Herbst kann golden sein. Milde Temperaturen, blauer Himmel und eine tief stehende, orangefarbene Sonne. Herbst kann aber auch so sein, wie die letzten Tage. Grau, nass, kahle Bäume – wenn man Glück hat. Nebel, Sprühregen und früh einsetzende Dunkelheit, wenn man Pech hat.
Gestern gab es eigentlich auch wenig, was mich herausgetrieben hat – der Tag begann schon sonderbar, also ich mich aus dem Bett habe ziehen lassen müssen. Ob ich in diesem Jahr noch einmal Yoga machen kann, steht in der Sternen. Mein Muskelkater vom Cross Fit taucht an Stellen auf, die ich schon seit Jahren oder besser noch nie gespürt habe. Ich bin froh, dass ich mich beim Tippen nicht sonderlich bewegen muss und meine Fingerchen auf der Tastatur ruhen können. Der Tee wird bevorzugt mit Strohhalm genossen.
Aber, als Bleistiftliebhaber wollte ich natürlich auch meinen Trainingsplan abhaken, also ging es nach einer Kanne Matcha doch raus auf die Strecke. Außerdem zappelten schon die neuen Radschuhe – ehe ich all die Schichten angezogen hatte, war ich als Michelin Männchen schon einmal im Hausflur durchgeschwitzt. Heißer Tee kam trotzdem mit auf die Strecke.
Auf’s Rad gekrabbelt und dem tristen Grau und Wind auf nassen Straßen entgegen. Vom Hinterrad hochgeworfener Dreck schmeckt nicht sonderlich, also gönnte ich mir nur selten den Luxus, im Windschatten zu fahren und strampelte und strampelte. Die Füße bei noch recht milden Temperaturen sicher in den Radstiefelchen verpackt. Bin gespannt, wie sie sich bei Minusgraden schlagen.
Nach nur 40km war ich wieder zurück und wirklich froh, dass ich nicht direkt vom Rad gefallen bin. Jeder Halt an Ampeln oder Kreuzungen war ein Graus, denn mit jeder Minute verteilte sich mein Muskelkater auch auf die Muskeln, die ich so dringend zum Radfahren benötigte. Aber wie es immer so ist, gibt es egal bei welchem Wetter, egal bei welcher Motivation immer einen ganz besonderen Moment. Meiner war dieses Mal so wunderbar, dass sogar meiner Begleitung herausrutschte, dass es wie in einem Film zugehe.
Ein gewaltiger Windstoß wirbelte gelblich braune Blätter von einem Feld in die Luft und fegte die restlichen von den Bäumen – genau in dem Moment, als wir unter den hochragenden Ästen hindurch fuhren. Pure Herbstluft, der Duft nach Laub, die Farben, die tänzelnden Blätter…
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Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.
Gefällt mir sehr gut dein Bericht.
Liebe Din,
wieder ein ganz außergewöhnlicher Beitrag. Du verstehst es immer wieder Gefühle, Geräusche, Farben,… mit Worten zu „malen“. Ich kann den Herbst förmlich riechen, die Blätter rascheln hören. Danke für deine „Sprachkunst“.
Alles Liebe und die besten Grüße aus dem heuer sehr sonnigen Herbst in Ö
Rose
Ich finde, je größer der Schweinehund vorher war, desto schönere Momente erlebt man oft :). Wirklich toll beschrieben!