Alles Kopfsache! Mentales Training für Triathleten: und alle Ausdauersportler

Wer sich schon einmal mit mentalem Training und auch Motivation gleichermaßen im Wettkampf wie auch Training auseinandergesetzt hat, dem wird sehr viel in dem Buch „Mentales Training für Triathleten: und alle Ausdauersportler“ von Jim Taylor und Terry Schneider bekannt vorkommen. Wer diese Themen noch nicht für sich entdeckt oder nur am Rande gestreift hat, wird aus diesem im Sportwelt Verlag erschienenen Buch sicher einiges mitnehmen können. Vorausgesetzt, man ist offen für eine gewisse Selbsterfahrung, ehrlich mit sich selbst und hat Lust gut 330 Seiten zu durchstöbern. 

Als ich das erste Mal die mir vorliegende, gebundene Ausgabe von 2011 aufschlug, las ich in knallroten Buchstaben: Verzweiflung. Ja, die gibt es. Im Training wie auch im Wettkampf. Emotionen können unter Stress zuweilen temperamentvoll ausfallen. Damit wie auch mit vielem anderen gilt es umzugehen und es gibt verschiedene Strategien dafür. Mentales Training spielt nicht nur dann eine Rolle, wenn man am Boden zu sein scheint oder wenn es um Sieg oder Niederlage geht. Natürlich wird bei den Profis in einem körperlich ausgeglichenen Zweikampf vermutlich immer der gewinnen, der am besten mit mentalem Stress umgehen kann, wie Michellie Jones, die neben Mark Allen ein sehr lesenswertes Vorwort verfasste, treffend zusammenfasst. Aber auch für uns Altersklassen-Athleten und für alle anderen Ausdauersportler, kann mentales Training ein großes Plus bedeuten.

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EISWUERFELIMSCHUH - Buch Review Test Triathlon Mentales Training fuer Triathleten von Jim Taylor Terri Schneider

 

E I N L E I T U N G

Ein kurzer Test zu Beginn führt langsam in die Thematik ‚Mentales Training’ ein. Im Verlauf des Buches wird einem das Handwerkzeug geliefert, mit dem man Wettkämpfe und Trainings egal auf welchem Leistungsniveau mit Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen absolviert. Der Leser erfährt, wie man Willensstärke und Motivation richtig ausspielt und wie man dabei mit Konzentration arbeiten kann ohne dabei zu verkrampfen oder zu verbissen zu sein. Aber es werden zudem Tipps gegeben, wie man sich emotional beherrscht und aktiv nach Lösungen sucht – auch oder gerade in Situationen, die nicht einfach zu beherrschen sind.

Die Begeisterung für das Buch – ich muss es zugeben – kam erst nach dem zweiten oder dritten Mal lesen über die letzten Jahre. Diesen Winter habe ich es häufiger zur Hand genommen. Vielleicht gerade weil ich mich bei meiner letzten Mitteldistanz so gequält hatte, weil die äußeren Bedingungen meinem selbst gesteckten Ziel einen fetten, roten Strich durch die Rechnung gemacht haben. Schon der Gedanke daran macht mich sentimental, wohl wissend, dass so etwas immer wieder passieren kann. Letztlich war es mein Kopf, der mich einerseits zur Verzweiflung brachte, dann aber auch gleichzeitig wieder so vorantrieb, dass die Leistung ordentlich war und ich mich ins Ziel gekämpft habe. Das Revidieren und neu Anpassen von gesteckten Zielen ist nämlich ebenso eine mentale Fähigkeit, die man sich mit Hilfe dieses Werkes antrainieren kann, wenn man es nicht schon irgendwie automatisch mit der zunehmenden Wettkampferfahrung macht.

Die Autoren präsentieren spezifische Fragen anhand derer sie praktische Vorschläge als Lösungsversuche präsentieren. So wird man beim Lesen nicht mit offenen Fragestellungen allein gelassen. Die zahlreichen und vielfältigen Fallbeispiele liefern konkrete Ansätze, die Autoren dem Athleten mit auf seinen Weg geben. Neben der Option ein eigenes Leistungsprofil für die Saison zu erstellen, finden sich Tabellen zum Ausfüllen wie das Tagebuch über das Vorstellungsvermögen; Vorlagen zum Definieren von mentalen, physischen und taktischen Zielen, Schmerzen erkennen und zuordnen können, sich richtig quälen können, um an seine Grenzen gehen zu können,…

Neben den Details zum mentalen Training fließen immer wieder interessante und wichtige Tipps rund um das Thema Triathlon mit ein. Die meisten Athleten, die schon mehrere Wettkämpfe absolviert haben, kennen diese sicher. Aber es hilft immer wieder, sie sich auch bewusst zu machen – z.B. die Beine auf den letzten Radkilometern zu lockern, bevor es zum zweiten Wechsel geht.

Selbst Grundlegendes, vielleicht sogar Banales wird thematisch aufgegriffen. So findet sich im Kapitel zu Routinehandlungen auch eine Checkliste für die Ausrüstung für einen Triathlon und die Wechsel. Denn ein gut vorbereiteter Wettkampf ist schließlich schon einmal fast der halbe Sieg (im übertragenen Sinn). Denn schließlich gibt es so viele Möglichkeiten, etwas zu vergessen, etwas falsch zu machen, so dass eine gute Vorbereitung eines Triathlons maßgeblich zur mentalen Stärke beitragen kann.

 

F A L L B E I S P I E L E 

Das was mich an diesem Buch am meisten faszinierte und mich auch dazu motivierte die zuweilen sehr lang und erklärend erscheinenden Passagen genauer durchzugehen, waren die Zitate von Athleten und die Fallbeispiele. Deshalb möchte ich sie, entsprechend meiner persönlichen Lesereihenfolge kurz zuerst erwähnen. Ich fand aber nicht nur diese besonders interessant zu lesenden Athletengeschichten spannend, sondern auch die zahlreichen Zitate von Profi-Triathleten. Dave Scott, Mark Allen, Michellie Jones, Heather Fuhr, Andy Potts, Natascha Badmann, Nicole Leder,… Sie und viele andere kommen mindestens ein Mal zu Wort.

Ich gebe es zu, sowohl die Zitate als auch die Fallbeispiele habe ich als erstes wahrgenommen und auch sofort hintereinander weg gelesen, ohne mich konkret mit dem jeweiligen Thema des Kapitels auseinander gesetzt zu haben. Die Fallbeispiele sind grau hinterlegt. Der Anfang und das Ende rot markiert. Also entsprechend leicht zu finden. Allein sie motivieren. Hinzukommen die kursiv gedruckten Zitate, die man ebenso schnell finden wie überfliegen kann.

