Escape from Alcatraz Triathlon – Teil IV – Die Laufstrecke

Die Faszination für den Escape from Alcatraz Triathlon hat seinen Höhepunkt im dritten Abschnitt gefunden. Dieser ging nicht nur ordentlich in die Beine sondern glänzte auch mit einer außergewöhnlichen Streckenführung. Die Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons war ein krönender Abschluss für einen Bucket List Wettkampf, den ich mir anspruchsvoller und schöner hätte kaum vorstellen können!

In diesem letzten Beitrag zum Escape from Alcatraz Triathlon nehme ich dich mit auf einen 13,5 Kilometer Panoramalauf mit unzähligen Stufen, der sogenannten „Sand Ladder“, schmalen Trails und einem Strandlauf. 

Für meinen Geschmack verging alles viel zu schnell! Ich konnte es einfach nicht glauben oder vielleicht wollte ich es nur nicht wahr haben, dass mich nun schon der letzte Teil dieses von Anfang bis Ende beeindruckenden Wettkampfs erwartete! Du kennst das bestimmt. Manche Wettkämpfe rauben einem nicht den Atem, weil sie so unglaublich anstrengend sind, sondern weil es so viel zu staunen gibt. Dann wünscht man sich doch, dass es nie enden würde, oder?

Alle Fotos kannst du zur Vergrößerung anklicken.

Escape from Alcatraz Triathlon Laufstrecke mit Golden Gate Bridge

Das Schwimmen beendete ich nach knapp der Hälfte der Zeit, die ich für mich angesetzt hatte. Das, obwohl ich mich nicht wirklich ins Zeug legte, weil ich davon ausging, dass ich noch deutlich länger unterwegs sein müsste. Die Radstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons war wirklich sehr anspruchsvoll. Meine Trainingsform auf dem Rad war für Juni ganz gut. Trotz der durchweg flachen Kilometer zu Haus, hatte ich unglaublichen Spaß über die knackigen kurzen und längeren Abschnitte zu treten. Dennoch sparte ich mir wie beim Schwimmen einiges an Kraft auf. Den Rückweg absolvierte ich gefühlt etwas zügiger. Tatsächlich war ich aber einen Tick langsamer. Das lag vermutlich an den steileren Rampen, die bis zum Ziel auf uns warteten.

Die Beine hatte ich zum Glück auf den letzten beiden Kilometern richtig schön locker gefahren. So konnte ich so schnell wie selten zuvor die Wechselzone stürmen und direkt wieder verlassen. Innerhalb von 2 Minuten bin ich bis zum Radständer gelaufen, habe alle Sachen abgelegt und gewechselt, um auf der Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons letztlich doch alle Reserven loszuwerden. Mein Renner sprang über die Wiese und vibrierte in meiner Hand als ich zielstrebig meinen Platz anvisierte. Ich ging im Kopf den Ablauf schnell durch, wie ich was greife und austausche.

Ganz zackig hieß es Helm ab. Visor auf. Radschuhe aus. Laufschuhe an. Weste aus. Zwei Gele in die Rückentaschen des Tri Suits gesteckt. Zwischendrin nahm ich noch einen Schluck Tee aus einer meiner Flaschen, die an meinem Platz lagen. Dann konnte es auch schon losgehen. Im Laufschritt zog ich die Startnummer nach vorn und flog förmlich über die Wiese von Marina Green. Alles lief wieder glatt. Kaum zu glauben, was ich für einen „Lauf“ während des gesamten Rennens hatte. Wenn das mal immer so wäre.

Die Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons bestaunte ich bereits atemlos von der Radstrecke aus. Gerade auf dem Rückweg konnte ich mir nur schwerlich vorstellen, wie ich das bergige Terrain mit all den Stufen nach dem Schwimmen und Radfahren bewältigen sollte. Dennoch freute ich mich auf die malerische Kulisse mit Golden Gate Bridge, Trails und Strand.

 

Mache es zu deinem Rennen, zu deinem Tag! 

Besonders auf der Laufstrecke erinnerte ich mich mehrmals an die Worte von Eric Gilsenan.

Wir lieben diesen Sport! Sonst hätten wir uns vermutlich dieser Herausforderung nicht gestellt.

Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons

Für Eric war genau diese Liebe zu diesem Sport das Größte. Er wollte, dass es uns allen gut geht, dass wir unbedingt Freude an dem haben, was wir da gerade machen. Ich traf auf ihn während des Laufens, nachdem ich ihn morgens erst noch kurz vor dem Schwimmstart auf dem Hornblower Dampfschiff sah. Er wurde von den Athleten auf der Strecke gelobt. Sie applaudierten dem Mitveranstalter, der zum 35. Mal an diesem Rennen teilnahm und gefühlt rund um die Uhr für alle Athleten mit viel Witz, Spaß und Tipps da war.

Schon auf der Wiese merkte ich, dass meine Beine trotz meiner Zurückhaltung in den beiden vorangegangenen Disziplinen ein wenig schwer waren.

8 Meilen konnten aber kein Hexenwerk sein. Schon gar nicht für mich!

Nicht, dass ich zurückblickend auf diese brettharte Strecke vorbereitet gewesen wäre. Aber ich freute mich so unfassbar, endlich laufen zu können, dass sonst etwas hätte kommen können. Zur Not wäre ich gegangen wie so viele andere Athleten auch.

Mich hätte nichts vom Ziel abgehalten!

Also schloss ich mich den anderen Triathleten an, die mit mir den Wechselbereich und damit Marina Green gen Westen verließen.

Von der fluffigen Wiese bewegten wir uns langsam über einen ganz passablen Weg mit hellem Schotter. Dort konnte man Geschwindigkeit aufnehmen und beibehalten. Wer das verpasste, hatte erst wieder auf dem Rückweg die Möglichkeit dazu. Ich blieb bei einem guten 5er Schnitt mit einem breiten Grinsen. Ob das gut gehen würde, wusste ich nicht. Gehen konnte ich aber immer noch. Zudem war klar ich, dass ich die Stufen sicher nicht hinauf rase. Von daher hoffte ich einfach, dass meine Beine das alles so mitmachen würden.

Der harsche Gegenwind auf den ersten beiden Kilometern der Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons von der San Francisco Bay ausgehend kühlte mich sofort um einige Grad herunter. Die Sonne strahlte wie die vergangenen Tage aber dennoch auf die salzige Haut und wärmte meinen Rücken. Ohne Weste war es in der Bucht plötzlich frisch geworden.

An der ersten Wasserstation griff ich direkt zu. Der Wind ließ den Mund rasant trocken werden. Ein winziger Nachteil bei diesem Bilderbuchwetter. Sicher hat sich jedoch niemand Nebel oder gar Regen gewünscht. Es war von Anfang bis Ende perfekt. Genau so wie der Blick auf – na(?!) – genau, die Golden Gate Bridge.

Erneut konnte man nichts gegen die Strecke sagen. Es gibt vermutlich keine bessere. Klar, vor einigen Jahren konnte man noch mit dem Rad über die Golden Gate Bridge fahren. Das hatte ich etwas vermisst. Beim Laufen hatte man dieses Wahrzeichen dicht vor der Nase und aus verschiedenen Perspektiven sichtbar. Zu Beginn liefen wir auf der Golden Gate Promenade immer direkt drauf zu, bis sich die rostfarbene Brücke mächtig vor uns erstreckte. Bei Crissy Field verlor man sie etwas aus den Augen, aber spätestens am Torpedo Wharf sah man sie erneut in all ihrer Schönheit in der herrlichen Vormittagssonne. Mein Geschmachte unterwegs fand ein jähes Ende, als ich die ersten Stufen erblickte.

Golden Gate Bridge San Francisco

 

Stufen. Immer wieder Stufen.

Die Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons beginnt damit erst so richtig!

Mein Treppentraining im Frühjahr hatte sich aber an dieser Stelle schon einmal ausgezahlt. Ich hängte mich an ein paar Männer und tappste die Stufen am westlichen Ende des historischen Militärstützpunktes Presidio hinauf.

Umso höher wir kamen, desto mehr verrenkte ich mir den Hals, um hinter mir die Brücke zu sehen. Es folgten einige hundert Meter Trail bis wir – Achtung(!) – unter der Golden Gate Bridge hindurchliefen. Durch einen Tunnel! Ein Tunnel. Also echt. Es fehlte nichts, um das Escape from Alcatraz Erlebnis so richtig aufleben zu lassen.

Ich erfreute mich mit jedem Schritt an dieser Streckenführung.

