Schwimmgeschichten: Männer haben nicht automatisch Vorfahrt

Nachdem mich kürzlich so eine nette Dame halb des Bades verwiesen und halb wieder neu eingeladen hat, habe ich häufiger als im Plan steht meine Bahnen gezogen. Ich musste herausfinden, wann der erträglichste Tag für ein halbwegs ungestörtes Schwimmtraining ist. Was soll ich sagen, es sind natürlich die Feiertage, an denen kaum jemand um halb sieben am Morgen das kühle oder hier warme Nass sucht. 

Bis jetzt gab es nur wenige ruhige Momente, in denen ich mich auf die Technik konzentrieren konnte. Zwischen sieben und halb acht geht es vielmehr um das blanke Überleben. Wäre ich nicht sowieso tropfnass, würde mir der Angstschweiß von der Stirn laufen. Scheint man mir auch anzusehen! Besagte Dame von neulich hält mich am Ende der Bahn mit dem Hinweis an, dass Männer doch nicht automatisch Vorfahrt hätten, nur weil sie Männer wären. Wie? Was!? Ich solle mich doch durchsetzen. Die Herren können schließlich kurz warten, wenn sie schon so langsam sind und mich vorbeilassen. Ahja. Ok! Klar.

All das entgegnet sie mir aber nicht stehend im Becken am Rand, sondern vom 1m Sprungbrett aus. Das war mir schon am ersten Tag aufgefallen. Wieso um alles in der Welt hängen Männer wie Frauen immer wieder wahlweise am Sprungbrett oder Startblock? Trainiert man heute so seine Oberarmmuskulatur? Ratlos schwimme ich weiter. Zwei Bahnen später hängt sie immer noch und hat direkt noch einen Tipp flüstern parat. Also die junge Frau im hellgrünen Badeanzug schwimmt rückwärts immer sehr langsam. Da kann ich ganz locker vorbei kommen und mir eine bessere Position erschwimmen. Okay. Ich bedanke mich und strample weiter.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

0 Gedanken zu “Schwimmgeschichten: Männer haben nicht automatisch Vorfahrt

  1. Denk‘ dran, dass du beim Brusschwimmen immer den Kopf auf die Seite drehst. Und ein möglichst intensiv-süßliches Parfum umgibt dich mit einer Duftwolke, welche andere Schwimmer nach Luft schnappen lässt. Die müssen dann an den Beckenrand – und du hast freie Bahn. 😉

  2. Liebe Din,

    langsam bekomme ich Lust, mir einmal mein Schwimmbad in der Früh unter die Lupe zu nehmen. Da scheint sich ja einiges abzuspielen 😀 Wie lange musst du noch warten, bis du wieder in dein anderes Bad zurück kannst?
    Und da du gerade vom Schwimmen sprichst, hätte in eine Frage an die Expertin 🙂 Laut Trainingsplan muss ich auch alternativen Sport machen, momentan Rad fahren. Ich würde aber gerne schwimmen, wenn man schon einem See vor der Haustüre hat 😉 Macht das nur kraulend sein? Bzw. Ist es wirklich so schwer, richtiges kraulen zu erlernen?

    Liebe Grüße,
    Markus 🙂

    • Auf jeden Fall, Marcus. Das ist besser als beim Frisör.

      Alternativsport ist immer gut! Das gleicht aus, nicht nur mental sondern auch muskulär. Schwimmen muss nicht Freistil sein, auf jeden Fall ist es für Laufmuskeln pure Entspannung. Du solltest dich auf keinen Fall scheuen, einen Schwimmkurs zu besuchen. Ich habe das vor einigen Jahren an der Uni gemacht und war sehr begeistert. Wir hatten einige Damen im Kurs, die gar nicht Schwimmen konnten oder Kraul erlernen wollten. Innerhalb kürzester Zeit funktionierte das auch bei ihnen wirklich sehr gut. Das ist vielleicht die perfekte Aufgabe für den Winter.

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