beherbergt eine eigene Population von Baum-Kängurus, eine einzigartige Spezies, die sich ans Leben in den Baumkronen angepasst hat und nur in Tropical North Queensland vorkommt.

TIPP: Wer den Ironman Cairns plant und nach dem Rennen Zeit hat, sollte die Trockenzeit nutzen und einen Tag in den Daintree Rainforest fahren. Die Baum-Kängurus lassen sich besonders gut im Daintree und in den Wäldern der Atherton Tablelands beobachten, am zuverlässigsten auf geführten Abendtouren, weil die Tiere vor allem dämmerungsaktiv sind. Eine Stunde nach einem Ironman-Finish klingt das vielleicht genauso abstrakt wie in der Aufregung vor dem Rennen. Eine Woche danach ist es sicher genau das Richtige.

Der Daintree Rainforest wird auf über 180 Millionen Jahre geschätzt, womit er der älteste kontinuierlich bestehende tropische Regenwald der Erde ist, älter als der Amazonas, älter als die Dinosaurier. Durch diesen Wald werde ich sicher nicht nur einmal schlendern. Und mit dem Gefühl, dass man in manchen Momenten genau am richtigen Ort ist.

 

WARUM ICH MIT 11 LANGDISTANZEN IMMER NOCH ANFÄNGERIN BIN

Ich werde oft gefragt, ob es nach so vielen Rennen nicht irgendwann zur Routine wird.

Die kurze Antwort: Nein.

Die lange Antwort: Doch. Die Vorbereitung wird zur Routine, was sie aber niemals einfacher macht. Das Aufstehen, wenn man doch eigentlich nur liegenbleiben möchte. Die Ernährungsstrategie. Das Packen der Trainings- und Wettkampftaschen, die ich inzwischen mit geschlossenen Augen zusammenstellen könnte und trotzdem fünfmal überprüfe. Das ist alles vertraute Praxis.

Dann gibt es ja den Wettkampftag – die Tage davor und danach. Und den Ort. Das Wasser. Diese spezifische Stille am Morgen des Rennens, kurz bevor der Startschuss fällt und ein paar Tausend Menschen gleichzeitig ins Flüsse, Seen, Meere oder Ozeane springen. Die wird irgendwie niemals zur Routine. Die bleibt jedes Mal neu.

Genauso wie sich – manchmal schon wundersam – all die Streckenabschnitte zu einer riesigen Distanz auftun. Bei der ich mich jedes Mal frage, wie alles am Ende zusammenpasst. Wie ich das schon so oft absolvieren konnte, obwohl es kaum vorstellbar scheint an den langen Trainingstagen.

Cairns am 14. Juni wird mein elfter solcher Morgen sein. Mein elfter Moment, in dem ich denke: Was hat mich nur an diesen Punkt gebracht? Und gleich darauf: Warum habe ich das nicht viel früher gemacht?

Wer mehr über meine Vorbereitung und alle Details zur Saison lesen möchte, findet alles im Triathlon Saison 2026 Artikel.

 

LIVE-UPDATES WÄHREND DER IRONMAN CAIRNS RACE WEEK

Und wenn wir vor Ort in Cairns und Umgebung sind, haben Oliver und ich wieder geplant, während der Race Week einen Beitrag zu erstellen, den wir immer dann erweitern, wenn wir etwas Berichtenswertens und Erzählenswertes erlebt haben.

Schaut also regelmäßig vorbei, um nichts zu verpassen. Wir freuen uns darauf, euch an unserem Abenteuer Ironman Cairns teilhaben zu lassen. Und wenn ich mich etwas eingelebt habe, zeigen wir dir sicher auch einige Details von Cairns, dem Regenwald und was wir sonst noch so besonders in Queensland finde.

Die Race Week des Ironman Cairns 2026 hat begonnen. Reef Swim im Korallenmeer, Charity Fun Run am Freitag, Bike Check-In und Race Day: alle Updates aus Queensland.

[Photo Credits: Oliver Eule / eiswuerfelimschuh.de] | Alle hier gezeigten Fotos wurden wie immer von Oliver Eule aufgenommen. Die Rechte an diesen Fotos liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung der Fotos ist in Absprache mit uns gerne möglich. Bei Interesse schreibt uns bitte eine E-Mail, um Details der Nutzung auf Social Media, Webseiten oder Printmedien zu klären.

2 Kommentare zu „Ironman Cairns 2026 – Was wird mich in Queensland, Australien erwarten ?“

  1. Liebe Din,
    musstet ihr wegen des Iran Krieges eure Anreise umdisponieren?
    Ich wünsche euch eine ruhige und entspannte Anreise, drücke die Daumen, dass auch das Bike gut mitkommt und freue mich wie gesagt auf die Berichte.

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    • Hallo Frank, zum Glück hatten wir uns dafür entschieden den Weg über Singapore zu wählen und dadurch verlief alles so reibungslos, dass wir überall überpünktlich ankommen. Australien, in unserem Fall Queensland, zeigt sich von so einer zauberhaften Seite, dass wir jetzt schon nicht mehr weg wollen. Die Kleinstädte sind ein Traum und die Atmosphäre sowohl von den Menschen als auch der Region ist unglaublich schön. Ich hoffe so sehr, dass du mit den Knien gut trainieren kannst, um die Reise auf diesen Kontinent anzutreten. Es ist wirklich ein Erlebnis.

      Ganz lieben Dank. Wir sind schon auf den Ironman gespannt!

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