Meine 15km bei der 33. Lichtenrader Meile

Im Süden Berlins findet jedes Jahr im späten Frühjahr im beschaulichen Marienfelde die Lichtenrader Meile statt. In diesem Jahr begrüßten der SSV und VFL Lichtenrade mehr als 600 Teilnehmer zu diesem traditionsreichen Lauf über 7,5 und 15km durch die Marienfelder Feldmark und den Freizeitpark. 

Unendlich lang stand die Lichtenrader Meile bereits auf meinem Wunschzettel der Läufe, an denen ich unbedingt mal teilnehmen wollte. Da sie direkt bei mir um die Ecke stattfindet und ich quasi mit der Teetasse vom Frühstückstisch aufstehen und hinüber laufen kann, ist der Lauf einfach ein Muss. Tatsächlich gibt es aber noch viele weitere wunderbare Gründe, warum eigentlich alle Berliner und vielleicht sogar Brandenburger über eine Teilnahme nachdenken sollten! Es ist ein großartig organisierter Lauf mit einer anspruchsvollen, idyllischen Strecke und sehr guter Versorgung vor, während und nach dem Lauf. An die Zuschauer wird ebenfalls immer gedacht und so sind selbst gebackene Kuchen, Bratwurst und Getränke zu wirklich sehr günstigen Preisen zu haben.

Alle Bilder könnt ihr zur Vergrößerung anklicken.

EISWUERFELIMSCHUH - Lichtenrader Meile Berlin Laufen Wettkampf X-Bionic (2)

Ich wählte trotz oder gerade wegen des hochsommerlichen Wetters die zwei Runden und absolvierte mit ordentlich Gehechele 15 Kilometer. Was die Strecke so Besonders macht, ist der Marienfelder Freizeitpark mit seinen Hügeln, der dank Rundkurs auch zweimal überwunden werden muss. Für Asphaltflitzer kommt noch die Herausforderung wechselnder Untergründen hinzu. Kopfsteinpflaster in verschiedenen Variationen, Wald- und Schotterwege, Asphalt,… Alles ist dabei.

Ich war natürlich zeitig vor Ort. Wenn ich schon dabei bin, wollte ich auch nichts verpassen. Die Kinder gingen über zwei Distanzen als erste auf die Strecke. So wie wir später rasten sie mit knallroten Gesichtern ins Ziel. Ohne Zweifel haben sie alles, vielleicht einige sogar etwas mehr bei diesem Wetter gegeben.

In einer Pause meldete ich dann für meinen Lauf nach. Das ist bei diesen heimischen Läufen meist problemlos möglich. Es herrschte wirklich schon buntes Treiben. Hier und da hörte man sogar Stimmen von internationalen Teilnehmern – Amerikaner, Italiener, Franzosen… Ich bekam schnell meine Startnummer, die an mein Bändchen und um die Hüfte kam. Dann folgte die nicht alltägliche Prozedur. Ich musste mich schon vor dem Start zwei Mal erfrischen. Ich hatte zwar eine eigene Wasserflasche extra dafür mit, was aber gar nicht nötig gewesen wäre. Es gab schon vor dem Lauf Getränke und ich hätte auch den Rasensprenger des Vereins nutzen können, um meinen Kopf zu kühlen. Trotz der wohligen Morgenwärme entschied ich mich für eine kleine Lockerungsrunde, um die Trainingsschwere aus den Beinen zu bekommen. Vor diesen kleinen Wettkämpfen gibt es für mich dieses Jahr keine wirklichen Ruhepausen. Alles wird aus dem Training heraus so mitgenommen. Die 15km im Rahmen der Lichtenrader Meile waren für mich ein harter Tempodauerlauf am Limit meiner Kräfte, die ich an diesem Tag mobilisieren konnte. Kurze Zeit nach dem lockeren Einlaufen fühlte ich mich schon wie ein halb fertiges Brathühnchen. Mit dem Startschuss um halb zehn floss direkt literweise Schweiß.

