Hast du dich schon entschieden? (Organspende)

Aufgrund verschiedener Skandale in den vergangenen Monaten ist das Thema Organspende negativ behaftet. Dennoch trat am 1. November das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Krankenkassen werden nun in regelmäßigen Abständen allen Versicherten, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, Informationsmaterialien und einen Organspendeausweis zukommen lassen. Das zwingt natürlich nicht zu einer Entscheidung, denn diese ist freiwillig, aber rückt dieses Thema zumindest ins Blickfeld jedes einzelnen. 

Mir ist Organspende bereits seit Jahren ein wichtiges Thema und meine Entscheidung steht ebenfalls seit langer Zeit fest. Kurz nach meinem 14. Geburtstag entschied ich mich aus verschiedensten Gründen, vegetarisch zu leben. In dieser Zeit ist viel passiert und ich wollte von da an auch Blutspenden. Ich fand es mehr als richtig, allerdings sagte man mir, dass ich in vier Jahren wiederkommen solle. Dort nahm ich dann meinen ersten Organspendeausweis mit, auch wenn meine Eltern in diesem Alter noch das letzte Wort dazu haben würden. Aber ich wusste, was mit mir in einem Notfall passieren sollte.

Seit ich nun Blutspenden darf, gehe ich mehr oder weniger regelmäßig dort hin. Ja, da besteht seit einiger Zeit wieder Nachholbedarf!

Vor einigen Jahren, durch etliche Taschen- und Portemonnaie-Wechsel habe ich meinen Ausweis sprichwörtlich verschlampt. Als ich mich aber für die DKMS, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, während einer Aktion in Berlin registrieren ließ, habe ich direkt einen neuen Organspendeausweis mitgenommen.

Bei der DKMS kann man sich übrigens natürlich online registrieren. Ist man in dieser Datei, erhält man ab und an Informationsmaterial oder bunte Buttons, die man sich an die Jacke stecken kann, um darauf aufmerksam zu machen.

Mittlerweile habe ich eine passende Organspende-Applikation auf meinem Handy. Aber egal ob man eine eigene Organspende befürwortet oder dagegen ist – alles ist absolut richtig. Man sollte sich nur mit diesem Thema beschäftigen.

Hier kann man sich ganz einfach und kostenlos einen Organspendeausweis herunterladen. Dieser hilft nicht nur dir, sondern auch anderen. Er hilft nicht nur Menschen, die so dringend auf ein Organ warten. Er hilft auch deiner Familie, den Menschen, die eine Entscheidung treffen müssen, wenn du nicht mehr im Stande dazu bist. Im Zweifel müssen sie schließlich mit dieser Entscheidung leben, obwohl du sie hättest treffen können.

Wie die Jungen Helden auf ihrer Internet- und Facebookseite sagen: Entscheidend ist die Entscheidung!

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Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

11 Gedanken zu “Hast du dich schon entschieden? (Organspende)

  1. Seit gefühlten 100 Jahren, quasi von Beginn an dieser Aktion, trage ich einen schon ganz vergriffenen Organspendeausweis in meinem Portemonnaie, für mich ist es schon immer selbstverständlich gewesen, meine Organe im Falle eines Falles zu spenden, damit ein anderer Mensch weiterleben kann.

  2. das halt ich wie margitta, seit urzeiten so eine organ-pappe in den papieren, zu studentenzeiten (mit entsprechend mehr zeit und ohne lauftrainings verhindert) zum blutspemnden alle 3 monate (zumal es damals auf dem bonner venusberg 30 bis 40 DM gab pro spende, als studi gern genommen ;-)) nach vielen jahren hab ich das reaktiviert und SPENDE nun statt zu verkaufen mal beim DRK mal bei den maltesern, wer halt grad den dienst macht bei uns auf dem dorf, die wechseln sich da ab. aber nicht so oft weil nur selten die termine passen, was die arbeitszeit angeht und wenn mal so ein seltenerer spättermin dann leider öfter kollidierend mit der harten marathonvorbereitung. aber mangels siebengebirgs-teilnahme dieses jahr hab ich den 10.12. fest im visier!

    • Hallo Bine, danke für dein Kommentar. Klingt nach einem super Plan! Ich werde mich auch wieder aufmachen – die Winterzeit mit weniger Training ist perfekt dafür.

