Schwimmgeschichten: Neu ist hier gar nichts mehr!

Schwimmen – vor allem im Hallenbad – ist eine der amüsantesten Trainingseinheiten, die ich unter der Woche haben kann. Eigentlich weiß ich gar nicht warum, aber es gibt immer wieder Situationen, die mich innerlich zum kreischen bringen. Im positiven Sinn! Egal wie schlaftrunken ich bin, diese Momente sind besser als Kaffee. 

Es ist Winter, zumindest laut Schwimmbadöffnungszeiten. Das Freibad hat kurz vor meinem Triathlon geschlossen und nun bin ich wieder in der Halle zugange. Es hat alles seine Vor- und Nachteile, die hier aber weniger wichtig sind. Schlimmer war, dass ich ohne Badelatschen in die kalte Saison gestartet bin und seither verunsichert mehrmals täglich meine Zehen begutachte, ob sich womöglich ein tückischen Bakterium irgendwo eingenistet hat.

Als ich die Halle aber mit halb offenen Augen betrat, war ich zumindest so klar bei Verstand, dass ich mir direkt eine 10er Karte gegönnt habe, samt aufgedrucktem Namen. Ich gehöre damit jetzt zu den schnellen Umziehern, die einfach an der Eintrittsschlange morgens um halb sieben vorbeirauschen und ein Bruchteil eher im Wasser sind als alle anderen.

Besser aber noch: ich habe bei diesem Frühtarif unglaubliche zwei Euro und fünfzig Cent gespart. Das ist immerhin ein Mal Eintritt umsonst. Die Woche ging übrigens so sparsam weiter, bis ich das Messegelände des Berliner Marathons betreten habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die Müdigkeit muss mich dann aber doch wieder übermannt haben, denn schon im Schwimmzweiteiler fehlt mir plötzlich das nötige Kleingeld, um mein Schränkchen zu schließen. Also wieder Schuhe an, zum Eingang getrabt, Münzen geholt und dann endlich mit Verzögerung in die Duschen. Die Tür kurz vor dem Zuknallen bewahrt, ruft es aus einer mir nicht ersichtlichen Ecke: Junge Dame. Ich fühle mich erst einmal nicht angesprochen. Dann noch einmal, aber hinten an folgt ein noch lauteres: hier drüben. Aber bevor ich weiß, was geschieht, steht die ältere Schnellschwimmerdame, die ich schon vom letzten Jahr her kenne, vor mir. Sie hätte gelähmte Finger und bekomme nun das Schlüsselbändchen nicht um ihren Arm gefummelt. Ich gebe mein Bestes, aber diese kleinen Metallschließen… Gleiches Spiel bei mir, bis die Dame mir nun helfen möchte. Gerade so allein geschafft, entgegne ich ihr, dass mein Bändchen so neu wäre und es deshalb etwas schwierig war. Sie beginnt zu lachen und berlinert zurück: Neu ist hier gar nichts mehr! Vorsichtshalber widerspreche ich mal nicht.

Wir gehen dann also gemeinsam zum Schwimmen, ich fast nur auf den Fersen tippelnd und sie mit ihren Schläppchen schlürfend. Sie startet auf dem Rücken und ich wundere mich wieder über diese seltsame Gegenströmung und wie anstrengend Schwimmen ohne Neo ist. Deshalb lasse ich es einfach langsam angehen.

Beim zweiten Duschen werden dann spontan zwischen den Damen alle Themen ausgetauscht, die man sonst in den wöchentlichen Magazinen findet, welche Badeanzuggröße jede der Ladies hat, dass doch so ein Tröppel seinen Müll nicht mitgenommen hat und wenn das jeder machen würde… Ich sprinte zum Ausgang, gerade noch der Nachzahlung entgangen und aufgrund des Zeitdrucks noch atemberaubende 5 Cent für den Föhn gespart.

 

Facebook Eiswuerfelimschuh

 

Meine Seite ist übrigens bei ‚Joggen online‘ für die Wahl des beliebtesten Laufblogs nominiert. Ich würde mich sehr über eure Stimme freuen; klickt einfach mal hier.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: