Deutsche Meisterschaft im Triathlon über die Sprintdistanz (Die Finals 2022)

Berlin als Triathonstadt – würde ich so gern viel häufiger sehen wollen. Die Finals bieten dafür eine großartige Bühne. Weil mit der deutschen Meisterschaft der Altersklassen-Athleten und der Elite zahlreiche Triathleten aus ganz Deutschland zueinanderfinden und natürlich der Olympische Platz die perfekte Kulisse darstellt.

Nach den Alterklassen-Athleten war die Elite an der Reihe und sowohl das Frauen- wie auch Männerrennen über die Sprintdistanz haben wir live am Olympischen Platz mitverfolgt. Mehr über unsere Eindrücke von beiden Rennen und von einigen Gesprächen mit Athleten an diesem unglaublichen Sportwochenende kannst du in diesem Beitrag nachlesen und anschauen.

Hast du auch bei Die Finals etwas live vor Ort mitverfolgen können? Sind diese Veranstaltungen wie auch der Triathlon etwas für dich zum mitfiebern?

Hautnah Triathlonspektakel. 

Jedes Mal wieder möchte ich trotz eigenem Muskelkater sofort mit auf die Strecke. Vor allem wenn ich die großartigen Wechselplätze der Elite sehe. Aber natürlich sind das bei Weitem nicht die einzigen Eindrücke der Deutschen Meisterschaft über die Sprintdistanz der Elite. Aber das gesamte Wochenende mit meinem eigenen Wettkampf und der Elite Rennen war jetzt schon für dieses Jahr ein echtes Triathlon Highlight für mich! 

Vielleicht hast du unseren Beitrag über den City Triathlon Berlin gelesen. Bereits darin haben wir unglaublich viele Eindrücke von dem Triathlon & Die Finals 2022 Wochenende zusammengetragen.

Alle Fotos kannst du zur Vergrößerung anklicken.

nadin triathletin journalistin von eiswuerfelimschuh.de bei die finals berlin deutsche DTU meisterschaft sprintdistanz weiße bluse hot-pants lächelt in kamera olympiastadion im hintergrund sommerlich

Für mich ist es immer sehr schade, dass ich nicht mehr von der gesamten Woche von Die Finals mitbekomme. All die Sportarten, jede für sich sehenswert. Nicht nur Triathlon. Wenn du meinen sozialen Medien folgst, hast du eventuell gesehen, dass ich mir am Freitagabend vor dem Triathlon Wochenende den Laser Run des modernen Fünfkampfs und das Finale im Bogenschießen auf dem Olympischen Platz angeschaut habe. Die Mixed Triathlon Relays am Freitag und Donnerstag habe ich leider genauso verpasst, wie so viel mehr. Manches konnte ich im Stream mitverfolgen. Das meiste blieb aber unverfolgt auf der Strecke. Gern würde ich mir die gesamte Woche Zeit nehmen, um von morgens bis abends bei allen Sportarten vor Ort mal reinzuschauen. Immerhin konnte ich aber am Triathlon Wochenende dabei sein. Sogar selbst aktiv werden beim City Triathlon Berlin, der Elite zuschauen und mit einigen Athleten einige Worte wechseln. 

Die Elite hat wie bei den Altersklassen-Athleten die Deutschen Meister über die Sprintdistanz bei Die Finals gesucht. Entsprechend hatte niemand etwas zu verschenken. Für das eigene Schaffen ist das Motivation pur. Zumindest meine lebt dadurch ordentlich auf. Auch Tage nach diesem Event trägt es mich gedanklich noch durch meine Trainings. 

Die Rennen der Elite waren bei den Frauen am Samstag wie auch bei den Männern am Sonntag sehens- und erlebenswert. An den Zuschauerzahlen muss Berlin und der Veranstalter aber wirklich noch arbeiten! Wenngleich es aufgrund der Ortswechsel vom Schwimmen im Wannsee zum Radabschnitt durch den Grunewald bis zur Laufstrecke vor dem Olympiastadion kein einfaches Unterfangen ist, wenn man hautnah dabei sein möchte. Dank der Leinwände und Tribünen auf dem Olympischen Platz mit passender Moderation sowie Musik von der Band “BIRDDOGS” ließ sich aber jedes Teilstück inklusive dem rasanten Wechsel vom Rad- und die Laufstrecke direkt vor den Zuschauen großartig mitverfolgen.

