Laufgeschichten: Der Genuss des Nichts beim Laufen

Im Nichts das Besondere, das Schöne zu sehen. Dem Nichts immer entgegen zu laufen. Das ist es, was das Laufen für mich immer wieder bereit hält. Ob es langweilig ist? Diese Frage stellt sich für mich erst gar nicht. Es ist der Genuss des Nichts. Dieses scheinbare Nichts im Nirgendwo, erfüllt mich mit allem, was mein Herz beim Laufen mit unglaublicher Freude hüpfen lässt. 

Die Einsamkeit zieht mich häufig dort raus. Dort raus in das für manche so scheinbar leere und verlassene Land. Dort, wo sich hierzulande Fuchs und Igel gute Nacht sagen. Dort, wo ich auch an wirklich strahlenden Tagen niemanden treffe. Dort, wo nicht einmal in der Ferne jemand zu sehen ist. Mutterseelenallein könnte jemand einwenden. Vielleicht sogar die Frage stellen, wieso ich immer und immer wieder die Flucht nach dort draußen antrete. Warum schnürt sich jemand die Laufschuhe, verlässt bewohntes Gebiet und läuft im Niemandsland Kilometer für Kilometer? Bei Wind? Bei Wetter? So allein.

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All diese Fragen stellen sich mir nicht. Niemals. Nicht einmal, wenn ich fern der Heimat bei meinen Reisen neue Gegenden entdecke. Ich erkunde unglaublich gern laufend Städte. Schlage mir den frühen Morgen um die Ohren, um etwas zu sehen. Um Momente für mich zu haben, bevor der Alltag ruft. Tag für Tag.

Viel lieber suche ich aber nach dem Neuen in der Ruhe.

Ergibt sich für mich die Möglichkeit, verlasse ich Städte, Ortschaften, all das Lebendige, das an Menschen erinnert. Ich suche nach der Stille. Besser ausgedrückt, nach der menschenleeren Stille. Denn all das, was im Nichts dort draußen ist, ist gar nicht so still. Es ist nur menschenstill. Zu Haus ist es das Rauschen der Baumwipfel, durch die sich der Landwind mal mehr, mal weniger sanft hindurch bewegt. Es sind die Vögel, die hier und da immer wieder zwitschern. Aber lange nicht so aufreibend wie in der sich selbst überschallenden Stadt. Draußen sind die Vogelstimmen aufgeweckt, natürlich. Hin und wieder schlägt ein Specht in den Baumkronen Löcher ins Geäst…

Je sanfter ich laufe, je ruhiger meine Atmung wird, um so entspannter mein Kopf und Körper sind, desto aufmerksamer bin ich. Desto mehr nehme ich all die feinen Geräusche der Umgebung wahr. Selbst aus der Ferne. Manchmal aber.

Manchmal ist da dieses Nichts.

Ich stehe mitten auf einem Feld mit kaum spürbarem Atem. Ich halte inne. Nichts. Eventuell ein Windhauch. Vielleicht ist da doch etwas in der Ferne. Oft genug stehe ich dort draußen still. Dort draußen wie in der Wüste zu Beginn des Jahres.

In der Wüste von Katar. Ich hörte nichts anderes als das leise Säuseln des seichten Windes. Des Windes, der auch ein Echo meines Atems sein könnte, während ich meinen Blick schweifen ließ. Irgendwo war Saudi Arabien. Gar nicht weit entfernt. Dort drüben auf der anderen Seite der Meerwasserlagune.

Genuss des Nichts in der Wüste von Katar mit Blick auf Saudi Arabien

Irgendwo war das tobende Leben einer Stadt wie zu Hause, die mit ihren Glaspalästen künstlich aus der Wüste emporstrebte. Diese Wüste ist Teil des kleinen Emirats, das zu den trockensten Regionen der Welt gehört und in dem das Nichts eine wirkliche Bedeutung zu haben scheint. Hin und wieder unterbricht minimale Vegetation oder Sandgestein in seltsamsten Formen das Nichts. Aber auch dort ist die Einsamkeit, das Nichts relativ. Denn die Wüste endet plötzlich einzigartig am Meer. Die hohen Wüstenberge fallen steil ab und enden kurz vor dem salzigen Wasser des Persischen Golfs, der nur hin und wieder mit tobenden Wellen am Strand aufschlägt. Sonst säuselt das Meer dort seicht wie der Wind vor sich hin.

Wenn mein Blick zurück in die Sandlandschaft glitt, sah ich am Horizont aber wie zu Haus einfach Nichts. Nur Wüste.

Nur goldgelber, feiner Sand, der ab und zu in einem Windhauch begann sich zu erheben und zu tanzen. So wie es zu Haus auf dem Feld manchmal die trockenen Blätter vormachen. So vielfältig, so lieblich kann das Nichts sein. Überall. Gleich ob in der Wüste von Katar oder im Brandenburger Land…

Was ist es für dich, was dein Herz beim Laufen höher schlagen lässt? Suchst du vielleicht auch manchmal ganz bewusst den Genuss des Nichts dort draußen? 

Du hast Lust auf noch mehr Geschichten rund um das Laufen oder mein Training? Dann schau doch mal unter dem Tag Laufgeschichten. Viel Freude beim Stöbern und Lesen.

P.S. Werbung: Bei meinem kurzen Wüstenlauf hat mich ein New Balance Outfit mit dem leichten FuelCell und dem FitnessTracker Vivosport von Garmin begleitet, mit dem man alle möglichen Workouts von Laufen über Gewichtheben bis hin zum Radtraining aufzeichnen kann. 

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Alle hier gezeigten Fotos wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

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Eiswuerfelimschuh Nadin Triathletin Yogalehrin Autorin

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

12 Gedanken zu “Laufgeschichten: Der Genuss des Nichts beim Laufen”

  1. Liebe Din,
    das hätten auch meine Gedanken sein können, auch ohne die Erfahrung in der Wüste gelaufen zu sein. Aber genau das ist es, was für mich häufig das Laufen auszeichnet…die “Menschenstille” zu spüren

    Salut

    • Guten Morgen Christian, wenn du das jetzt hier so schreibst, erinnere ich mich an einen Beitrag von dir vor wenigen Tagen über Langeweile und Monotonie. In gewisser Weise geht es hier ja auch genau darum. Vielleicht verstehen wir Läufer auch nur diesen feinen Unterschied. Die Monotonie, die Ruhe, dass man einfach mal nicht von hunderten, künstlichen Eindrücken abgelenkt wird. Wunderbar. Ich freue mich auf den nächsten einsamen Lauf in Stille.

  2. Genau so geht es mir auch. Ich brauche keine Unterhaltung beim Laufen, keine Ablenkung, … Ich will mit mir und der Natur im Reinen sein. Und es genießen.
    Ja, ab und an in der Gruppe oder durch eine Stadt die ich nicht kenne ist schön. Aber lieber ist mir die Einsamkeit – ganz ohne Langeweile!

    • Hallo Markus, du sprichst mir aus dem Herzen. Ab und zu laufe ich in einer kleiner Gruppe, was immer sehr viel Freude macht. Aber den Rest der Woche genieße ich die Einsamkeit und je weniger Menschen ich treffe, desto schöner ist. Schnuddelwetter ist eine ideale Voraussetzung. Als die Sonne vor einigen Tagen ständig schien und es etwas milder war, war unfassbar viel los. Irgendwie fast stressig und wie mitten in der Stadt…

  3. Liebe Nadin,,, du wunderst sicherlich nicht, wenn ich hier sitze und zustimmend nicke und nicke und nicke – die Einsamkeit, die Ruhe, die Natur – was gibt es für uns Schöneres, Christian hat es schön gesagt : ” Menschenstille “, und gerade komme ich von einem solchen Lauf, der Tag ist gerettet, wer kann das verstehen außer uns ?

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