Ironman Florida 2019 ins Ziel gebracht

Werbung | Der Ironman Florida 2019 in Panama City Beach war die letzte Herausforderung meiner Triathlon Saison. Die wirklich anders als ideal verlaufende Vorbereitung zu dieser Langdistanz und der Sturz zwei Wochen zuvor ließen mich bis kurz vor dem Start daran zweifeln, ob ich tatsächlich das Rennen bestreiten wollte und sollte. Ich entschied mich für einen Start mit einem offenem Ende, bei dem ein Ausstieg eine wahre Option gewesen wäre. Im Nachhinein bin ich unendlich froh, dass ich es gewagt habe. Denn so hat mir der diesjährige Ironman nicht nur ein wunderbares Langdistanz-Erlebnis geschenkt, sondern mich auch auf eine gewisse Art mit dem Ironman Florida 2018 in Haines City versöhnt!

Man hat mit jedem Wettkampf ja immer irgendwelche Erwartungen. Würdest du dem nicht auch zustimmen? Selbst wenn man sich eine Million Mal sagt, dass man keine hat. Meine Erwartungen änderten sich nicht nur Monate, Wochen, Tage sondern auch Stunden und Minuten vor dem Ironman Florida 2019. Bis ich letztlich einfach nur Panama City Beach, die 21. Auflage dieser Veranstaltung und dessen Organisation genießen wollte, solange mein Körper es zulässt.

Ironman Florida Panama City Beach Finishline Medal

Manche Herausforderungen verändern sich spontan so sehr, dass man plötzlich Schritt für Schritt jede einzelne Disziplin auf sich zukommen lassen muss.

Meter um Meter habe ich an einem wirklich sehr langen Tag neue Zwischenziele festgelegt. Jedes einzelne noch so kleine Ziel habe ich innerlich mit dem fettesten Bleistift, den ich in Gedanken finden konnte auf einem riesigen Poster abgehakt.

Ich war so unglaublich stolz auf meinen Körper. Auf das, was er alles nach den letzten Monaten zuließ! Der Kampf mit mir und ihm, die Nachsicht, die ich üben musste, rückte morgens bei 9° und kaltem Wind schon fast in den Hintergrund. Denn nicht nur meine Einstellung zu diesem Wettkampf sondern auch das Wetter hatten sich im Vorfeld dramatisch geändert. Du siehst, es lief so gar nichts entsprechend den Erwartungen.

Das Schwimmen war locker und entspannt, trotz zuweilen üppigem Wellengang. Der Radabschnitt war so hart, wie ich ihn mir nicht vorstellen wollte. Auf dem flachen Land stürmte es zuweilen gewaltig, während ich mich mit echt warmen Sachen inklusive Handschuhen versuchte, warm zu halten. Der Laufabschnitt war in meinem Kopf die größte Hürde und lief tatsächlich letztlich am besten. So ganz ohne lange Läufe in der Vorbereitung. Mit angezogener Handbremse, damit mein Rippenbogen möglichst stabil blieb und meine Waden mich in Ruhe ließen. Ich lief ganz langsam, so konstant wie nie einfach durch und erfreute mich fast erwartungslos an all dem, was das Rennen uns Athleten präsentierte.

Nach zähen 12 Stunden war es dann endlich soweit. Ich muss gestehen, wenn Mike Reilly morgens am Schwimmstart nicht mit jedem von uns abgeklatscht und uns ins Rennen geschickt hätte (und ja, er hat unfassbare Motivationssprüche geklopft!), wäre ich vielleicht direkt nach dem Schwimmen ausgestiegen… So aber hörte ich seine Stimme bereits einen Kilometer vor dem Ziel durch die Dunkelheit tönen. Die letzten Meter waren unglaublich. Zuschauer dicht an dicht, die jeden Athleten schon hunderte Meter vorher beglückwünschten. Es war genauso, wie man es sich erträumte, wenn man an so ein Ziel denkt!

Kurz vor dem Zielbogen war es dann soweit:

Nadin, #886 from Germany,

YOU ARE AN IRONMAN!

Ironman Florida Panama City Beach Medal

Weitere Abenteuer rund um Triathlons und Reisen, findest du unter meinem Tag EiswuerfelImSchuh auf Tour.

Mein konstanter Begleiter neben dem Outfit von Salming war natürlich wieder mein Garmin Forerunner 945, für den dieser Ironman auch die erste richtige Feuerprobe war. Ich hätte mir tatsächlich unendlich viel mehr Zeit nehmen können. Auch das hätte er durchgehalten.

Alle hier gezeigten Fotos wurden von Oliver erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

Oliver | Fotograf & Grafiker( Fotograf & Grafiker )

Als Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‘Din’ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

6 Gedanken zu “Ironman Florida 2019 ins Ziel gebracht”

    • Liebe Ariana, ich danke dir von Herzen. Das ist wirklich ein mehr als versöhnliches Ende mit dieser Saison. Der Wettkampf war wirklich toll und ich freue mich nach wie vor, dass ich das alles so umsetzen konnte.

  1. Liebe Din! Herzlichen Glückwunsch zum Finish! Das Shirt und die Medaille sind der Hammer und sicherlich wohlverdient. Ich bin sehr froh, dass Du einen schönen Wettkampf hattest!
    Viele Grüße & gute Erholung!
    Claudi

    • Hallo liebe Claudi,
      ganz lieben Dank! Ich freue mich auch wahnsinnig über all die Finisher Goodies und natürlich die Medaille. Ich bin auch sehr froh, dass es so gut war und lange nicht so schlimm wie erwartet.

      Jetzt folgt eine lange Pause. Mein Körper braucht das einfach.

  2. Liebe Din!
    Es ist wundervoll, dass Du ein versöhnliches, erfolgreiches Ende der Saison finden konntest, bei dem “against all odds” nochmal ein euphorisches Finish möglich war! Das hat mich sehr angerührt und gefreut – und mich ein bisschen daran erinnert, wie ich in blanker Euphorie trotz schmerzend-geschwollener großer Zehen meinen Marathon im September zu Ende lief – oder bei meinem Saisonabschluss trotz 4,5 Kilometer lang Bauchschmerzen mein neues Zehnkilometer-Personal-Best lief.

    Gerade ein Wetterwechsel kurz vorher kann einen richtig draus bringen!
    Viele liebe Grüße
    Talianna

    • Vielen lieben Dank. Es war faszinierend mitzuerleben, wie die letzten Tage vor dem Wettkampf genauso fordernd waren (vom Kopf her) wie körperlich während der trainingsintensiven Zeit! Und natürlich der Wettkampf selbst war aufregend und deshalb um so schöner so ins Ziel zu bringen.

      Das ist ja auch eine erlebnisreiche Saison für dich gewesen. Unglaublich, was unser Körper und Kopf manchmal im Stande sind zu leisten. Vor allem wenn man denkt, dass irgendwie nichts richtig läuft. Um so schöner, dass du solch beeindruckende Finishes hattest!

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