Ich gehe davon aus, dass die Fallbeispiele tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Dennoch hatte ich aber immer mal wieder das Gefühl, dass sie zur sehr auf ein Happy End getrimmt sind.

Nach den Fallbeispielen und Zitaten, las ich die rot markierten Sätze. Kurze Zusammenfassungen, die an sich schon hilfreich sind. Kleine Motivationsspritzen. Worte für mehr Achtsamkeit. Merksätze. Für mich ging es anschließend um Routinehandlungen und warum diese etwas komplett anderes sind als Rituale und was nun mehr nützt. Anschließend sprang ich zum Thema Regeneration und dann Verpflegung. Vielleicht weil ich mich immer irgendwie in der Wettkampfvorbereitung befand, wenn ich wieder einmal zu diesem Buch griff und darin blätterte und las. All das ist es auch, was mir von diesem umfangreichen Werk besonders in Erinnerung geblieben ist.

 

A U F B A U 

Obwohl ich nicht klassisch von vorn nach hinten las, sondern mir spontan erst einmal alles das anschaute, was mein Interesse weckte, gebe ich euch gleich einen groben Überblick, was genau hinter jedem Teil und Kapitel steckt.

4 Teile mit insgesamt 16 Kapiteln und 16 Fallbeispiele, die das jeweilige Kapitel und das entsprechende Thema praktisch abschließen. Jedes Kapitel ist so in sich geschlossen, wenngleich Kapitel für Kapitel aufeinander aufbaut. Die Kapitel sind zudem in vier übersichtliche Teile/Abschnitte gegliedert. Jeder Teil beleuchtet zugleich den Aspekt des Trainings wie des Wettkampfes.

Nach dem Vorwort und der Einleitung befasst sich Teil 1 mit den grundlegenden Bausteinen für einen erfolgreichen Triathlon. In diesem Abschnitt kann man wie o.g. ein eigenes Leistungsprofil erstellen. Dabei wird die „Pyramide eines erstklassigen Triathlons“ bereits angesprochen, die im Detail in Teil 2 genauer betrachtet wird. Motivation, Selbstvertrauen, Aufregung/Erregung, Konzentration, Emotion und Schmerz sind Aspekte, die Kapitel für Kapitel analysiert werden. Hat man sich mit dieser mentalen Ebene befasst, geht es im Teil 3 um das Handwerkzeug für den Erfolg: welche Ziele und welche Regeln für die einzelnen Ziele gibt es? Wie kann ich das mentale Training zum Erreichen meiner Ziele nutzen und wie plane ich es innerhalb meines physischen Trainings am besten ein? Abschließend gehen die Autoren in diesem Teil auf Routinehandlungen und die Vorstellungskraft ein, bevor sie sich mit Teil 4 besonderen Fragestellungen widmen. Dazu gehören Verletzungen, das Absolvieren einer Langdistanz, Tipps von Profis und schlussendlich die Sonnenseite des Triathlonsports. Dieses abschließende Kapitel hat sich dann aber auch wirklich jeder verdient, der bis dahin aufmerksam gelesen hat. Es ist eine Art Beipackzettel für den Sport, den wir alle so lieben. Natürlich muss die dunkle Seite angesprochen werden und wie man ihr am besten nicht begegnet, sondern viel mehr Glück in dem findet, was zuweilen auch Leiden heißt.

Was mir etwas zu kurz kam, war die Möglichkeit, seine mentalen Kräfte durch Regeneration zu stärken. Zwar wird Regeneration immer wieder thematisiert, aber wir können nicht nur passiv regenerieren. Massagen, Wechselbäder, entspannt auf der Couch liegen sind natürlich wunderbare Optionen auch täglich etwas für sich zum Wohlfühlen zu machen. Aber was ist mit Yoga oder gar Mediation. Beides kann ebenso täglich für Momente der Auszeit sorgen und die Art von Training hat den Vorteil, dass man aktiv versucht einen möglichst klaren Kopf zu bekommen. Selbst bei Massagen haben meine Gedanken ein Eigenleben. Yoga verhilft mir allein durch die Atmung, mich zu konzentrieren. Es schult meine Aufnahmebereitschaft und bringt Ruhe ins Chaos. Was ich mir dann wiederum in meinem Lauf-, Rad- und Schwimmtraining zunutze machen kann.

EISWUERFELIMSCHUH - Buch Review Test Triathlon Mentales Training fuer Triathleten von Jim Taylor Terri Schneider 2

 

F A Z I T

Ob Profis diese kleine Bibel für sich verwenden, ist schwer zu sagen. Aber ich kann „Mentales Training für Triathleten: und alle Ausdauersportler“ von Jim Taylor und Terry Schneider allen ambitionierte Breitensportlern ans Herz legen, die mehr über mentales Training erfahren möchten.

Anfänger könnten vielleicht etwas erschlagen und eventuell sogar abgeschreckt werden. Dennoch lohnt sich wahrscheinlich auch für sie ein Blick hinein. Obwohl ich mich gerade als Triathletin davon angesprochen fühle, bin ich der Auffassung, dass alle Ausdauersportler davon profitieren können. Vor allem aber mit Sicherheit all jene, denen ab und zu das nötige Selbstvertrauen, die Motivation das gewisse Etwas aus dem Training und Wettkampf herauszuholen sowie die Konzentration fehlt. Oder für die Athleten, die ihre Aufregung und die eigenen Emotionen daran hindern, das Beste aus sich herauszuholen.

Allerdings sollte man bei diesem doch sehr umfangreichen Werk auch mit einem gewissen Willen ans Lesen gehen. Genauso wie man den Wunsch mitbringen sollte, aus seinem Trainingsalltag ein wenig auszubrechen, die Trainingsroutine zu verändern, neue Wege in Augenschein zu nehmen und gewillt ist, regelmäßig auch seine mentalen Fertigkeiten weiter zu trainieren und auszubauen.

 

Das vorgestellte Buch wurde mir vom Sportwelt Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 

Beschäftigt ihr euch neben eurem Training auch aktiv mit eurem Kopf? Habt ihr schon einmal einen Wettkampf oder ein Training nicht durchgezogen oder vielleicht sogar abgebrochen, weil euer Kopf einfach nicht mit dem Körper harmonierte?

 

HAT EUCH DER BEITRAG GEFALLEN? ICH WÜRDE MICH SEHR FREUEN, WENN IHR IHN AUF DEN SOZIALEN MEDIEN TEILT. HERZLICHEN DANK!