Ich positionierte mich leider einen Tick zu weit hinten. Lediglich die linke Seite zahlte sich aus, weil ich so besser um die ersten Kurven kam. Aber die schmalen Wege machten es einen wirklich nicht einfach, auf Touren zu kommen. Es war ordentlich Springerei nötig, bevor sich das Feld auseinander gezogen hatte und flüssiges laufen möglich war. Da half auch nicht die erste Brücke, die mit ihrem kleinen Anstieg das Feld bremste. Wer ganz vor mitlaufen und zwischen all den Leichtathleten und Berlin Cup Teilnehmern ein Wörtchen mitreden möchte, sollte sich auch entsprechend ganz vorn an der Startlinie positionieren.

An jeder markanten Position der Strecke waren mehrere Helfer im Einsatz und zusammen mit riesigen Pfeilen aus Sägespänen auf dem Boden wiesen sie uns Läufern den Weg. Da alles wunderschön bewachsen ist und zum Teil in voller Blüte steht, weht eigentlich kaum ein merkliches Lüftchen. Ich liebe meinen grünen Kiez, aber in diesem Moment hätte ich gern eine Heckenschere benutzt. Hier und da staubte es dann auch schon mal ganz schön, wenn die Athleten in die Vollen gingen! Was auf der ersten Runde lächerlich schien und einfach nur der heimische Hügel war, sollte in der zweiten Runde irgendwie wie ein echter Berg anmuten!

Die erste Wasserstation konnte ich kaum erwarten und die etwa 3,5km waren kaum auszuhalten. Ich schnappte mir direkt zwei Becher Wasser. Da waren sie wieder diese leidigen Plastikbecher. Erstens hasse ich Plastik sowieso. Zweitens bekommt man damit niemals das ganze Wasser dort hin wo es hingehört. Und nein, man braucht es unterwegs nicht in der Nase und auch nicht zum Putzen der Sonnenbrille! Deshalb wie immer mein Appell an alle Veranstalter. Bitte verwendet doch recyclebare Pappbecher, die Athleten dann auch vernünftig zusammendrücken und austrinken können. Wie immer wanderte der zweite Becher über den Kopf, was ganz dringend nötig war. Ich verpasste aber in der Eile ganz, meine Arme etwas nass zu machen. Mein Körper wurde gut von den nassen X-Bionic Sachen gekühlt, aber die Arme brutzelten sprichwörtlich in der Sonne.

EISWUERFELIMSCHUH - Lichtenrader Meile Berlin Laufen Wettkampf X-Bionic (29)

Ich war unendlich froh, als ich durch den etwa 500m langen Waldabschnitt laufen konnte. Dort warteten viele der Kinder, die vorher schon selbst gelaufen waren. Natürlich musste ich mit ihnen abklatschen. Das ist Pflicht. Trotz der so eingesammelten extra Energie kamen mir leise – eigentlich eher laute – Zweifel, ob die längere Strecke wirklich eine so gute Wahl war. Das Ziel war unglaublich verführerisch! Aber nun hatte ich dafür bezahlt, als huschte ich an der nächsten Wasserstation in Zielnähe vorbei, wo Runde Nummer zwei begann. Erneut griff oder besser gesagt riss ich den Helfern zwei Wasserbecher aus der Hand. Dieses Mal waren auch die Arme im Laufschritt dran. Den Luxus des Anhaltens gönnte ich mir mit meinen brennenden Füßen nicht.

Es ging von dort direkt in Richtung Brücke, anschließend eine lange Gerade über eine staubtrockene Sandpassage. Wir machten einen Schlenker um einen Teich, wo drei lichte Bäume einen Moment lang einen Hauch von Schatten spendeten. Dann ging es der Sonne entgegen und hinauf in den Freizeitpark. Der Alpengipfel verdiente dann in Runde zwei auch tatsächlich seinen Namen. Wir erklommen zwar nicht ganz die Spitze, aber die Runde durch den Park reichte mir. Als ich dieses Gelände wieder verlassen konnte, war ich doch sehr froh, mit etwas Tempo die asphaltierte Straße entlang laufen zu können. Als Belohnung für die Tempoverschärfung wartete dann auch an ihrem Ende die Wasserstation. Das hieß dann nur noch gut drei Kilometer.

Langsam aber sicher überrundete ich langsamere Läufer und Geher, die nur eine Runde gewählt hatten. Hier und da musste ich mich kurz bemerkbar machen und hechelte vorbei. Anschließend ging es noch kurz um ein Feld herum, wieder in den Wald hinein, der total verlassen schien und dann endlich auf die letzte Lichtung, die mich nach 1 Stunde 11 Minuten ins Ziel brachte. Nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte und schon gar kein negativer Split, den ich mir vorgenommen hatte, aber eine ordentliche Leistung an diesem Tag, die für mich in Ordnung geht.

Was für ein Kraftakt, der mich mit einigen Überholmanövern am Anfang noch tatsächlich auf Platz 5 der Gesamtwertung bei den Damen brachte und mir den AK Platz 1 bescherte. Die vier Damen vor mir waren so weit voraus, dass ich nur über ihre Zeiten auf dieser Strecke und mit den Bedingungen staunen kann! Sie sind fantastisch unterwegs gewesen.

Ich musste erst einmal mein Gesicht erfrischen und trinken, trinken, trinken… Auch ein eisgekühltes Erdinger. Herrlich. Dafür hat sich jeder Schritt gelohnt! Eine Medaille gab es nicht. Dafür kann man sich aber direkt am Zeitmesswagen seine Urkunde ausdrucken und fast schon feierlich überreichen lassen.

EISWUERFELIMSCHUH - Lichtenrader Meile Berlin Laufen Wettkampf X-Bionic (88)

 

Berliner, Brandenburger, seid ihr schon einmal bei der Lichtenrader Meile gestartet? Kennt ihr den Marienfelder Freizeitpark? 

 

Ihr habt noch nicht genug gelesen und habt Lust auf mehr Fotoeindrücke von anderen Laufwettkämpfen, -ausflügen oder -reisen? Dann schaut bei meinem Tag Laufgeschichten vorbei oder besucht die Seite Die Schönsten Geschichten.

 

P.S. Begleitet hat mich an diesem herrlichen Sommertag ein Laufoutfit von X-Bionic, das mich sehr gut gekühlt hat. Trocken und blasenfrei lief ich mit Wrightsocks in den super Flitzern Salming Race bis ins Ziel. Mein Lieblings-Eiswuerfelimschuh Visor hielt meinen Kopf schön kühl während die Pro Active von Bigwave Eyewear für klare Sicht sorgte und der Forerunner 630 die Pace verriet.

 

Alle hier gezeigten Bilder wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Bildern liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung dieser Bilder ist nur in Absprache mit uns möglich.

 

..‚Din‘ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

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..‚Olli‘ ist Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‚Din‘ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

4 Gedanken zu “Meine 15km bei der 33. Lichtenrader Meile

  1. Ein ganz toller Beitrag! Irgendwie ist es für mich als (Immernoch-) Rookie beruhigend und beunruhigend zugleich, dass ein 15km Lauf auch für Dich als IronMan Anwärterin noch hart sein kann. 😉

    • Hallo Sarah,

      also wenn ich eins über all die Jahre gelernt habe: absolut keine Distanz wird egal durch wie viel Training einfacher. Klar, irgendwann kann man vielleicht schneller laufen, aber ein Kampf wird jeder Wettkampf immer bleiben. Dazu kommen dann auch immer die besonderen Umstände, auf die man sich einstellen muss…

      Erst gestern bin ich komplett erschöpft ins Bett getorkelt, weil ich zwei Stunden laufen war und eine Stunde auf dem Rad gesessen habe. Das auch noch locker.

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