Den Tunnel musste ich gebückt gehend und mit der Sonnenbrille in der Hand durchlaufen. Dr. Kimble ließ grüßen. Weiter ging es über den Küsten Trail, für den ich zwei Worte habe: unglaublich anstrengend. Das war der Punkt, an dem ich mich auf dem Rad bereits fragte, wie sich der laufen würde. Es ging immer nur aufwärts, höher und immer höher. Der Untergrund sandig, staubig, uneben, verwurzelt, steinig,…

Mein Blick schweifte wann immer möglich zwischen den Bäumen hinüber zum Ende der San Francisco Bay, wo sie in der Ozean mündet. Den Abzweig hinab nach Marshall Beach ließen wir rechts liegen. Sobald es einigermaßen gemächlich geradeaus ging, erhöhte ich das Tempo, was auf dem Single Trail nicht immer einfach war. Denn Überholen war nur an wenigen Punkten möglich. Der Boden war ausgedörrt und staubte um uns herum. An einem kurzen Abschnitt wurde es richtig eng, als uns Athleten von der berüchtigten Sand Ladder schnaufend entgegen kamen. Wenige hundert Meter später ging es einen Trail hinab zum Baker Beach. Ich ließ es einfach laufen und genoss diese Abwärtspassage nach all der Anstrengung, bevor die nächste Herausforderung auf uns wartete.

 

Der Strandlauf

Nicht genug, dass wir die Sand Ladder noch hinauf mussten. Zunächst ging es einige hundert Meter quer über den Strand, um zur Verpflegungsstation zu kommen, die auch Wendepunkt mit Zeitmessmatte war. Ich lief soweit es ging hinab zum Wasser. Hinter uns tauchte plötzlich die Golden Gate Bridge von der anderen Seite auf. In der Ferne flackerte die Wärme über dem Strand, an dem kaum ein Lüftchen ging. Der grobkörnige Sand bot wenig Wiederstand. Wellen schwappten mit  Kraft den Strand hinauf. Mehrmals mussten wir einen Schlenker machen, um nicht nass zu werden.

Alle Athleten verringerten mehr und mehr die Geschwindigkeit. Richtig gemächlich ging es zu, als wir den Strand hinauf mussten, damit wir die Wendemarke erreichten. Ich griff sofort nach etwas zu trinken, nahm mein Gel und machte mich auf den Rückweg. Dort wurde es etwas unübersichtlich mit den uns entgegen kommenden Athleten. Nach wenigen Metern gemeinsam am Strand ging es für uns noch ein Stück weiter und ich fragte mich so langsam, wann endlich diese Sand Ladder auftauchen würde. Die wartete derweil etwas versteckt hinter einer Kurve auf uns.

 

Die berüchtigte „Sand Ladder”

Bereits vom Wasser wurde mir schnell klar, dass die Anstrengung hinauf enorm werden würde. Ein letzter Blick nach links zur Golden Gate Bridge und schon ging es quer über den Strand. Bereits der Weg bis zur Sand Ladder ran, brachte die Beine zum Jammern. Als ich unten stand, türmten sich die 400 Stufen eindrucksvoll vor mir auf.

(Wenn du dir einen kurzen Eindruck davon machen möchtest, wovon genau ich rede, kannst du dir auf Twitter mein Video anschauen: Escape from Alcatraz Sand Ladder Video.)

Rechts und links Drahtseile als Geländer, die ich aber lieber nicht nutzen wollte. Auf meinem Weg oben vorbei hatte ich von Helfern gehört, dass einige Athleten mit blutigen Händen gerade erst vorbeiliefen. Sie hatten sich vermutlich zu sehr daran hinaufgezogen. Ein Ende der Stufen war vom Strand aus nicht auszumachen. Es sah unendlich weit weg aus. Ich verschaffte mir zunächst einen Überblick. Das Problem der Stufen war gar nicht die Anzahl. Vielmehr bestanden die Stufen nur aus Sand vom Strand. Dieser wurde durch Holzbohlen in mehr oder weniger gutem Zustand an Ort und Stelle gehalten. Diese Bohlen waren aber meist soweit voneinander entfernt, dass man nicht von Bohle zu Bohle springen konnte. Stattdessen musste man zwischen ihnen immer wieder ein bis zwei Schritte durch den Sand waten.

Meine Füße, Waden und Oberschenkel waren binnen Sekunden der Verzweiflung nah. Ich hechelte mich irgendwie von unten nach oben. Überholte immer mal wieder aus der Puste gekommene Athleten. Vermutlich schnaufte ich nicht weniger als sie. Eins ließ ich mir nicht nehmen. Obwohl es immer nur vorwärts geht, drehte ich mich auf diesem Streckenabschnitt wie so oft schon immer mal wieder um. Die Luft stand, aber der Blick hinab zum Strand und über das Wasser war herrlich.