 

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..‚Din‘ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

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..‚Olli‘ ist Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‚Din‘ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

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94 Gedanken zu “Alles Kopfsache! Mentales Training für Triathleten: und alle Ausdauersportler

  1. Eine Kopf-Körper-Dissonanz habe ich bisher einmal erlebt. Es war einer der heißen Tage im Sommer letztes Jahr. Wir hatten einen 10km Wettkampf in 4 Runden. Nach der ersten Runde am Wasserstand erwischte ich statt erwartetem stillen Wasser welches mit Kohlensäure. Daran habe ich mich furchtbar verschluckt und musste anhalten. Dadurch war ich so aus allem raus, dass ich zwar noch angelaufen, aber durch ständiges Husten nicht mehr in Rhythmus gekommen bin. Da war’s vorbei. Ich riss die Bib ab und ging die Runde zu Ende und direkt zur Zeitmessung um mich aus dem Rennen zu nehmen. Der Wettkampf und Tag war für mich gelaufen

    • Das ist wirklich eine absolut denkbar schlechte Situation! Ich konnte bis jetzt zum Glück immer kurz vor Peng immer noch das falsche Getränk entlarven. Passierte mir leider auch schon häufiger. Dann halte ich mal die Daumen, dass in Zukunft alles glatt läuft und dein Kopf dich auch nicht im Stich lässt.

  2. so , dann hier mein kommi … wie gesagt mentals training ist ein wichtiger punkt aber man sollte auch verrückt genug sein etwas unmögliches zu schaffen ….

    • Das kenn ich nur zu gut. Im Wettkampf geht das einigermaßen, aber im Training verpasse ich doch schon mal die Möglichkeit an meine Grenzen gehen. Fällt mir bedeutend leichter, wenn ich das nicht allein durchstehen muss und mich jemand zieht.

  3. Bei mir kommen im Training immer Bestleistungen und im Rennen geht alles den Bach runter. Ich stehe mir da immer selber im Weg meinen viele, die ich über die letzten Jahre durch Rennen kenne.
    Immer wieder kommt, Stefan, stell doch mal den Kopf ab. Ich habe da auch schon viel nachgelesen aber so wirklich bekomme ich es nicht in griff. Da ich mir so ziemlich jedes Rennen damit versaue, hätte ich doch sehr großes Interesse an diesem Buch.

    • Das erinnert mich total an meine Marathons. Die Trainings liefen großartig und im Wettkampf lief es umgekehrt. Mein letzter Marathon in Chicago lief aufgrund einiger Strategien aus dem Buch sehr gut. Ich hoffe, dass ich es dann auch beim nächsten so umsetzen kann. Ich halte dir die Daumen, dass du das Ruder beim nächsten Rennen rumreißen kannst.

  4. Das hört sich nach einem guten Buch an.

    Also ich habe schon oft mal Gedacht: das schaffst du nie, oder auf dem Rad schon darüber nach gedacht wie es nur gleich beim laufen noch funktionieren soll.

    Abgebrochen habe ich noch keinem Wettkampf durch mentale Probleme aber mir fällt es teilweise schon sehr schwer meinen inneren Schweinehund zu überwinden.

  5. Puh, eine solch umfangreiche Lektüre benötigt auch einen fetten Artikel 😀

    Aber dein Artikel ist nicht nur umfangreich und fett, sondern macht Lust auf mehr. Wahrscheinlich deswegen, weil Trainingsmentalität genau mein Thema ist.

    Habe das Bich direkt mal auf meine Wunschliste gesetzt. Danke für die Vorstellung, ein Buch was sonst wohl untergegangen wäre.

    Beste Grüße
    Daniel

    • Ja, so in etwa war auch mein Ansatz für diesen Beitrag! Über 300 Seiten wollen irgendwie zusammengefasst werden. Siehst du, da liegt auch sicher eins meiner kleinen mentalen Probleme. Ich habe so viele Worte in mir, die auch gern mal im Wettkampf für Tumult sorgen. Auf jeden Fall sollte das unbedingt auf die Wunschliste. Kannst sicher ganz viel draus mitnehmen.

  6. Vllt hilft es mir ja im Winter – die Trainings auf der Rolle sind echt schwer zu überstehen….. Ist jedes Mal ein Kampf. Oder hat hier jemand ein paar Tips? 😉 iPad TV, etc helfen nicht wirklich :/

    • Das ist auch mein wunder Punkt. Super Thema, das du da ansprichst. Ich halte mich einigermaßen aufrecht mit Musik. Laut. Sehr laut. Gern auch Konzerte auf Blue Ray. Dazu Zeitschriften (Triathlon, Laufen, Radsport), ich klicke mich durch hunderte YouTube Videos. Dokus finde ich klasse. Die Rolle in die Sonne zu ziehen und hinaus zu starren kann auch tatsächlich helfen. Ansonsten sind auch sehr interessant gestaltete Trainings eine kleine Motivation. Ein tolles Programm mit allerhand Aufgaben von meiner Trainerin machen sich immer gut. Sollte es irgendwie gehen, im Team fahren. Zwei Rollen nebeneinander… Leider weiß ich jetzt auch nicht mehr.

  7. Meiner Meinung nach ist mentales Training ebenso wichtig, wie körperliches. Gerade gestern habe ich in meinem Blogpost zur Motivation geschrieben, wie wichtig es ist, dass man sich klar macht, WARUM man trainiert, was das persönliche, klar definierte Ziel ist. Mit dem Fokus darauf lässt sich auch die ein oder andere Durststrecke leichter überwinden. Vor Wettkämpfen meditiere ich gerne darüber. Ich versuche mir vorzustellen, wie ich den Wettkampf erfolgreich durchlaufe und finishe. Mit dieser positiven Affirmation starte ich dann motiviert in den Wettkampf. Mein Ehrgeiz und mein starker Wille hat mir bisher immer geholfen, wenn ich während eines Wettkampfes ins Zweifeln gekommen bin, das Ding durchzuziehen. Aufhören ist keine Option für mich. Ich bin aber sehr gespannt, welche anderen, neuen Ansätze in dem Buch zu lesen sind.

    • Ziele und das Bewusstsein für das Warum sind absolut hilfreich für die eigene Motivation, aber auch gezielt an der Umsetzung zu arbeiten. Positives Denken ist natürlich ein Teil davon. Was mir besonders an dem Buch gefiel, dass es nicht Tipps für langfristige, sondern auch kurzfristige gibt. Dass ich so wirklich Ansätze fand, wie ich mich durch kleine alltägliche Situationen beiße und harte Training einigermaßen hart durchziehe.

