Laufgeschichten: Auf Laufen programmiert

Fünf Minuten vor dem Wecker die Augen aufschlagen. 4:55. Innerhalb weniger Sekunden fallen mir mehr als zwanzig wirklich richtig gute Gründe ein, warum ich die geplante Laufzeit lieber verschlafen sollte! Was bin ich überhaupt schon wach?

Ganz sicher wäre es die beste Idee, liegen zu bleiben. Vor allem, wenn man es draußen plätschern hören kann. Ein Tag düster, einer so neblig, dass Hitchcock neidisch geworden wäre. Ein Tag tropfnass. Ein Tag glitzernde Sonne, die sich durch das Laub der Bäume einen Weg bahnt.

Aber es hilft nichts. Ich gehe meine Motivationsliste durch und mir fällt mein MyGoal Trainingsplan wieder ein. Wenige Minuten später finde ich keine Ruhe, die Laufschuhe warten. Deshalb bin ich wach!

Außerdem – was hält mich Regen ab?!? Was soll denn George denken? Er ist schließlich auch bei Wind und Wetter draußen. George ist ein Golden Retriever, den ich bereits seit kleinauf vom Sehen kenne. Immer neugierig, immer aufgeweckt, immer verwundert meiner schnellen Schritte wegen, immer unterwegs mit seinen Begleitern.

Irgendwann zwischen dem zweiten Becher Sencha und Banane mit Nussmus fangen die Füße von ganz allein an zu zappeln. Laufsachen übergestreift, Schuhe an und schon schreit mich neue Musik vor die Haustür.

Herbst ist immer die perfekte Gelegenheit, die gewohnten Wege zu verlassen. Es treibt mich runter vom Asphalt, rauf auf Wiesen, über Feldwege, in den Wald. Ich raschele durch das Laub. Ein Lauftrainer würde die Hände über den Kopf zusammenschlagen und Opa würde irgendetwas von Botten und Klamotten reden. Aber ich schlürfe einfach durch die Gegend. Dann dauert es eben mal länger. Denn es raschelt so schön. Selbst wenn es klitschnass ist.

Der Lohn? Ein Sonnenaufgang, ein Obstsalat, 16km und viele schöne Erlebnisse. Morgen für Morgen.

Sonnenaufgang-Eiswuerfelimschuh

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..‚Din‘ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

27 Gedanken zu “Laufgeschichten: Auf Laufen programmiert

  1. Liebe Din, dein Text ist sooo schön, ich hör es rascheln und glaub beinahe, dass meine Füße durch den Wald schlurfen.
    Danke für deine vielen Posts voller Motivation.
    LG aus Ö
    Rosa

  2. Respekt, dass Du es schaffst zu so einer frühen Zeit zu laufen! Ich glaube das früheste war bei mir mal um 6 Uhr … Obwohl ich an sich schon lieber am Morgen als am Abend laufe.

    • Ja, da geht es dir wie mir. Nicht, dass ich es hinter mich bringen möchte, aber die frische Luft ist einfach super für den Kreislauf und die Motivation für den Tag.

  3. Da geht’s mir genauso, als ausgeprägtem Morgenmuffel. Aufstehen vor dem Aufwachen. Grausig! Nach der ersten Viertelstunde auf den Beinen ist’s dann richtig klasse.
    Nur Frühstücken lasse ich bleiben, denn jede Minute Schlaf ist kostbar. Die kann ich doch nicht der nahrungsaufnahme opfern. 😉

    • Das gute am Laufen, irgendwie bekommt man das auch im Halbschlaf noch hin. Es gibt vor allem im Sommer Zeiten, wo ich wirklich mit nur einem offenen Auge durch die Gegend renne. Es blendet immer so.

      Was mir aufgefallen ist, um so mehr Training, desto länger brauche ich zum Warm- und Wachwerden… Aber bei langen Läufen hat man ja reichlich Zeit.

    • Ja, das sehe ich eben ganz genauso. Gestern hat es bei mir mit Sicherheit mehr als eine halbe Stunde gedauert, bis ich klar im Kopf und munter in den Beinen war. Dafür läuft es dann aber auch direkt am Tage viel runder.