Für diesen brettharten Teilabschnitt gab es eine extra Zeitmessung. Innerhalb von 3 Minuten und 50 Sekunden war ich oben. Profis brauchen die Hälfte der Zeit. Vorbereiten kann man das eigentlich nicht. Treppenläufe sind ein Plus, aber letztlich „bricht einem der Sand zwischen den Stufen das Genick“. Der für mich absolut anstrengendste und schweißtreibendste Abschnitt der Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons. Wie die Veranstalter gern sagen:

Die Stufen sind beim Laufen das, was die Wellen und die Strömung beim Schwimmen ist.

Wie recht sie haben!

Oben angekommen, kamen wir erneut an einem Cheer-Point vorbei und wurden den Hügel hinauf auf dem schmalen Coast Trail geschickt. Ich wurde nie müde die Golden Gate Bridge zu sehen. Hier tauchte sie langsam hinter den Bäumen auf und mit jedem Schritt wurde sie immer größer. Das war der Punkt, an dem ich nach einigen Tiefpunkten wusste, dass ich den Lauf nach Hause bringe. Dass diese riesige Medaille auf mich wartet! Mein Herz schlug bis zum Hals, aber ich versuchte nicht nachzulassen. Ein Serpentinenpfad führte uns zunächst wieder unter der Golden Gate Bridge hindurch und wie zu Beginn zu weiteren Stufen. Unten angekommen ließen wir die Brücke zu unserer Linken und bogen rechts ab.

Crissy Field lag rechts von uns, die Bay Area links. Der Untergrund begann mit seinem weißen Kies immer wieder vom Wind, der uns Richtung Ziel schob, aufgewirbelt zu stauben. Dort kamen mir Triathleten entgegen, die ihren Lauf erst begannen. Alle Athleten, die sich Richtung Ziel bewegten, feuerten sie an. Auch sie würden es ganz sicher schaffen. Die Veranstalter sorgten dafür, dass jeder sich wohl fühlte und wer wirklich das Ziel erreichen wollte, das auch irgendwie und irgendwann schaffte.

Die Sonne an diesem späten Vormittag brannte derweil von vorn. Ich versuchte das Ziel auszumachen, aber es war zu weit entfernt. Die 2 Kilometer zogen sich wie Kaugummi, obwohl ich weiterhin gut unter meinen 5 min/km blieb, wollten die Meter nicht weniger werden. Nach der letzten Wasserstation gab es aber kein Halten mehr. Langsam im Baywind tönte das Ziel bis zu uns. Zuschauer und Kommentator waren in der Ferne seicht wahrnehmbar.

 

“You are an Escapie!“

Mit dem ersten Schritt auf das Grün des Yachthafens war die Freude immens. So wie regelrechter Frust, dass es das nun war. Nicht, dass es noch anstrengender sein könnte. Ich wollte es nur nicht wahr haben, dass es nun das war mit einem meiner Bucket List Wünsche. Wie konnte es nur so schnell vorbei sein?! Ich hatte zwar beim Schwimmen und Radfahren deutliche Reserven auf der Strecke gelassen, aber das Laufen forderte mich zu meiner Freude bis ins Ziel ordentlich. Mit dem letzten Schritt auf der Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons wurde das Gefühl der Wehmut noch größer. Was mich dann sehr schnell ablenkte war dieser Satz:

“You are an Escapie!“

Unfassbar cool! Nach 1 Stunde und 14 Minuten hatte ich die 8 Meilen der Laufstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons hinter mir gelassen. Eigentlich knapp 13 Kilometer, jedoch zeigte mein Forerunner deutlich mehr an. Das machte einen soliden 5er Schnitt bei rund 330 Höhenmetern, mit dem ich auch wirklich zufrieden war. Nur für den Fall, dass es dich interessiert – mit meiner Trödelei oder positiv ausgedrückt mit meinem Genussschwimmen und -radfahren kam ich nach 3 Stunden 15 Minuten und 28 Sekunden im Ziel an. Das macht Platz 648 von 1574 Finishern.

Im Ziel warteten direkt Helfer mit Wasser auf uns. Das konnte ich nach dem Erhalt der coolsten Medaille überhaupt wirklich vertragen. Bei dem Schmuckstück handelt es sich um ein Replikat der Dienstabzeichen der Angestellten der Gefängnisinsel Alcatraz. Ein einzigartiges Stück, das ein wirkliches Highlight in meiner Medaillen-Sammlung ist.