  8. Da ich nicht mit sehr viel Talent gesegnet bin und als Späteinsteiger sowieso muss ich mir sehr viel erarbeiten, was letztendlich dann über den Kopf geht. Auch wenn einiges mit zunehmenden Alter nicht mehr so leicht geht wie früher, ist mentale Stärke gefordert. Und einen Ironman bei tw. um die 40°, wie letztes Jahr in Frankfurt, zu finishen, geht zumindest bei mir nur noch über den Kopf, weil der Körper schon lange nach aufhören schreit.
    Mein kleiner Blog hat seinen Namen ja auch nicht ohne Grund 😉 .
    Liebe Grüße
    Frank
    P.S.: Für alle Fälle noch meine Mailadresse:
    kuehl.frank@web.de ,

    • Bei all dem, was du schon erreichst hast, musst du ja schon sehr hartnäckig sein. Sich etwas zu erarbeiten oder sogar dafür zu kämpfen ist sicher, was man lernen muss, aber wenn man das einmal verinnerlicht hat, kann es in so vielen Lebensbereichen helfen. An den Ironman Frankfurt und die Bedingungen wirst du sicher für immer denken, aber das glaube ich zu gern. Das war einfach eine knallharte Kopfleistung. Immer wieder fantastisch darüber nachzudenken. Unglaublich!

  9. Den Spagat zwischen Beruf und ambitioniertem Training auch im Kopf gut hinzubekommen ist für mich manchmal eine große Challenge, da ich beruflich sehr eingebunden bin. Ich funktioniere zwar unter Stress ziemlich gut, doch belastet es mich manchmal mental sehr stark. Das Buch ist bestimmt hilfreich, um sich hier mental besser einzustellen.

  10. Ich kenne das von mir auch. Wenn mein Kopf nicht mehr mitspielt dann kommt auch nichts mehr aus den Beinen. Hatte ich auch selbst letztes Jahr in Spa zu spüren bekommen. Durch einen verspäteten Zug war der komplette Morgen vor dem Rennen extrem stressig und ich hatte eigentlich schon keine Lust mehr und dementsprechend ist dann auch die Leistung gewesen.

    • Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wenn bei mir vor einem Wettkampf nicht alles wie geplant läuft, dann fällt es mir auch sehr schwer, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ähnlich auch im Training. Da kann man sicher aber ebenfalls dran arbeiten.

  11. Na das klingt doch ganz interessant! Bisher hatte ich mental zum Glück keine Probleme, aber letztes Jahr bei meiner ersten MD wurde ich beim HM doch ganz schön auf die Probe gestellt. Nachdem nächstes Jahr meine erste LD auf dem Plan steht, wird das Thema noch viel wichtiger… Da schadet der ein oder andere Tipp sicher nicht 😉

    • Auf jeden Fall ist mit Hinblick auf noch längere Distanzen und vielleicht mehr Wettkämpfe ein Blick in das Buch sehr sinnvoll. Bei meiner ersten MD hatten mich die 90km auf dem Rad mental sehr übermannt. Fast drei Stunden allein auf dem Rad zu sitzen, können gefühlt unheimlich lang werden. Mittlerweile läuft es aber sehr viel besser und auf den HM freue ich mich einfach immer. Läuferin halt…

  12. Ich betreibe erst seit zwei Jahren Sport / den Triathlonsport als Hobby. Dieses Jahr versuche ich mich an meinem ersten Marathon und an meiner ersten Mitteldistanz. Zum Glück habe ich bis jetzt bei meinen Wettkämpfen noch keine mentalen Probleme bekommen. Ich denke aber je weiter man geht, je weiter die Distanzen werden um so mehr muss die mentale Stärke wachsen um den Wettkampf zu überstehen.

    Gern würde ich das Buch gewinnen um mich optimal auf meinen ersten Marathon (im April in Hamburg) vorzubereiten.

    Viele Grüße aus Hamburg
    Patrick

    • Hallo Patrick,

      schon von deinem sportlichen Verlauf zu lesen. Da hast du dir wirklich sehr schöne Dinge für dieses Jahr vorgenommen. Ich halte dir für die Vorbereitung die Daumen! Hamburg steht auch auf meiner Wunschliste. Ich denke, du steckst schon mitten in deinem Plan. Viel Erfolg.

  13. Ich bin aktive Mountainbikerin, ich liebe den Sport über alles nur jedesmal wenn wir zum Marathon fahren bin ich so aufgeregt das ich schon dadurch einen Auffahrunfall auf dem Event Parkplatz verursacht habe. Mit mir kann man teilweise nicht mehr sprechen weil ich nur noch apathisch in der Gegend rum starre. Erst im Rennen merke ich hey das macht doch Spaß und im Ziel freu ich mich das ich es geschafft habe. Auch im Training hab ich das Problem das ich mich so sehr unter Druck setzte das ich fast den Spaß am Biken verliere. Ich weis nicht warum aber nein Kopf sagt immer Achtung du könntest stürzen oder Bergauf sagt er immer du bisz zu langsam. Mein Mann und ich streiten uns regelmäßig beim trainieren weil ich dann so frustriert bin.
    Ich kann Mountainbike fahren und ich bin nicht die langsamste aber mein Kopf sagt mir immer das Gegenteil.
    Ich würde dieses Problem so gerne ablegen aber schaffe es allein nicht.

    • Das kenne ich nur zu gut..vor allem, wenn man Mitfahrer hat die einem leicht überlegen sind. Seitdem ich mir downhill das Becken gebrochen habe, habe ich noch immer richtig Angst mich wieder hinzulegen. Es ist oft ein Kampf, gerade bergan und das merkt man halt besonders, wenn man nicht vorweg fahren kann. Irgendwie reicht es im Kopf nie, auch ich habe immer die Ambition es irgendwie noch besser machen zu müssen, aber ich versuche es dabei nicht zur Frustration kommen zu lassen. Das kommt beim Laufen natürlich auch mal durch, selbst wenn ich ganz alleine unterwegs bin, da laufe ich dann gegen mich selbst 😉

      • Frust sollte natürlich nicht aufkommen. Schließlich ist das alles unser Hobby, dem wir lieben gern nachgehen und das uns eigentlich nur Freude bereiten sollte. Auch wenn es mal wieder nicht läuft oder sehr schwer fällt. Ich denke, du machst das genau richtig. Ambitionen es besser zu machen ja, Frust nein.