Den Auftakt im Rahmen von Die Finals 2022 hatte die Mixed Relay die Tage zuvor gemacht, bevor am Wochenende die Frauen und Männer der Elite an der Reihe waren. Laura Lindemann erkämpfte sich am Samstag den Sieg im Damenrennen und sicherte sich damit den Titel der Deutschen Meisterin im Triathlon über die Sprintdistanz vor Annika Koch (TV Germania Buschhütten 1885 e.V) und Nina Eim (Triathlon Potsdam e.V.). Das Männerrennen war am Sonntag nicht weniger mitreißend, welches  Lasse Lührs (EJOT Team TV Buschhütten) vor Lasse Nygaard Priester (LAZ Saarbrücken)  und Henry Graf (Triathlon Team DSW Darmstadt) für sich entschied.

  

DAS FRAUENRENNEN DER DEUTSCHEN MEISTERSCHAFTEN IM TRIATHLON ÜBER DIE SPRINTDISTANZ

Laura Lindemann hatte ich am Samstagmorgen noch auf der Radstrecke gesehen, wie sie auf dem Weg zum Start am Wannsee war. Ich war wirklich ungemein gespannt, wie sie sich und alle anderen Athletinnen schlagen würden und welche Gruppen sich durch den Grunewald herausbilden würden. Denn anders als bei uns Altersklassen-Athleten gibt es bei der Elite eine Windschattenfreigabe. Das gibt diesen Rennen eine ganz eigene Charakteristik. 

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Die Rennen waren anders als noch vor drei Jahren organisiert. So reichte es für mich nach meinem eigenen Rennen lediglich für kurzes Umziehen, bevor ich mich mitfiebernd auf der Zuschauertribüne sitzen sah. Ich war mit der immer mehr aufsteigenden Hitze an diesem großartigen Sommerwochenende mehr als froh, nicht selbst erst kurz nach 10 Uhr an den Start gehen zu müssen. Statt also direkt am Wannsee zu stehen, verfolgte ich erfrischt mit etwas schweren Beinen den rasanten Start im Strandbad auf der Leinwand. Schade eigentlich, denn ich liebe es, all die Vorbereitungen der Athleten direkt vor Ort mitzuverfolgen. Aber von der Organisation einfach nicht anders machbar. So war es auch ein relativ entspanntes Mitverfolgen. 

Die Geschwindigkeit des Hereinlaufens in den Wannsee beeindruckte mich direkt nach dem Startschuss. Genauso wie die zahlreichen Treppen, die nach dem Schwimmabschnitt überwunden werden müssen. Auf der Großbildleinwand war das Kopf- an Kopfrennen spannend mitzuverfolgen. Gerade weil sich eine Spitzengruppe um Laura Lindemann auf den Rädern absetzen konnte. Sie war mit ihrer Schwimmleistung nicht so zufrieden, wie sie mir später im Gespräch verriet. Der Rest konnte sich aber sehen lassen! 

Auf den Tribünen am Olympiastadion lebte die Stimmung deutlich auf, als die Triathletinnen das erste Mal an uns mit ihren Rädern über den blauen Teppich rasten. Ich war selbst mit den Altersklassen-Athleten am Morgen genau darauf unterwegs, um die Laufstrecke zu überwinden. Als ich an dem Wechselbereich entlang lief, bewunderte ich die sauberen und ordentlichen Wechselplätze. Wie es wohl wäre, wenn wir alle genau so herrlich sortierte Plätze hätten, mhm? Stattdessen hantieren wir ja immer mit irgendwelchen Beuteln und Schnickschnack umher. Mein ordnungsliebendes Herz würde hüpfen! 

Auf der Laufstrecke entwickelte sich alles so schnell, wie die Athletinnen an uns vorbei jagten. Kurz vor dem Ziel wurde ganz deutlich, wer das Rennen dominierte und den Sieg mit nach Haus nimmt. Die neue Deutsche Meisterin im Triathlon über die Sprintdistanz, Laura Lindemann, raste förmlich die letzten Meter vor dem Olympiastadion entlang. Aber auch all die folgenden Athletinnen kämpften bis zur Ziellinie, denn schließlich ging es nebenbei noch um einige Punkte für die Bundesligawertung. 

So erschöpft die Athletinnen waren, so unglaublich gut drauf waren sie Sekunden später. Ich fand es so unglaublich sympathisch, wie schnell sich die Athletinnen für Freunde, Familie und natürlich für die Presse aufrappelten und förmlich plappernd genau das Gleiche machten wie wir Altersklassen-Athleten nur wenige Stunden vorher. Sie sprachen aufgeregt über das Rennen, die Bedingungen, über all das, was gut und weniger gut lief. Anschließend barfuß zur Siegerehrung? Ja, klar, auf jeden Fall.

Laura Lindemann, unter ihnen, lief mir im Anschluss auch barfuß und mit ihren Laufschuhen unter dem Arm förmlich in die Arme. Ich fühlte mit ihr. Ich muss eigentlich immer sofort aus den Schuhen, wenn ich das Ziel erreiche. In jedem Fall war sie im Handumdrehen bereit, über ihr Rennen und die Wünsche für diese Saison mit mir zu sprechen. 