  3. Ich finde die Entscheidung wichtig. Blutspenden darf ich nicht, aber seit es so einfach ist den Organspendeausweis sich online auszudrucken ist er auch bei mir. Wie Du schön sagst, wichtig ist die Entscheidung. Ich finde es auch wichtig, zu kommunizieren, falls man das nicht will oder auch nicht darf (so wie es Krebspatienten geht), denn in einer Siutation ist vor allem Schnelligkeit gefragt und die ist mit so einer konkreten Darlegung gut gegeben.

  4. Über dieses Thema habe ich neulich sehr intensiv nachgedacht und meinen Spenderusweis danach zerrissen. Ich möchte eine andere Sicht in den Raum stellen – meine.

    Ich bin sehr für Organspende, ich möchte, dass auf diesem Weg Menschen geholfen wird. Ich möchte mich, wenn es so weit ist, daran beteiligen. Aber ich bin gegen den Organspendeusweis.

    Warum? Er ist eine Abkürzung, die gern mit medizinischen Notfällen und Engpässen begründet wird. So ist in der Öffentlich keit der meines Erachtens falsche Eindruck entstanden, es ginge dabei immer um Leben und Tod und stes um Sekundenentscheidungen. Das ist falsch. Die meisten Organe, die ein Mensch spenden kann, können sehr gut gelagert werden. In der Intensivmedizin gibt es Möglichkeiten, Organfunktionen von Verstorbenen (Hirntoten) zu erhalten. Es besteht meist kein anderer Grund zur Eile als die Kostenfrage.

    Ich möchte, dass meine Angehörigen wissen, dass es mein Wunsch ist, Organe zu spenden. Ich möchte Ihnen aber auch Gekegenheit und Zeit geben, darüber abschließend zu befinden. Wenn Sie in der Klinik fragen, ob sie mich. och einmal sehen dürfen, dann soll das nicht dadurch unmöglich sein, dass ich bereits auf dem Seziertisch liege. Sie müssen sich von mir verabschieden können. Ich bin ja dann nicht mehr wichtig. Aber ich denke auch an sie, weil ich die Umstände nicht vorhersehen kann und ihre Reaktion auf meinen Tod auch nicht. Ich halte es sogar für egostisch, ihnen quasi vorzuschreiben, ob sie es tröstlich finden sollen, dass Teile von mir noch bleiben werden. Womöglich finden sie das ganz furchtbar. Ich werde mit. einen Kindern und meiner Partnerin darüber reden, damit sie wissen, wie ich darüber gedacht habe und ds in IHRE Entscheidung einbeziehen können.

    Kann ich auch ohne Ausweis spenden? Ja. Wenn es sich zeigt, dass jemand gerade ausgerechnet auf mein Herz wartet, werden die Ärzte sowieso mit meinen Angehörigen reden. Sie tun das vielleicht sogar, wenn im Organspendeausweis ein Nein vermerkt ist. Hier kommt ein weiterer Aspekt ins Spiel und der ist ein Juristischer. Meine Unterschrift im Ausweis ist ein Vertrag, eine Erlaubnis, die den Willen der Angehörigen hinten an stellt. Sie ermöglicht Handlungs- und Handelsfreiheit, denn von der Netzhaut im Auge bis zum Herzen werden die Organe eines Spenders hierzulande leider auch zu einem Handelsprodukt, bei dem es um Deckungsbeiträge und Wettbewerbsvorteile geht. Das möchte ich nicht durch eine Unterschrift fördern. Ich wille, dass sich das System Zeit nimmt, für mich als dann gewesenen Menschen, für meine Angehörigen als verbliebene Menschen und für die Frage, was brauchen wir von dem wirklich. Die „Aufklärung“, das möchte ich, ist mir oft allzu einseitige PR.

    Danke, dass du. ir mit deinem Post Gelegenheit gibst, das einmal öffentlich zu sagen.

    • Hallo Mathias,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die Schilderung deiner Sichtweise. Es sind sehr interessante Punkte, die du erwähnst, die zum Nachdenken und Überdenken anregen. Ich glaube, oft wird die Sicht der Angehörigen vergessen und auch, mit ihnen im Vorfeld über diese Details zu sprechen. Wir machen uns viel zu wenig Gedanken über das, was in solchen Situationen folgt. Auch wenn vieles zu viel einseitige PR ist, hoffe ich, dass so wie durch dein Kommentar Menschen dazu gebracht werden, sich all dessen bewusst zu werden, sich dem Thema annehmen und eine Entscheidung für sich fällen. Auch wenn diese heißt, keinen Spenderausweis zu haben oder ein klaren Nein anzukreuzen.

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