    • Hallo Marie,

      ich bin beim Radfahren auch nicht besonders sicher, versuche aber immer den Spaß zu sehen und mich ganz doll darauf zu konzentrieren. Ich habe bei diesem Thema schon lange so abgeschaltet, dass ich gar nicht mehr höre, wenn andere sagen, dass ich doch den Berg schneller hochfahren kann. Vorsicht ist besser, als das etwas passiert. Dennoch sollte es natürlich nicht hinderlich sein. Mir hat mal jemand den Rat gegeben, dass ich bei großer Aufregung etwas in der Hand ganz fest halten soll. Das geht natürlich beim Radfahren schwer, aber ich konzentriere mich dann immer nur ganz fest auf eine Sache. Wir Mädels müssen uns, glaube ich, mehr bewusst machen, dass es genau so ok ist, wie wir fahren. Hoch können wir oft mit anderen mithalten, oder sind sogar schneller und holen das auf, was wir bei den Abfahrten versäumen…

  14. Ich bin leider auch so ein Kopfmensch und denke zuviel.
    Aber in den letzten Wochen/Monaten bekomme ich das immer besser in den Griff. Ich habe angefangen „BEWUSST“ abzuschalten (Meditation) und Yogaähnliche 😉 Aktivitäten in mein Trainings-, Tagesprogramm mit einfließen zu lassen. Ein Buch darüber habe ich auch schon gelesen. Die Stärke die ich daraus ziehe ist schon beachtlich. Ab und an haut es mich zwar wieder gedanklich weg, aber ich schaffe es meist gleich wieder in die Spur zu bringen.
    Viel positives ziehe ich auch immer aus deinem Blog, weil es mich immer wieder motiviert wenn ich hier lese 🙂

    • Das hört sich richtig gut an, Ralph. Man muss sich das sicher auch tatsächlich als eigenes kleines vornehmen und Yoga sowie Meditation können dabei sicher eine große Hilfe sein. Yoga und Atmen haben mich schon häufiger durch einen Tempodauerlauf oder auch Intervalle gebracht. Nur beim Schwimmen und Radfahren will mir das irgendwie nicht helfen. Aber das wird sicher auch noch. Da habe ich aber auch etwas weniger große Ambitionen,…

      Das freut mich total. Die Bloggergemeinschaft, einschließlich deiner Seite, motivieren auch mich ungemein.

  15. Abgebrochen habe ich bisher noch nie, aber sehr wohl das Empfinden gehabt, dass bspw. schon nach 2km laufen die Luft gefühlt weg war. Was dann losgeht ist ein mentales Feuerwerk im Kopf – Angst und Verzweiflung gleichermaßen. Wenn dann noch Schmerzen hinzukommen und man einfach nicht mehr genau weiß, ob es nun klug ist sie einfach zu überrennen oder in einem sichereren Modus zu bleiben, hadert man mit sich selbst auf jedem Meter – so ging es mir zumindest beim letzten Silvesterlauf und noch Tage danach stellte ich mein komplettes Training infrage, den Sinn und ob sich für mich ein Weitermachen noch lohnt.

    Auch im Trainings ist es schwer, genau den Punkt zu treffen, an dem es sich lohnt jetzt noch 2 Kilometer durchzuziehen oder eine Schippe draufzulegen, oder wann es sinnvoller ist, es einfach mal gut sein zu lassen, da ich sowieso dazu neige zuviel zu wollen. Einen guten Mittelweg zu finden der einen körperlich und mental wirklich weiterbringt, das ist die Kunst und eine Sache an der ich wahrscheinlich lebenslang lernen und herumprobieren werde.

    • Es ist sicher eine „Arbeit“ die wir sehr lange vor uns haben und das betrifft bestimmt auch das gesamte Leben, den Alltag.

      Da hast du ja bereits einige sehr intensive Erfahrungen gemacht, die dich bestimmt aber auch mental stärken und dich weiterbringen. Wichtig finde ich immer zu erkennen, was tatsächlich los ist. Woran hat es gelegen und was kann man beim nächsten Mal besser machen. Äußere Einflüsse, wie Wetter, kann man zwar nur schwer beeinflussen, aber man kann daran arbeiten, dass der Kopf das alles nicht noch schwerer macht, als es ohnehin bereits ist. Hauptsache man schadet seinem Körper nicht. Viel Spaß auch weiterhin bei all deinen Vorhaben!

  16. Super Bericht. Das Buch hört sich wirklich sehr interessant an.
    Zur Kopfsache. Das spielt natürlich immer eine große Rolle. Im Training versuche ich immer so weit wie möglich von meinem Startpunkt weg zu laufen, damit ich auf dem Rückweg nicht in Versuchung komme abzukürzen. Beim Wettkampf rufe ich mir immer wieder die zahlreichen Stunden, in denen ich mich für diesen einen Tag gequält habe, in Erinnerung. Gerne baue ich sehr lange gerade Strecken / schlechtes Wetter oder akute Lustlosigkeit in mein Training ein, um mich mental „abzuhärten“.
    Einen Abbruch im Training oder WK habe ich aber auf Grund der Kopfsache noch nie abgebrochen – da muss wenn überhaupt dann der Körper zuerst streiken – auf den wird immer fleißig gehört 🙂

    • Vielen lieben Dank für das Feedback, Sascha. Kann dir das Buch Mentales Training nur ans Herz legen.

      Das ist eine ziemliche Taktik. Schließlich hat man so viel im Training gegeben. Da sollte man sich im Wettkampf dann auch durchbeißen. Ich sage ja immer, dass der Wettkampf das Sahnehäubchen ist. Die Belohnung für die harte Zeit.

      Auf den Körper würde ich auch immer wieder hören. Da habe ich sehr viel über die vergangenen Jahr gelernt.

  17. Das Buch ist sicher sehr interessant. Habe mich mit mentalem Training bisher noch nicht beschäftigt. Aber ich weiß, wenn der Kopf nicht will, ist der Körper auch nicht in der Lage Leistung zu bringen. Hatte ich schon einmal in meinem Blog beschrieben. Aber einen Wettkampf habe ich noch nicht abgebrochen, eher mal auf Training verzichtet 🙂

    • Wettkämpfe brechen wir sicher nur in extremen Fällen ab und selbst dann, fällt es sehr schwer. Ein Training habe ich auch schon mal sausen lassen, wenn ich zu platt war. Wirklich schlimm ist nur, wenn ich Leistung nicht abrufen kann, obwohl die Vorbereitung gut war, nur weil mich der Kopf im Stich lässt. So oder so ist aber das Buch mal lesenswert.

  18. Beschäftigt ihr euch neben eurem Training auch aktiv mit eurem Kopf?

    Ich kenne zwar das Buch nicht – weshalb ich es natürlich auch gewinnen möchte – aber mit der mentalen Stärke habe ich mich bereits sehr oft umgesetzt. Ich bin der Meinung, dass man für eine absolute Topleistung einen klaren Verstand und ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben muss. Das alles beginnt im Kopf. Ohne den läuft nichts. Am besten bemerkt man das im Training, wenn einem Dinge von der Arbeit oder einem privaten Streit nachhängen und man am liebsten nach 5 Kilometer stehen bleiben möchte. Der Körper hat keine Kraft, weil der Geist nicht bei der Sache ist.

    Habt ihr schon einmal einen Wettkampf oder ein Training nicht durchgezogen oder vielleicht sogar abgebrochen, weil euer Kopf einfach nicht mit dem Körper harmonierte?

    Wer nicht glaube, hat schon verloren. Gerade in den ersten Jahren waren Wettkämpfe körperlich und mental sehr hart. Ich kam zwar immer ins Ziel, aber ich habe wohl nicht oft dran geblaubt. Wenn man sich bereits auf den ersten Metern unsicher ist die Leistung abzurufen, dann begleitet einen das die komplette Distanz. Wenn ich in der Lage bin den Kopf auszuschalten oder eben positiv zu denken, dann ist alles möglich und bisher habe ich dann auch die besten Leistungen abgerufen. Gerade die schweren Trainingseinheiten nutze ich um mental stärker zu werden!

    • Auf jeden Fall, Patrick! Ein wacher Verstand und Selbstbewusstsein gehören zu einem super Wettkampf in jedem Fall dazu. Das hilft dann auch sicher, über das ein oder andere Hindernis (der Mann mit dem Hammer) hinwegzugehen und bis zum Schluss durchzuziehen.

      Arbeitsstress ist bei mir auch oft ein Knackpunkt. Bei Intervallen geht es glücklicherweise immer. Da ackere ich den Stress ordentlich weg. Aber bei längeren Läufen oder Tempoeinheiten, die mich über gewohnte Strecke führen oder schlimmer noch, beim Radfahren beim Training auf der Rolle,… da könnte ich verrückt werden. Das Buch gibt zwar dafür auch Ansätze, aber darüber hinweg hat es mich bis jetzt noch nicht so ganz gebracht.

      Bei dir scheint deine Erfahrung wirklich Gold wert zu sein. Ich suche derweil noch diesen Schalter für ein AUS… 😉

  19. Vielleicht liegt es daran, dass ich bislang nur auf der Sprintdistanz unterwegs war und in diesem Jahr auf die olympische Distanz wechsel, aber an mentales Training habe ich noch nicht gedacht. Vielleicht wäre es gut, wenn ich deshalb gewinne 🙂

    • Aufgegeben habe ich bislang noch keinen meiner vier Sprinttriathlons. Allerdings habe ich auf Norderney schon nach ca. 120m in der Nordsee drüber nachgedacht. Ich habe noch keinen Neo und dachte mir, Mitte September wird das nicht so schlimm sein und eine Woche vorher im Fühlingersee in Köln war es auch in Ordnung. Und mal ehrlich, wer braucht für 500m schon einen Neo?! Sehr naiver Ansatz!

      Hinzu kam auch noch, dass ich zum ersten Mal diese Silikondinger in den Ohren hatte, damit kein Wasser in die Ohren läuft. Wieso ich das im Training nicht mal getestet habe, kann ich bis heute nicht sagen.

      Das blöde an diesen Silikondingern, ich bilde mir ein, man hört die „Körpergeräusche“ wesentlich besser. Sowas kann in Streßsituationen schonmal Beklemmungen auslösen. Nun kam noch der Schreck des kalten Wassers hinzu. Ich hatte auf den ersten 200m gut damit zu kämpfen, mir einzureden, dass alles in Ordnung ist, gleichmässig zu atmen, einen Zug nach dem anderen zu machen. Es ging erstmal nur mit Brust voran. Irgendwann, so die letzten 150 – 200m hatte ich dann Spaß. Da hätte ich auch noch mal 500m schwimmen können.

      Hab einiges an diesem Tag gelernt 😀

      • Wenn man so etwas mal erlebt hat, ist man um einen riesigen Sack Erfahrungen reicher. Deshalb war das vielleicht gar nicht so schlecht, dass du das im September ertragen musstest, bevor es dir auf der OD passiert. Aber beim Schwimmen im WK gibt es auch bei mir immer mal wieder Probleme. Natürlich waren die am Anfang häufiger, aber wenn es sehr Turbulent zugeht, muss ich mich immer sammeln. Dabei spielt mein Kopf und die Liebe zum Schwimmen und Wasser eine riesige Rolle. Noch konnte ich das jedes Mal hinbiegen.

        Das mit den Körpergeräuschen macht mich auch verrückt. Deshalb schwimme ich eigentlich immer ohne, wenn es geht. Aber ja, üben sollte man eigentlich immer vor einem Wettkampf alles, was bis dahin möglich ist.

    • Ich glaube, man kann damit gar nicht früh genug anfangen, aber gleichzeitig bin ich auch der Überzeugung, dass man den Teufel nicht an die Wand malen muss. Vielleicht wirst du auch bei der OD von deinem Kopf verschont werden. Auf jeden Fall gilt für mich immer: beim ersten Mal geht es immer Spaß. Also habe den bei deiner ersten OD auf jeden Fall. Genieße es.

  20. Jetzt werden viele Schweinehunde bibbern! Gerade sie versuchen einen mental klein zu halten und an das Sofa zu fesseln. „Du bis langsam“ „Das kannst du eh nicht“ „Sofa und Eis ist besser als Training“…
    Wird der Kopf gestärkt prallen die Worte vom Schweinehund ab und man verfolgt seine Träume.

    Mentale Training wäre auch was für meinen Kopf der sich täglich gegen den Schweinehund durchboxen muss.

    • Das sollen sie! Zum Glück ist meiner über die Jahre sehr Handzahm geworden und weiß das Training sehr zu schätzen. Aber was ich so von dir mitbekommen habe, schaffst du es auch sehr mutig und mit viel Durchhaltewillen, weiter an der Verwirklichung deiner Träume festzuhalten. Das finde ich jedes Mal immer sehr bewundernswert.

  21. Abgebrochen habe ich eine Wettkampf noch nicht, aber in Berlin letztes Jahr hat er mir ordentlich Streiche gespielt. Und ab Kilometer 35 war das keine gute Kombination :/ ein paar Stunden nach Zieleinlauf war ich dann trotzdem überglücklich. Ich bin leider ein sehr kopflastiger Läufer der immer wieder viel zu viel nachdenkt. :/

  22. Liebe Din,
    ich habe gestern schon den Artikel gelesen, aber einfach schlichtweg vergessen, dass ich ihn ja eigentlich gelesen habe, um ihn zu kommentieren, weil das Buch super spannend klingt. Also mache ich es jetzt 😀