Laura fand das Rennen, wie auch schon zwei Jahre zuvor unglaublich cool. Berlin macht einfach immer wieder Spaß und da kann ich ihr wirklich nur beipflichten. Vor allem, wenn es um dieses Rennen geht. Das Publikum ist großartig und der Rahmen für Triathleten ist immer wieder schön, der durch Die Finals entsteht. Vor allem, wenn es so wie an diesem Tag für sie alles nach Plan gelaufen ist, wenngleich das Schwimmen auch hätte besser sein können. 

Laura Lindemann und Nadin triathletin journalistin beim sieg finals berlin deutsche DTU meisterschaft sprintdistanz grüner rennanzug Triathlon Potsdam e.V. bitburger cap olympiastadion hintergrund lächeln in kamera am zielbogen

Und für euch liebe Leserinnen, die vielleicht noch keinen Triathlon absolviert haben, hat Laura auch direkt noch einen Tipp.

Hadere nicht lang und lege einfach los. Denn Triathlon ist so eine vielseitige Sportart, die durch ihre drei Disziplinen unglaublich abwechslungsreich ist. Im Winter und abseits der Saison können diese Sportarten auch noch durch andere wie Langlauf ergänzt und ausgebaut werden. Für alle ist tatsächlich etwas dabei. Selbst wenn es bei einer Sportart nicht so richtig läuft, gibt es noch zwei weitere, bei denen man alles geben kann!

Für ihre Saison wünscht sich Laura noch, dass es bei der EM in München alles nach Plan läuft. Liebe Laura, danke für den Austausch. Für München und den weiteren Saisonverlauf sind die Daumen so sehr gedrückt!

 

DAS MÄNNERRENNEN DER DEUTSCHEN MEISTERSCHAFTEN IM TRIATHLON ÜBER DIE SPRINTDISTANZ

So wie beim Frauenrennen am Vortag entwickelte sich das der Triathleten am Sonntag zu einem wirklich spannenden Triathlon, den Lasse Lührs für sich entschied. Während es für Laura Lindemann der 5. DM Titel war, sicherte sich Lasse Lührs diesen zum 2. Mal über die Sprintdistanz. 

Lasse Lürhrs triathlet sieg die finals berlin deutsche DTU meisterschaft sprintdistanz roter rennanzug stirnband mit siegerschleife olympiastadion hintergrund

Wieder auf der Tribüne sitzend wartete ich am Sonntag auf den Startschuss der Herren Elite. Leider war noch weniger los als am Samstagvormittag nach unserem Altersklassen-Rennen. Meine Begeisterung war allerdings genauso wie schon am Vortag groß. Gegen 10 begann die Live-Übertragung auf den Großbildleinwänden. Ich sah mir den Start am Strandbad Wannsee zunächst von der Tribüne aus an. Sowohl beim Schwimmen als auch auf der Radstrecke war Lasse Lührs vorn mit dabei. 

Es lagen gefühlt nur wenige Minuten zwischen dem Start der Radstrecke am Wannsee bis die Athleten an uns vor der Tribüne vorbeikamen. Ich war derweil nach unten in den Pressebereich gewechselt, um den Wechsel vom Rad- auf die Laufstrecke näher mitverfolgen zu können. 

Natürlich beeindruckt es immer wieder – egal wie oft man es schon gesehen hat -, wie sie auf ihren Rädern als Pulk an einem vorbei und anschließend in die Kurve donnern. Aber wo ich wirklich fast nicht hinschauen kann ist, wenn sie vom Sattel in den Laufschritt springen, die Schuhe mit dem Rad auf dem Boden schlagen und das Rad kaum handhabbar über den Teppich Richtung Stellplatz manövrieren. Fast noch schlimmer dann das Scheppern, wenn die Räder in die Halterung geknallt werden. Entsprechend schnell gehen aber auch die Wechsel. Ich fühle immer mit allen, die dann nicht so schnell die gepuderten Laufschuhe anbekommen, wie sie gern wollten. 

Mit riesigen Schritten vom Beginn des Laufs bis ins Ziel wurde ordentlich Geschwindigkeit von allen Athleten gemacht. Wie bei den Frauen am Vortag kamen auch die Männer an uns Zuschauern zwei Mal vorbei. Zwischendrin war es tatsächlich zum Nägel kauen, als sich Lasse Lührs und Lasse Priester ein rasendes Kopf an Kopf Rennen lieferten, den Lührs auf den letzten Metern mit großer Freude für sich entscheiden konnte.