Der Wind ließ nach. Die Sonne stand ordentlich hoch und Luft wollte im eingebauten Zielbereich nicht wirklich zirkulieren. Aber Helfer manövrierten uns Finisher sofort von Station zu Station. Ich wanderte direkt zu den Helfern, die mir mein Ergebnis ausdruckten. Von dort ging es schnurstracks weiter zu Medaillengravur. Die gehörte genauso zu dieser Veranstaltung wie die Race Bag, die wir uns von zu Haus aus über die Internetseite des Escape from Alcatraz Triathlons selbst kostenfrei zusammenstellen konnten. Es dauerte nur wenige Minuten bis meine Zeiten meine Medaille zierten.

Direkt im Anschluss trottete ich mit etwas steifen Beinen weiter zum Buffet, das eigentlich ein Barbecue war. Alles wurde vor Ort frisch gekocht. Zusätzlich gab es Kuchen und frisches Obst. Am besten schmeckte mir die Gemüsesuppe. Suppe geht bei mir bekanntlich immer. Zwischendrin gab ich meinen Zeitmesschip ab und ließ noch ein paar Fotos schießen. Wer Lust hatte, konnte eine Massage genießen. Ich wollte lieber meine Sachen und mein Fuji holen. Der rote Renner wartete sehnlichst mit einem Platten auf mich! Also doch. Dieses schwammige Gefühl auf den letzten Kilometern der Radstrecke war nicht nur ein Gefühl. Was war ich für ein Glückspilz an diesem Tag!

Von Anfang bis Ende lief alles so reibungslos und mit Reserven, dass ich am liebsten direkt noch einmal starten würde, um es auf allen Streckenabschnitten noch einmal so richtig krachen zu lassen.

Mit Sack und Pack schlenderte ich nach etwas Erfrischung zur Siegerehrung. Die wollte ich selbstredend nicht verpassen. Ich lümmelte die Wartezeit auf der Wiese ab. Nahm Gratulationen von anderen Athleten entgegen. Gratulierte selbst einigen. Machte einige Fotos für Athleten, die niemand um sich herum hatten,… So verflog die Zeit rasend schnell, bis die Sieger auf die Bühne gerufen wurden.

Stolz wie Bolle schlenderte ich im Anschluss mit Medaille um den Hals zunächst zum Radverleih. Dort musste ich natürlich direkt etwas überdreht meine Geschichte vom Platten zum Besten geben. Wir waren kurz alle gemeinsam froh, dass es auf so wundersame Weise glücklich endete. Weiter ging es quer durch die Stadt ganz standesgemäß wie so ein Tourist mit dem Cable Car zum Hotel zurück. Dort legte ich kurz die Beine hoch, sortierte mich mit Sack und Pack und ließ mein Maskottchen wieder frei.

Anschließend wurde bei Bubba Gump (immer noch die Medaille baumelnd um den Hals) gebührend mit Blick über die Bucht von San Francisco gefeiert. Da wird man auch nicht seltsam angeschaut, wenn man mit so einer handgroßen Medaille am Tisch sitzt. Jeder freut sich mit einem. Auch wenn sicher viele gar nicht wussten, was man da eigentlich gerade mehr als drei Stunden getrieben hat…

 

Meine Bucket List Empfehlung

Falls du es noch nicht aus meinen Beiträgen herausgelesen hast. Ich kann dir den Escape from Alcatraz Triathlon wirklich nur ans Herz legen. Du musst kein Profi sein, um Spaß daran zu haben. Außerdem hat man so viel Zeit, um alle Abschnitte sicher zu bewältigen, dass auch weniger erfahrene Triathleten mit Sicherheit ihre Freude an diesem Wettkampf haben werden.

Die Atmosphäre war unglaublich. Ich hatte so unendlich viel Freude an diesem Vormittag. Die Aufregung kannte zuweilen keine Grenzen. Die Freude bei dem, was wir dort an diesem Tag miterleben durften war unbeschreiblich. Etwas, das ich so noch nie erlebt hatte. Natürlich wurde gekämpft. Jeder einzelne Athlet bewegte sich früher oder später an seinem Limit. Das WIE war aber hier im Vergleich zu so vielen anderen Wettkämpfen, die ich bis dahin absolviert hatte, ein ganz anderes.

