Radgeschichten: Leiser Abschied

Es ist Herbst. Das lässt sich vermutlich kaum mehr leugnen. Am deutlichsten spüre ich es beim Radtraining, das nun mehr und mehr für mich drinnen stattfindet. Es war ein plötzlicher und ziemlich leiser Abschied vom Sommer. Der geliebte, goldene Herbst war für mich so kurz wie ein Wimpernschlag, bevor ein tristes Grau die Oberhand gewann. 

Langsam aber sicher muss ich mich nicht nur daran gewöhnen, dass es dieses Jahr keinen Triathlon mehr geben wird. Ja, die Zeiten können hin und wieder wirklich hart zu einem sein! Nein, für mich wird es auch langsam Zeit, dass ich den Traum von einem milden Herbst aufgeben muss. Natürlich gibt es ausreichend Gründe und hier auch meine Top 10, warum man den Herbst unbedingt sportlich genießen sollte. Aber wo war, dieser goldene Oktober?! So wie vergangenes Jahr, als ich auf Heuballen im Herbstwind herumsitzen konnte! Als ich wochenlang noch mit meinem Fuji draußen über das Land fuhr und die Herbstsonne genoss. Als ich zuschauen konnte, wie die Maisfelder abgeerntet wurden und langsam die Gänse mehr und mehr ins Land einzogen.

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Neulich hörte ich etwas davon, dass es in der Berlin-Brandenburger Region zu frisch wäre für diese Jahreszeit. Allerdings! Das kommt mir auch so vor. Aber nicht nur mir. Neulich sagte ein Läufer zu mir, wie schön er es doch jetzt finden würde, wenn die Sonne durch die bunten Baumwipfel leuchten würde. Hach, da kann man ganz sentimental werden!

Meine letzte Ausfahrt mit meinem schwarzen Flitzer liegt schon einige Tage zurück. Es war der letzte milde Moment, den ich voll auskosten konnte. Ein herrlicher Tag, an dem ich einfach durch die Landschaft fuhr und die Zeit genoss. Eine längere Ausfahrt entlang von ruhigen Seen mit einem kurzen Stopp an einem Strand. Einfach nur, um etwas in der Sonne zu verweilen und hinaus aufs Wasser zu schauen. Oder einfach am Wegesrand sitzen, sich eine Pause gönnen und die Luft der Felder genießen!

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Die Luft war so klar und der laue Herbstwind der Tage zuvor war fast komplett verschwunden. Die Landstraßen waren wie auch so oft im Sommer leergefegt. Nur die ersten Eicheln und Kastanien am Straßenrand verrieten, dass wir schon keinen Sommer mehr hatten. Ach und die Kürbisse und das Obst, das Familien auf dem Land verkaufen, stand auch schon vor den Einfahrten. Die Blätter und das Gras sahen fast überall noch saftig grün aus. Es war fast wie ein Moment von meinen endlos langen Touren zur Vorbereitung auf den Ironman. Sie waren hart, aber es war eine herrliche Zeit meist so ganz allein da draußen. Ich hätte ja vorher nie gedacht, dass ich gerade diese langen Kanten so unglaublich schätzen würde.

Die Ausfahrt vor kurzem war ein herrliches Radtraining und wann immer es noch etwas länger rausgeht, steckt Agave #9 in meiner kleinen Picknicktasche. Das kleine slowakische Unternehmen hatte mich irgendwann im Sommer angeschrieben. Die Gele mit Bio-Agavensirup sowie leckerem Maca sind meine Favoriten aus dem Sortiment und haben mich gut durch den BerlinMan gebracht. Der niedrige glykämische Index sorgt auch gefühlt für etwas länger anhaltende Energie, ohne dass mich der Zucker hibbelig macht. Ich hoffe wirklich sehr, dass ich noch wenigstens ein paar längere Ausfahrten bei sonnigen Bedingungen haben werde und bei denen mich sicher auch ein Bamaca und Schokogele begleiten werden. Ich stehe quasi täglich mit meinem Fuji in den Startlöchern.

Ich möchte noch einmal einen milden Herbstwind um die Nase genießen, die bunten Blätter strahlen sehen, den Duft von Moos, Laub und Holz in den Wänden schnuppern ohne zähneklappernd vom Flitzer zu fallen. Klar, macht das alles bei richtiger Kleidung nichts. Aber diese feuchte Kälte momentan ist nichts für mich, auch wenn sie natürlich nicht mit dem Winter zu vergleichen ist. Da laufe ich dann doch lieber durch das Grau, den Nebel und Regen, als mit dem Rad frierend über die glitschigen Landstraßen zu rutschen.

Eigentlich gibt es ja auch gar keinen Grund sich zu beschweren. Wer bei diesem Wetter nicht mehr draußen Radfahren mag, kann sein Programm einfach nach drinnen verlegen, wenn er eine Rolle hat. Mit der richtigen Unterhaltung kann auch das Indoor-Training ein absolutes Spaßprogramm werden! Wir Triathleten haben es eigentlich auch ziemlich gut getroffen. Denn wir können noch all die Schwimmhallen dieser Welt unsicher machen oder laufend durch die Gegend jagen. Wer zudem Alternativ- und Ausgleichsport in sein Programm aufnimmt, hat noch mehr Abwechslung. Ihr wisst ja, wie sehr ich Yoga zu schätzen weiß. Im Prinzip müssten wir froh sein, dass der Sommer vorbei ist und wir nun wieder getrost auf andere Beschäftigungen umschwänken können.

Aber dennoch wünsche ich uns allen noch diese goldenen Herbstmomente. Wenigsten ein paar davon. Wenn sie mit blitzender Sonne um die Ecke luken, geht es für mich noch einmal mit dem Fuji raus!

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P.S. Wie so oft dieses Jahr war mein Rapha Liberty Shirt und X-Bionic Shorts zusammen mit meiner Nike Weste ein treuer Begleiter auf dieser letzten milden Tour. Zur BigWave greife ich eigentlich nur noch. Das Blau ist schlichtweg zum Liebhaben. Der Garmin Forerunner 630 passte nicht nur optisch zur Klamotte sondern auch praktisch, wenn man Touch-Displays liebt wie ich.

 

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Viele weitere lesenswerte Geschichten rund um meine Radsporterlebnisse könnt ihr unter den Schönsten Geschichten finden. Viel Freude beim Durchklicken.

Alle hier gezeigten Bilder wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Bildern liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung dieser Bilder ist nur in Absprache mit uns möglich.

..‚Din‘ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

6 Gedanken zu “Radgeschichten: Leiser Abschied

  1. Hi Din,
    Toller Bericht, schöne Bilder , einfach nur pures Erlebnis, zum Träumen und planen für die Saison 2017.
    Weiter so, es ist immer wieder schön was von dir zu lesen 🙂

    L.g
    Marcus

    • Hallo Marcus,

      oh ja, das stimmt und was freue ich mich jetzt schon auf die erste milde Ausfahrt durch die Frühlingsluft. Jetzt gilt es aber erst einmal die kalte Zeit zu überbrücken und meist drinnen auf dem Rad zu sitzen. Aber das kann ja auch etwas Schönes haben…

      Ich danke dir und bis bald!

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