Yogageschichten: Yin Yoga mit Janin Devi und André Maris im Element Yoga Studio

Heimwärts segeln und ganz bei sich im Hier und Jetzt ankommen – das war die Stunde Yin Yoga mit Janin Devi und André Maris im Element Yoga Studio durch die Alex Kröker führte. Mal liebevoll summend, mal aus der Ferne subtil hallend. Janin und André nahmen uns zusammen mit Alex mit auf eine kleine Reise zu uns selbst – zu einer Auszeit von all dem Wollen, Müssen, Sollen,… 

Im Sommer wurde das Berliner Element Yoga Studio umgebaut und ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir sondern anderen Schülern und Lehrern ebenso geht. Es ist noch mehr wie ein Zuhause geworden. Hin und wieder unterrichte ich nun auch dort mit einer wirklich großen Freude. Aber einfach nur in dem Studio zu sein, um eine Klasse in der warmen Atmosphäre zu genießen, ist wunderbar. Wenn Alex Kröker aber zu so einem Highlight wie Janin Devi und André Maris einlädt, bin ich ganz sicher eine der Ersten, die ihre Matte ausrollt.

Yin Yoga gehört schon seit längerer Zeit zu meiner regelmäßigen Praxis. Insbesondere dann, wenn das Triathlon Training intensiv war oder es sich an eine Yang Stunde als Abschluss anschließt. Anders als bei dynamischen Yogastilen, geht es beim passiven Yin Yoga eher darum, in den einzelnen Übungen länger zu verweilen, hineinzuschmelzen, die Atmung frei dahinfließen zu lassen und bei sich anzukommen. Yin Yoga ist trotz der Leichtigkeit und Freiheit, die für mich so im Anschluss entsteht, eine intensive Praxis. Für mich als quirliges und so aktives Sommermädchen ist es immer wieder eine Herausforderung, die Ruhe anzunehmen. Aber es ist zugleich ein Rückzugsort, um auch mal wirklich mit mir zu sein – einfach zu sein.

Wenn solche Yogasstunden musikalisch live begleitet werden, sind sie noch viel berührender. Melodien tragen mich jedes Mal durch so eine Klasse. Binnen weniger Minuten entsteht Bewusstsein und Entspannung, wenngleich für mich erst einmal Spannung geschaffen wird. So ging es mir bereits an einem dieser verregneten Sommernachmittage in diesem Jahr, als Kevin James Caroll für eine Yin Klasse im Element Yoga Studio zu Gast war. Fließende Bewegungen mit sanften Übergängen, die in lang gehaltenen Yin-Positionen immer wieder eine Pause finden, zeichnen diese Klassen aus. Pausen, in denen man ganz bewusst bei sich ankommen konnte. Zugleich aber auch den zarten Klängen von Janin und André mit ihren weichen Stimmen intensiv lauschte. Das gemeinsame Musizieren von Janin und André klingt wie ein Widerspiel zwischen ihrer zarten Stimme und Gestalt und seinen hauchenden Worten, die durch den gesamten Raum hallten.

Als beide vergangenes Jahr in diesem Studio schon einmal zu Gast waren, schrieb ich über diesen Nachmittag: Eine Vinyasa Yogastunde so schön wie ein neuer Morgen am Ozean! Ich freute mich sehr auf die zweite Begegnung und darauf, dass wir ihre Musik nun ganz in sprichwörtlicher Ruhe auf uns wirken lassen konnten. Die intensive Vinyasa Praxis damals war eine bewegende Erfahrung. Ich konnte mir aber wirklich sehr gut vorstellen, wie uns das Duo dieses Mal mit noch sanfteren Klängen verzaubert. Wie sie das wieder aufnehmen, was sie in dem Raum mit uns erleben. Wie wir uns davon tragen lassen. Wie sie uns heimwärts segeln lassen – wie es in einem ihrer Lieder bezeichnend heißt.

Die Dunkelheit brach schnell über Berlin herein an diesem späten Nachmittag. In der Ferne leuchtete der Fernsehturm, den ich durch das Fenster immer wieder in der kühlen, klaren Luft blinken sah. Das warme Licht des Element Yoga Studios spiegelte die Atmosphäre der Stunde wider.

Yogalehrer und Inhaber des Element Yoga Studios Alex Kröker führte durch diese musikalisch begleitete Stunde Yin Yoga mit Janin Devi und André Maris. Wir weckten anfangs unseren Körper mit ganz kleinen Bewegungen auf. Mit dieser Mobilisierung sollten wir einen für uns stimmigen Rhythmus finden. Ein Rhythmus, der Gedanken gehen lässt. Einen Rhythmus, der uns in den Moment, zur Musik, in den Raum, in diese eine Stunde bringt. Der Rhythmus unseres Körpers. Der Rhythmus unseres Atems. Der Rhythmus, den wir allein für uns im Hier und Jetzt brauchen und genießen können. Der Rhythmus, der uns hilft abzuschalten und uns ins Leben hineinzugeben.

Gedanken und Gefühle kommen und gehen, während wir uns mit den einzelnen Yin Yogaübungen vertraut machten, uns darin sinken ließen und einfach nur für uns selbst sorgen sollten. Unser Brustkorb schmolz in der Sphinx Richtung Matte, während Alex uns den Begriff Selbstfürsorge nahebrachte. Ein Begriff, der uns oft im Leben ganz fern liegt. Wir kümmern uns um andere, um Dinge, um Sachen, um alles, nur leider viel zu selten um uns. Alex zeigte uns wie wir zusammen mit Janin’s und André’s Klängen uns selbst zuwenden – bei uns ankommen, ganz bei uns sind.

Auch wenn es für eine Yin Yogastunde eine anspruchsvolle Übung ist, so war der Ausfallschritt mit abgesenktem Knie hinten und aufgestützten Armen auf dem vorderen Oberschenkel genau richtig. Richtig, um gemeinsam zu singen. Richtig, um das Mantra Om Namah Shivaya gemeinsam zu tönen. Das war nicht das einzige Mal in dieser Klasse, dass Gänsehaut meinen gesamten Körper überzog. Das sind genau die Momente der Gemeinschaft, wenn ein Raum voller Energie aufblüht. Selbst in so indirekter Weise wie bei dieser passiven Art Yoga zu praktizieren, von denen so eine Stunde Yin Yoga mit Janin Devi und André Maris zusammen mit Alex Kröker lebt.

In der Taube versank ich kurzzeitig in meinen eigenen Träumerein. Aber wer konnte es einem verübeln? Ich war sicher nicht die einzige, die zwischen Klaviermelodien und Gitarrenakkorden nicht nur ganz bei sich war. In der Haltung des Kindes ließ ich wie sonst nur ganz selten tatsächlich alles einfach mal vollständig los. Ich folgte Janin und André zu mir selbst… Nach jeder Übungen spürte ich anschließend in Bauch- oder Rückenlage unterschiedlichste Töne durch meinen Körper schwingen. Meine Muskeln fühlten sich gelöst und unglaublich leicht an. Zugleich waren sie aber auch so unendlich schwer. Meine Gedanken schwebten wie die Wolken über dem Dachfenster, unter dem ich lag, einfach vorbei.

Fast flüsternd sangen Janin und André mit ihren zarten Stimmen, die uns durch die zuweilen gefühlt sehr lang gehaltenen Yin Yogaübungen trugen. Alex ermunterte uns derweil nicht nur der Musik zu folgen, sondern unsere Körperhaltungen einen Ausdruck unseres Inneren werden zu lassen. Was brauchen wir, um verbunden mit uns selbst zu bleiben? Wie können wir dem nachgeben und nachgehen, was sich unser Körper in diesem Moment wünscht? Er lud uns immer wieder ein, bewusst in uns hinein zu spüren, vertrauen zu uns selbst zu finden und irgendwie ja auch somit Vertrauen ins Leben zu haben. Sich einfach in das Hier und Jetzt hineinzugeben. Verbundenheit spüren – Verbundenheit mit sich selbst, zu den anderen, zur Musik, zum Moment,… Es war unsere Stunde. Wir wurden durch Alex angehalten, nach dieser Verbundenheit zu suchen und sie vielleicht letztlich auch zu spüren.

Aus der Ferne klang Jaya Sita Ram,… als in der Schildkröte Gänsehaut von meinem Steißbein Wirbel für Wirbel über meine Körperrückseite, meinem Nacken den Hals hinauf bis über den Kopf hinweg krabbelte. Auf eine ganz seltsam vertraute Weise erinnerte mich das an meine Uroma, die mir als kleines Mädchen abends über die Haare streichelte, bis ich eingeschlafen war.

Im Savasana lagen meine Handrücken schwer am Boden und meine Handflächen zeigten unter dem Dachfenster Richtung Himmel. Ich spüre die Freude über die Weite und Offenheit meines Herzens gleichermaßen wie das Erschrocken-Sein über die Verletzlichkeit in mir. In der Ferne schein ein Ozean zu rauschen, während Janin von Segelsetzen und heimwärts gleiten sang. Ich liege da. Wie in einem Tagtraum. Nehme wahr. Es geht nicht um das ferne Reisen und nach Hause kommen. Als vielmehr darum, bei sich anzukommen, in sich das zu Hause zu spüren. Die Verbundenheit zu sich selbst in sich zu spüren, egal was im Außen passieren mag.

Ich setze die Segel. Heimwärts…

 

Yogini beim Yin Yoga mit Toesox

 

Hast du bereits Erfahrung mit Yin Yoga? Oder hast du schon einmal so eine herzerwärmende Yogastunde mit musikalischer Begleitung erlebt?

Wenn auch du Yin Yoga mit Janin Devi und André Maris erleben möchtest, dann schaue einfach auf der Seite des Künstlerpaares nach. Ihre neue Yin Yoga Mantra CD „Reise in die Unendlichkeit“, auf die ich mich schon sehr freue, kommt in den kommenden Tagen heraus. Ich bin mir aber auch sicher, dass Janin und André in Zukunft noch häufiger Gast im Element Yoga Studio in Berlin sein werden. Stunden mit ihnen und Alex Kröker sind eine absolute Empfehlung von mir zum Träumen.

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Das hier gezeigte Foto wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an dieser Aufnahme liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

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