Hawaii – Big Island: Laufgeschichten – In der Bucht von Kona

Werbung | In den Morgen hinein zu laufen ist schon zu Haus ein wunderbares Ritual zur frühen Stunde eines neuen Tages. In Kona beginnt dieser gefühlt noch viel eher. Mit Sonnenaufgang startete nicht nur ich sportlich all morgendlich. Nahezu alle Triathleten, die für die Ironman World Championship angereist waren, schienen im Morgengrauen bereits auf den Beinen zu sein. Egal ob Altersklassenathleten oder Profis. Es gab immer eine Trainingseinheit zu absolvieren – egal ob in Laufschuhen, auf dem Rad oder in Schwimmsachen in der Bucht von Kona oder im Aquatic Center, dem einzigen Schwimmbad der Insel.

Ich lag noch im Bett, als mich die Tage der Freilauf des Hinterrades eines Triathleten aus einer Nachbarwohnung um kurz vor sechs aus dem Schlaf holte. Ich wusste nicht, ob ich in dem Moment unfassbar begeistert sein sollte oder das alles nicht wahr sein durfte. Zähneknirschend zog ich mir die Decke über den Kopf und drückte meinen Kopf ins Kissen.

Diese Triathleten. Alle Verrückt!

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Big Island Hawaii Kona Reiseblog Laufen

Mir fehlt ein wenig Schlaf, dachte ich zuerst. Aber natürlich konnte ich kein Auge mehr zu machen. Auch wenn Nüchterntraining nicht zu meinen liebsten Einheiten gehört, steckte ich blitzschnell selbst in meinen Laufschuhen und dünnen Laufsachen. Denn sobald die Sonne in Kona aufsteigt und über den Vulkanen der Insel, wie den Mauna Kea, die Bucht hell erleuchtet, wird es heiß. Sogar unfassbar heiß.

Ich lief schnell vom Zimmer hinab zum Wasser. Der Pazifik rauschte. Eigentlich macht er es immer. Tag und Nacht. Ich liebe es. Es ist wunderbar. Wenn einen nicht gerade der Freilauf eines Athleten wachhält, dann schafft es der Ozean. Manchmal säuselt er einen in den Schlaf. Ab und zu holt er einen aus Träumen zurück in den Tag. Manchmal schwingt er als Hintergrundgeräusch im Alltag mit…

Für mich ging es an einem dieser Morgen mitten in Kona weiter durch eine Seitenstraße, die parallel zum Alii Drive verläuft. Da ist um die Zeit schon ordentlich was los. Ich traf am Wasser zunächst nur auf einen bärtigen Franzosen, der eher wie ein Surfer aussah, als wie ein Triathlet aus Frankreich. Wie sich später herausstellte.

Irgendwann kreuzte ich den Alii Drive, der zu meiner Überraschung ziemlich wellig war. Das störte mich zunächst weniger, bis es irgendwann dann doch unweigerlich in die Beine ging. Insbesondere wenn man gern wie ich herumtrödelt und die gleißende Sonne immer höher steigt, bis es kaum mehr auszuhalten ist im Training.

Aber an diesem einen Morgen, führte mich mein Weg immer weiter hinab zum Ozean, um an den Kailua Pier zu gelangen, wo sich alljährlich der Schwimmstart des Ironman befindet. Dort wo sich am Morgen so unglaublich viele Athleten treffen, um auf der Wettkampfstrecke zu trainieren. Der Ort, an dem auch ich wenige Tage später trainieren sollte. Es ist die Bucht, in der ich das erste Mal in meinem Triathletenleben 4km schwimmen würde.

Triathlet Jan Frodeno Hawaii Big Island Schwimmtraining

Ich sehe die Tage immer wieder mal Profis auf der Lauf-, Rad- und natürlich der Schwimmstrecke, aber auch außerhalb von Kona. So wie an jenem Morgen Jan Frodeno. Das ist das Wunderbare an unserem Sport. Es macht keinen Unterschied. Alle trainieren gemeinsam und sind später zusammen im Wettkampf unterwegs.

Kurz bevor ich weiterlaufen wollte, entdeckte ich auch Tim aus Kiel. Manchmal ist die Welt doch irgendwie klein. Tim hat sich vor einem Jahr auf Mallorca für Kona qualifiziert und lebt nun seinen Traum. Was für ein Glückspilz. Oder nein! Er hat sich die Ehre hart erkämpft und gehört zu den wenigen, die alljährlich vor Ort sein können.

Für die Athleten, die ein Schwimmtraining absolvieren möchten, ist an der Einstiegstreppe am Pier wirklich gut gesorgt. Verlässt man das salzige Wasser, warten vom Ironman Veranstalter Getränke. Seine Sachen kann man auf einem Regal in der Nähe deponieren. Die alten Hasen der Szene laufen bei der Hitze an dem strahlenden Morgen nur bekleidet mit Badehose, Laufschuhen und der Schwimmbrille, die wie eine Kette um den Hals hängt, zum Schwimmtraining. Dann einfach Schuhe aus und ans Regal gelehnt. Anschließend geht des direkt ab ins Wasser. Duschen und Toiletten sind ebenfalls direkt auf dem Pier zu finden. Ideale Trainingsbedingungen für alle.

Während die Athleten ihrem Sport nachgehen, sitzen die Angehörigen am Pier. Schauen auf den Ozean, machen Fotos, lesen im Kindle, warten… Andere, wie ich, laufen oder fahren mit ihren Zeitfahrmaschinen vorbei.

Big Island Hawaii Kona Reiseblog Triathlon Lauftraining

Wer nicht schwimmt, verbringt seine Zeit mit Laufen oder sitzt auf dem Rad. Einige beginnen den Morgen gelassen und fotografieren ihre Rennmaschinen erst einmal ganz kitschig an Palmen gelehnt vor dem Ozean.

Ja, da kann man ins Schwärmen kommen!

Wie schön wäre es, meinen schwarzen Flitzer so hinzustellen?!? Aber nur hinstellen. Eigentlich ist es zum Sport treiben viel zu heiß. Dennoch bedauerte ich ein klein wenig, meinen Flitzer nicht mit zu haben. Bevor ich aber zu sehr ins Jammern geriet, schaute ich mich noch ein wenig um. Genoss es einfach, dort zu sein.

Mein Rückweg führte mich irgendwann kreuz und quer durch Kona und letztlich zurück ans Wasser.

Die Cafés werden nicht müde immer und immer wieder zu erwähnen, dass sie bereits um sechs Uhr öffnen. Am Race Day noch sehr viel eher. Ich war extrem gespannt! Sicher war aber, dass es immer irgendwo die Möglichkeit gab, Kaffee zu bekommen. Ich bevorzugte aber direkt nach dem Laufen, so schweißgebadet, frische Smoothies und Eistee.

Ich habe noch nie so viele eisige Getränke regelrecht verschlungen, wie auf dieser Insel!

Nun glüht vor sieben noch nicht der Asphalt wie mittags oder nachmittags, wenn doch überraschend viele Triathleten ihrem Hobby nachgehen. Aber es ist gemütlich warm. An die 30° kann es schon vor 9 Uhr in Kona werden. So warm, dass man gut und gern ordentlich tropft und ins Hecheln gerät. Wie sehr, sollte ich in wenigen Tagen bei meinem dortigen Laufwettkampf, dem Path Run, auf der Ironman World Championship Strecke erleben. Für diesen Tag hatte ich jedoch für den Morgen ausreichend geschwitzt, viel gesehen und vor allem schöne Begegnungen gehabt.

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An so heißen Tagen läuft es sich mit den Currex Laufeinlagen in meinen Asics Noosa Tri sehr angenehm. Eiswuerfel im Schuh sind da nicht nötig. Sehr luftig waren auch meine Asics Run Shorts und das Currex Tank. Mein EiswuerfelImSchuh Lieblingsvisor musste mich auch in der Früh vor der Sonne schützen! Meine Trainings zeichnete ich mit dem FR920xt auf und in meinem Spibelt verwahre ich immer all meine Kleinigkeiten.

Alle hier gezeigten Fotos wurden von Oliver erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.
Hawaii - Big Island: Laufgeschichten - In der Bucht von Kona
Oliver | Fotograf & Grafiker( Fotograf & Grafiker )

Als Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‘Din’ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

7 Gedanken zu „Hawaii – Big Island: Laufgeschichten – In der Bucht von Kona“

    • Hallo Marcus,

      ja, es ist in Tat sehr spannend, wie viele Träume hier in Erfüllung gehen. Freut mich, dass du den Beitrag und die Bilder genossen hast.

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  1. Der Wahnsinn. Ich muss sagen, ich genieße die Momente aus Hawaii, die Du hier in so Hammerbildern mit uns teilst, so richtig! – Aber 30°C… Das würde bedeuten, dass ich Hawaii im Winter, dem hawaiianischen, besuchen müsste. Dreißig Grad sind nicht diskutabel :’D

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    • Es folgen auf jeden Fall noch ein paar mehr Beiträge. Ich könnte sicher noch einhundert schreiben und auch noch mehr mit Bildern füllen,… Als ich im Februar dort war, war es etwas gemäßigter, aber auch nicht deutlich kühler. Ich glaube, das mildeste Klima hättest du im bergigen Norden oder im etwas nasserem Osten. Dennoch wunderschön dort.

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