    Mir ist das beim Training gerade am Anfang schon so oft passiert, dass ich das Gefühl hatte, mein Körper hätte noch Energie, aber mein Kopf hat immer wieder gesagt, dass es nicht mehr geht. Manchmal vermutlich der klassische Schweinehund, den ich überwinden musste und nicht immer hat es geklappt. Auch heute ist das ab und zu noch so. So wie jetzt gerade in diesem Moment. Ich sitze hier auf der Couch und in meinem Plan für heute steht, laufen zu gehen, aber ich mache seit einer Stunde alles mögliche und bekomme mich nicht dazu motiviert, die Laufschuhe anzuziehen. Ich warte dann aber manchmal auch auf einen Impuls von irgendwoher und dann auf einmal klappt es. Ganz komisch…mein Kopf… 😀

    Liebe Grüße 🙂

    • Diese Impulse kenne ich zu gut, liebe Lena. Manchmal schaffe ich plötzlich so viel um mich herum, nur um eine Ausrede für das Training zu haben, dass ich dann letztlich doch irgendwie in Angriff nehme. Das Buch kann da auch so ein Impuls sein. Muss man nur Herumliegen sehen…

      Aber das ich im WK nicht immer alles gebe, habe ich auch schon oft erlebt. Irgendwie bin ich immer mal wieder etwas zögerlich und denke mir, dass ich nach hinten raus noch etwas Kraft brauchen könnte. Das ist bei mir manchmal echt hinderlich.

  23. Pingback: #Lieblingsblogs Empfehlungen von euch für euch – Coffee & Chainrings
  24. Mentales Training… so wichtig wie normales Training. Zumindest für meinen Kopf. Ohne wäre irgendwie alles anders. Ich würde sehr gerne an der Verlosung teilnehmen und schauen, was ich für meinen Wettkampf im Kraichgau noch positives tun kann. 🙂

  25. Hallo Din,
    Da kenne ich ein, ich,meine erste Langdistanze, in ROTH 🙂 Es war tropisch heiss, 2014 , es fing an mit Neo vergessen, mein Kopf sagt, dass war es mit dem Rennen,gehe nach Hause, mein Körper ist es gewohnt solche Strecke zu schwimmen, also schwamm ich die erste Disziplin, dann ging es mit dem Bike weiter,mein Körper nahm das Wasser auf, um in den nächsten Moment aus raus zu schwitzen, Kopf sagte trinken, der Körper fuhr die zweite Disziplin zu Ende, im Zelt beim Wechsel in den Schuhen, hörte ich nicht auf mein Schweinehund, der sagte sitzen bleiben, sondern wieder auf mich, es ging los und dann befand ich mich im Sanizelt am Tropf, Mental sehr angeschlagen schon beim schwimmen, wer weiss, wäre ich mental stark gewesen hätte ich das rennen beendet, aber so sind etliche negative Gedanken im Rennen gewesen 🙁
    Mlg Marcus

    • Eine wirklich sehr negative Erfahrung, die schon früh im Rennen begann. Ich hoffe, dass du bald eine ganz wunderbare Langdistanz erleben wirst und von Anfang bis Ende Spaß haben wirst. Sicher ist so eine LD immer unfassbar anstrengend, aber dafür machen wir es ja irgendwie auch. Um etwas Unglaubliches zu erleben.

  26. Ich denke eine Vorbereitung im Kopf und für den Kopf ist sehr wichtig, das mache ich vor jedem Training und jedem Wettkampf. Beim Traibing gehe ich das gesamte Training einmal im Kopf durch und überlege mir, wie ich mit schweren Situationen umgehen kann. Im Wettkampf habe ich weniger ein Problem. Abbrechen wegen dem Kopf musste ich noch nie. Ich hoffe das bleibt so 🙂 Aber das was ich mache ich noch weit von mentalem Training entfernt.

    Hast übrigens nen Klasse Blog, unglaublich motivierend!

    • Hallo Stephan,

      ganz vielen lieben Dank für dein Feedback. Das freut mich ungemein und motiviert zu mehr.

      Das, was du da berichtest, hat aber schon etwas, von mentalem Training. Klar, kann man immer noch mehr machen und das Buch bietet einiges an Anreize und Ideen. Das Training im Kopf durchzuspielen ist bestimmt eine gute Art, um einen Anfang in diese Thematik zu finden.

  27. Das hört sich nach einem richtig guten Buch an, wenn auch nicht für mich (Laufanfänger, ich freu mich schon wenn ich 7km schaffe 🙂 ), aber für meine Freundin, die sich gerade auf ihren ersten Marathon vorbereitet. Ich hatte Sie neulich gefragt, wie man sich unterwegs denn motiviert weiter zu machen und woran man da so denkt…ihre Antwort „tja…irgendwie…ach, was muss, das muss“.
    Das Buch wäre ein tolles Geschenk, welches ich ihr gerne machen würde.

    • Ja, das ist ein Ansatz, den sicher sehr viele haben. Was muss, das muss irgendwie. Das Buch ist da natürlich etwas, das gerade für längere und intensivere Vorhaben perfekt gemacht ist. Da könnte sich deine Freundin bestimmt etwas abschauen.

      Also Laufanfänger aber 7km zu schaffen, ist auch etwas, auf das du wirklich stolz sein kannst. Viel Spaß auch weiterhin.

    • Zum Glück bisher erst einmal, als ich beim Rennsteiglauf nach 56 Kilometern als ich überholt wurde mir plötzlich einredete ich würde langsam werden. Dabei war der nur extrem langsam gestartet und hat das ganze Feld von hinten aufgerollt.
      Erst nach zwei Kilometern wandern und einem halben Liter Cola fing ich wieder an zu rennen und hab fast alle wieder eingesammelt die mich überholt hatten und würde trotzdem mit neuer Bestzeit Neunter.

      • Also nach der Strecke kann einen der Kopf dann wohl wirklich mal ein Streich spielen. Klasse, dass du dich dann aber auch wieder so super gefangen hast. Das muss man auch erst einmal schaffen und dann zugleich eine Bestzeit rausholen. Wahnsinn.

  28. Mentales Training rückt gerade bei mir in den Focus, denn am 3. Oktober steht der Taubertal 100 an. Wird mein erster Hunderter und Mentale Stärke ist hier sehr wichtig.
    Wettkampf oder Training habe ich bisher immer durchgezogen. Mehr Recht als schlecht, aber das Wort aufgeben kenne ich nicht.
    Liebe Grüße
    Sigmar

  29. Mentales Training ist definitiv ein wichtiger Baustein. Wenn der Kopf nicht mehr mitmacht, dann wird automatisch die Bremse gezogen, selbst dann, wenn der Körper noch könnte. In meiner Vorbereitung zum letzten Berlin Marathon habe ich dies selber zu spüren bekommen. Es waren nur noch 2 Wochen bis zum Wettkampf und die Vorbereitung so gut wie abgeschlossen. Der letzte lange Lauf und plötzlich fehlte mir bei Kilometer 19 die Motivation noch die restlichen Kilometer zu laufen. Ich war leer. Monatelanges Sololaufen hatte an dern Nerven gezerrt. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich dann im Marathon. Nach 40 Kilometer merkte ich, dass ich die Zielzeit knapp verpassen würde und plötzlich wurde alles schwerer. Der berühmte Mann mit dem Hammer. Ich glaube, dass man mit mentalem Training diesen Erlebnissen vorbeugen kann.

    • Hi Daniel,

      das sind natürlich Momente, die man wirklich nicht gern erlebt. Das mit der Motivation, wenn Zielzeiten dahinschwinden, kenne ich selbst nur zu gut. Man fragt sich dann, was es noch soll. Auch dabei kann das Buch sicher eine Stütze sein. Denn Ziele neu zu setzen, während man sich direkt dabei befindet, welche zu verpassen, wird ebenso angesprochen.

  30. Hi Din,

    so richtig in Harmonie sind die zumindest bei mir eher selten. Mein Kopf will meist mehr als mein Körper im Stande ist zu leisten 😉 Umgekehrt gibt es das natürlich auch. Heute war es schön feucht kalt und mein Kopf hatte wenig Interesse am Laufen. Zum Glück hat er dann doch auf das Gribbeln in den Beinen gehört. Und was soll ich sagen… es lief sich bestens. Verlosungen sind ja eigentlich gar nicht mein Din, aber erstens wollte ich bei Dir schon dauernd mal einen Kommentar hinterlassen und zweitens kann ich bei Büchern einfach nicht widerstehen 🙂 Sehr stylisch – dein Blog!

    Gruß vom FlowRunner

    • Vielen lieben Dank!

      Umgekehrt finde ich ja fast noch erträglich. Da weiß man dann, dass man mehr tun müsste. Wenn der Kopf aber den Körper nicht unterstützt, der mehr leisten könnte, wird es echt schwierig. Hört sich aber super an mit deinem Lauf heute. Freut mich, dass du dich trotz des nicht einladenden Wetters aufraffen konntest.

  31. Dieses Buch zu gewinnen, wäre eine super Sache für mich. Ich habe schon viel über mentales Training gehört, aber mir bislang zu meiner Schande nie die Zeit dafür genommen. Das Buch wäre eine tolle Möglichkeit wirklich damit anzufangen. Und sinnvoll wäre es sicher dies zu erlernen – besonders beim Laufen macht mein Kopf leider oft nur ungern mit.

  32. Ich laufe leidenschaftlich gerne Marathon und kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass mentales Training unfassbar wichtig ist – nicht nur beim Marathon übrigens, sondern in sämtlichen Lebenslagen. Aber um beim Sport zu bleiben, mir fehlte in meiner letzten Marathonvorbereitung die mentale Stärke meinen Plan auch nur ansatzweise durchzuziehen. Besonders die Intervalleinheiten liefen nicht wie geplant. Um den Kopf wieder frei zu bekommen, habe ich dann beschlossen eine Woche komplett Abstand vom Plan zu nehmen und einfach das zu machen, was mir in dem Moment in den Sinn kam (in diesem Fall habe ich die wunderschönen Trails in Kapstadt erkundet und den kompletten Tafelberg gekreuzt). Danach war wieder mehr Motivation da.

  33. Klingt nach einem sehr spannenden Buch, vielen Dank für die ausführliche Rezension! Ich bin fest davon überzeugt, dass die innere Einstellung die Leistungsfähigkeit sehr stark beeinflusst. Undnich glaube jeder etwas ambitionierte (Hobby-)Sportler setzt sich sehr intensiv mit seiner Sportart auseinander, von Trainings- und Wettkampfplanung über die richtige Kleidung und Ernährung bis hin zu Ausgleichstraining. Für mich ist immer noch die Herausforderung, all diese Gedanken produktiv zu nutzen und zusammen zu führen – und sich eben nicht auf Nebenschauplätzen zu verlieren. 😉

  34. Im Wettkampf hatte ich das Problem noch nicht, dass mein Kopf und Körper nicht harmoniert haben. Aber im Training kam es schon vor, dass ich rein körperlich noch könnte, aber der Kopf wollte einfach nicht mehr. An manchen Tagen sind lange Läufe da echt hart, weil einem irgendwann langweilig wird. Für lange Läufe höre ich dann jetzt zum Beispiel ein Hörbuch, damit die Langeweile des Kopfes es nicht anstrengender für den Körper macht.

    • Das mit dem Hörbuch ist eine schöne Idee. Das sollte ich auch mal wieder für meine langen Läufe in Betracht ziehen. Es ist schon Jahre her, dass ich das gemacht habe. Vor allem wenn man an seine Belastungsgrenze geht und es hier und ziept, ist Abwechslung und Unterhaltung doch sehr schön.

  35. So richtig bewusst Mentaltraining habe ich bisher noch nicht gemacht.

    Letztes Jahr beim Frankfurt Marathon habe ich bei Kilometer 30 jedoch am eigenen Leib erfahren, was mentale Stärke ausmacht. Gefühlt konnte ich nicht mehr weiter laufen. Als ich jedoch am Streckenrand stand und beinahe aufgeben wollte, ging mir vieles durch den Kopf. Was wird die Familie sagen? Wie kommuniziere ich das Debakel in meinem Blog? Will ich das wirklich? Will ich von einem DNF erzählen oder will ich erzählen, wie ich es doch durchgezogen hatte? Ich entschied mich für Letzteres und rannte weiter. Mit fast der selben Pace wie zuvor.

    In’s Ziel kam ich übrigens auch. Sogar mit der Zeit, die ich mir erhofft hatte.

    • Hallo Martin,

      da war doch mal eine Ansage für den Kopf oder? Was ist nicht alles möglich?! Klar, manchmal führt kein Weg an einem DNF vorbei und vielleicht ist es auch hier und da sinnvoll, wenn es um den Körper geht. Der Kopf kann aber immer wieder Streiche spielen oder wie in deinem Fall mit klaren Fragen vor Auge auch eine Hilfestellung sein. Großartig wie du das dann zu Ende gebracht hast.
      Das Buch bietet für solche Fälle auch Ansätze. Ich bin auch nicht immer regelmäßig am Mentaltraining dran, aber es hilft mir sehr, mir regelmäßig einiges richtig bewusst zu machen.

  36. Ich möchte mich bei euch allen für die zahlreichen und vor allem aber interessanten und motivierenden Kommentare bedanken! Ich hoffe, dass wir uns auch in Zukunft hier austauschen können.

    Das Buch “Mentales Training für Triathleten: und alle Ausdauersportler“ von Jim Taylor und Terry Schneider hat die Mountainbikerin Marie gewonnen.

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