  4. Wow – ich müsste auch um diese Zeit aufstehen, um es danach rechtzeitig zur Arbeit zu schaffen. Aber egal, wie ich mich versuche zu motivieren, ich komme einfach noch nicht aus dem Bett 😉 Dafür kann ich auch um 10:00 Uhr Abends noch trainieren. Und jetzt habe ich richtig Lust durchs Laub zu rascheln.

    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Mir hilft es wirklich, wenn ich mir Abend das so lange einrede, bis ich dran glaube 😀 und morgens über die Laufschuhe stolpere. Am Abend würde ich so spät vermutlich mitten beim Laufen einschlafen. Aber egal wann und wie, liebe Ariane, wir motivieren uns wenigsten dazu.

  5. Ja, ich gestehe … ich mag den Herbst auch. Bei uns gibt es noch kein Laub zum durchrascheln… aber es kommt sicher bald. Erst wenn es dann wieder rutschig ist kann es bleiben wo der Pfeffer wächst … bis da hin zelebriere ich aber den Herbst als absolute Laufjahreszeit. Tolle Temperaturen, Regen meist noch nicht zu kalt, letzte Sonne aber nicht zu heiß und tolle Eindrücke in der Natur… nur das mit 4:55 und dem Wecker das ist bei mir Jahreszeitunabhängig ein Problem … bin dann doch eher der Spätläufer 😉

    • Hört sich auch wirklich toll an. Neulich im Regen war es wirklich auch fast zu warm für eine Jacke, aber es hat echt Spaß gemacht. Wenn es klappt, laufe ich auch gern später. Aber leider lässt es sich nur selten einrichten.

  6. Ich bin mal neugierig: Läufst du jeden Tag? Immer um diese Uhrzeit? Auch die Einheiten aus dem Trainingsplan oder sind die extra? Ich laufe auch gerne morgens vor der Arbeit, habe allerdings dann immer (eingebildeten) Zeitdruck, selbst wenn ich früh genug unterwegs bin.

    • Na klar – also es kommt immer darauf, was im Plan steht. Momentan liegt die Konzentration auf Laufen und ich schwimme meist nur ein Mal pro Woche und ich sitze auch nur noch ein Mal auf dem Rad.

      So lange ich draußen Schwimmen kann, bin ich am Tage am Wochenende im See. Sobald das nicht mehr geht, falle ich um fünf aus dem Bett und fahre dann zur Halle. Eben ein absoluter Morgensportler.

      Laufen gehe ich meist so früh. Je nachdem, was am Tag so anliegt, wie ich arbeiten muss. Eigentlich halte ich mich an meinen Plan, es sei denn es passt terminlich nicht. Dann schiebe ich etwas umher. Laufeinheiten sind meist aus meinem Plan, nur ab und an extra. Ich laufe vor allem im Winter gern mittags, aber ich kann das nicht immer in meiner Pause einrichten. Da ich abends keine Muse mehr zum Laufen habe, gehe ich meist morgens. Das kann mal eher, mal einen Tick später werden. Je nachdem, was der Plan und meine zeitlichen Möglichkeiten zulassen. Ab und an fühle ich mich auch gehetzt. Vor allem, wenn ich lange Einheiten vor habe. Aber meist kommt, das dann hin.

  7. Wie herrlich einfach! Und wie wunderbar beschrieben. Aber das ist sowieso deine Spezialität!
    Früh raus, das habe ich im aktiven Berufsleben oft gemacht. Was mich zusätzlich gefreut hat war – während meine KollegInnen müde ins Büro geschlurft sind war ich topfit. Den ganzen Tag.

    Laufen geht immer. Bei jedem Wetter und zu jeder Tageszeit.
    Danke für deine lebhafte und motivierende Geschichte!

    Liebe Grüße – Reinhard

    • Ganz vielen lieben Dank, Reinhard! Das freut mich sehr.

      Ich bin auch hin und wieder sehr überrascht, wie fit man sich fühlt, obwohl man Sport gemacht haben, während andere am Kaffeebecher hängen. Ich finde es auch immer wieder schön, dass man schon so etwas schönes erlebt und etwas für sich getan hat.

    • Oh ja, aufraffen muss ich mich auch zu genüge. Aber ich bin auch jedes Mal froh, wenn ich es geschafft habe. Nach einer kurzen Einlaufzeit ist es dann ja auch wieder entsprechend wunderbar.

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