Hier ging es um das Erleben.

Ich hatte nicht das Gefühl, dass nur ich den Genuss im Kampf suchte.

Vermutlichen stehen die Chancen für eine Frau aus Europa gar nicht so schlecht, dort in den finalen Lostopf zu fallen. Ich schätze, dass es sicher eine Quote für Nicht-US-Teilnehmer und Frauen gibt. Insgesamt waren 25% der Athleten Frauen und der Veranstalter arbeitet daran, dass es zukünftig noch mehr werden. Also Mädels: rein in den Topf für das nächste Jahr! Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

Hast du einen Beitrag verpasst?

 

Meine Escape from Alcatraz Triathlon Serie

 

Teil I – Escape from Alcatraz Triathlon mit Pressekonferenz, Escape Academy, Fitness Festival, Startnummernausgabe, Bike Check-In

Teil II – Das Schwimmen beim Escape from Alcatraz Triathlon

Teil III – Die Radstrecke des Escape from Alcatraz Triathlons

Medaille Escape from Alcatraz Triathlon

Lust auf mehr Geschichten rund um meine Triathlon-Reisen, -Trainings und -Wettkämpfe? Dann schaut bei den Triathlongeschichten vorbei.

HAT DIR DER BEITRAG GEFALLEN? ICH WÜRDE MICH SEHR FREUEN, WENN DU IHN AUF DEN SOZIALEN MEDIEN WIE FACEBOOK, TWITTER UND GOOGLE+ TEILST. VIELEN LIEBEN DANK DAFÜR!

Alle hier gezeigten Fotos wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Aufnahmen liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung ist nur in Absprache mit uns möglich.

Eiswuerfelimschuh Nadin Triathletin Yogalehrin Autorin

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

Olli | Fotograf & Grafiker

Als Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‘Din’ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

5 Gedanken zu “Escape from Alcatraz Triathlon – Teil IV – Die Laufstrecke”

  1. Hatte deinen letzten Beitrag noch einmal kommentiert, weil das erste, das ich schrieb nicht ersichtlich war. Anschließend sah ich ihn, aber wieder nicht den, den ich aktuell (also heute) geschrieben hatte. Ist derzeit alles irgendwie ein bisschen seltsam. Bin mal gespannt, ob dieser hier irgendwann erscheint.

    Der Alcatraz Triathlon muss schon etwas ganz Besonderes sein. Diese vielen Eindrücke untermalt mit so herrlichen Bildern; ich bin sehr beeindruckt! Glückwunsch noch einmal.

    • Hallo Robert, danke für die Info. Ich bin da tatsächlich schon dran mit den Kommentaren. Die kommen und gehen wann sie wollen. Ich hoffe, ich bekomme das hin. Danke für deinen zweiten Versuch. Irgendwie hakt es gerade auf meiner Seite befürchte ich.

      Vielen lieben Dank! Es ist einmalig und ich wünschte, es wäre einfacher, daran teilzunehmen. Dann wäre ich bestimmt wieder bald mit dabei.

  2. Herzlichen Glückwunsch zum Finish, Din! Auch auf diesen Teil der Strecke hast Du mich so toll mitgenommen, dass mir die Sand Lader wirklich in den Knochen steckt, und das, obwohl ich doch zur Zeit so hart am Laufen arbeite. Die Bilder sind auch in diesem Teil wunderbar, ein großes Lob an Oli, der wirklich ein ganz tolles Gespür für das Einfangen der Stimmung hat.
    Viele Grüße,
    Claudi

    • Ganz lieben Dank. Das war ein Erlebnis, wie es kein zweites bis jetzt gab. Eine Erinnerung, die es für ewig in mein Herz geschafft hat und für die ich unglaublich dankbar bin. Für Triathleten wirklich ein Traum, da bin ich ganz sicher. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich diesen Traum irgendwann mal verwirklichen.

      Die Laufstrecke steckte mir wirklich in den Knochen, zumal diese Leiter so weit am Ende kam. Da hatten meine Beine schon ordentlich Stufen und Höhenmeter in sich. Wahnsinn. Es war aber zugleich so lustig und mit unendlich viel Spaß verbunden, dass am liebsten gleich wieder loslaufen würde. Trotz der Härte.

      Olli bedankt sich auch herzlich und freut sich natürlich immer sehr über solch Komplimente.

      Viele Grüße und vielleicht laufen oder fahren wir uns ja auch mal wieder über den Weg.

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: