Schwimmgeschichten: Ab mit Neoprenanzug in den Pool – dieses Jahr so ins Freiwassertraining gestartet

Für Triathleten, also zumindest in jedem Fall für mich, und für alle Outdoor Sportler ist im Frühjahr die Möglichkeit endlich auch das Schwimmtraining wieder nach draußen zu verlegen eine dolle Sache. Zwar irgendwie kein Happening, wenn man aufgrund der mageren Wetterlage ins Freibad muss, aber ich konnte mich arrangieren. Gerade weil sich der Frühling in diesem Jahr etwas zierte, fanden meine ersten Poolparties zusammen mit meinem Sailfish statt. Seid wann seid ihr draußen unterwegs?

Mit der Freibadsaison heißt es endlich wieder an der frischen Luft schwimmen! Hurra! Den Auftakt habe ich schon vor einigen Wochen gegeben und musste feststellen, dass sich Schwimmen im Neoprenanzug im Freibad genauso gut macht wie im Urlaub. Klar, nur etwas für Warmduscher.

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Aber ich betone ausdrücklich, dass ich kalt dusche! In jedem Fall sind die knapp 20° Wassertemperatur, die die Becken die ersten Male hatten sicher gut für kurze Tempoeinheiten geeignet. Dauerschwimmen mit mehr als einer Stunde bedarf für mich bei den Bedingungen einen Neo. Der Sonnenschutz ist dabei übrigens nicht zu verachten. Achtung ist aber im Gesicht, am Hals und auch an den Füßen gebeten! Sonst tragt ihr schneller als euch lieb ist braune Söckchen…

Ich habe ja Jahre nicht gewusst, dass ich mit einem Neoprenanzug in ein Schwimmbad durfte! Klar, als ich in dem kalten Pool eines Hotels vor kurzem unterwegs war, habe ich mich nicht gefragt, ob ich das könne. Auch wenn ich mir dabei irgendwie reichlich seltsam vorkam. Aber schließlich hatte ich zum Beispiel in den letzten Jahren immer wieder Triathleten im Las Playitas mit Neo ins Wasser springen sehen. Bei auf- oder untergehender Sonne und im Winter möchte man da für längere Zeit auch nicht ohne rein. Selbst wenn der Winter auf den Kanaren eher wie ein kühler Sommertag daherkommt. Für mich war das in jedem Fall die beste Gelegenheit vor den ersten wirklichen Freiwassereinheiten Freundschaft mit dem G-Range Neoprenanzug zu schließen. Ok, als ich das Mal in diesen winzigen Fummel hinein schlüpfte, verstanden wir uns auf anhieb, weil ich mich ohne Kompromisse in alle Richtungen bewegen konnte. Meine Familie war wegen der Verrenkungen etwas verwirrt. Ob ich vorhabe, damit in Zukunft Yoga zu praktizieren?! Nein, nun das nicht, aber vor allem der Schulterbereich muss bei mir wirklich sehr flexibel sein. Ich habe sonst schnell das Gefühl, dass mich etwas einengt und ich gegen einen Widerstand schwimme.

Bei meinem ersten Ausflug zu Haus in das kühle Nass, habe ich noch etwas unsicher den großen Zeh ins kalte Wasser gehalten. Aber was gab es schon zu jammern mit einem Neo? Zur Sicherheit hatte ich aber einige Tage vorher kurz im Freibad durchklingelt und fragte, ob es Probleme geben könnte, wenn ich mit dem Noeprenanzug ins Becken hüpfe. Natürlich nicht, ich sollte ihn aber anschließend gut ausspülen! Alles klar. Das war doch mal eine Ansage. Vor einigen Jahren sagte man mir mal, dass ich das nicht dürfe,… Nun gab es plötzliche keine Ausreden mehr. Wie bestellt sah ich einen anderen Athleten im Shorty und ein älterer Herr meinte zu seiner Frau, dass das Mädel das genau richtig mache. Ich setzte ein breites Grinsen wie eins dieser Smilies auf und begann meine Bahnen zu ziehen. Der einzige Bademeister weit und breit spielte mit sich selbst an der Wand seines Rettungshäuschens zwischen den Becken Tennis und interessierte sich nicht dafür, was wir drei, vier Schwimmer letztlich trugen.

Hin und wieder gibt es komische Blicke. Egal ob im Freibad oder damals beim Poolschwimmen im Hotel. Aber hey! Schließlich habe ich einiges vor! Ich bleibe immerhin 90 Minuten im Wasser. So. Egal ob im Hotel Pool oder daheim im Freibad. Der Anzug kommt an und sitzt. Dass immer wieder Spaßvögel am Beckenrand vorbei flitzen und plötzlich stehen bleiben, weil sie scheinbar noch nie einen Schwertfisch durch den Pool haben sausen sehen (ok, das Sausen nehme ich mal zurück), lässt mich schnaufend kalt. Obwohl ich schon schneller schwimme, als die Herrschaften, die mit vereister Miene daheim im Becken kreuz die quer durchs Wasser ziehen. Aber Spaß kann ich auch ganz allein im Becken oder zusammen mit der Familie. Wenn ich nämlich wieder so exakt herumkullere beim Wenden, dass ich ihnen nicht das blanke Hinterteil sondern den farbenfrohen Sailfish entgegen strecke. Als ich so ein Foto das erste Mal im Wasser gezeigt bekommen habe, bin ich vor Lachen wirklich fast ertrunken. Meine Brille lief mit Tränen voll…

In Sachen Schwimmen bin ich eigentlich nicht so der Datenfreak wie beim Laufen oder beim Radsport. Aber ich muss zugeben, dass mir der Garmin HRM-Swim Brustgurt etwas Schub verliehen hat. Es ist nicht nur interessant, mal eine Herzfrequenz beim Schwimmen zu messen sondern auch festzustellen, wie niedrig die eigentlich ist. Ohne Worte. Ich könnte schwören, dass mein FR 935 über die erhaltenen Daten nach der Einheit, die er sich selbstständig vom Gurt zieht, wenn das Training beendet ist, kicherte. So wie im übrigen auch gern meine Familie, weil ich so gemächlich durch das Wasser ziehe und sie gern an Morla erinnere. Ihr wisst schon! Diese uralte und unendlich langsam sprechende Schildkröte aus der unendlichen Geschichte. Da wäre so ein kleiner Hauspool mit Gegenstromanlage schon etwas, was einem Beine – mhm – Arme machen könnte! Aber Spaß kann man ja bekanntlich immer und überall haben. Ich vor allem gern unter Wasser, egal ob im Freibad, Pool oder offenem Ozean!

Ich bin auch immer wieder für eine Wohlfühlstunde im Wasser zu haben. Dann mit der Auftriebskraft freudig eine Rollwende im Becken nach der anderen zu machen, kann wirklich fetzen! Allerdings muss man bei sehr kleinen Becken echt aufpassen, dass man anschließend nicht vollends verwirrt mit einem Drehwurm aus dem Wasser eiert. Was war euer kleinstes Bad, in dem ihr mal trainiert habt? Bei mir waren es 12 kurze Meter in einem Moskauer Hotelpool. Da bleibt nach einer Rollwende und Tauchphase kaum mehr Platz für einen Armzug und um Luft zu holen. Was war der schönste Pool, in dem ihr mal zum Schwimmtraining gewesen seid? Bei mir war es definitiv der in Chicago! Unvergesslich bleibt aber auch das Schwimmabenteuer im Kona Aquatic Center.

Aber besonders bei den ruhigen, langen Einheiten liebe ich es, das Wasser zu beobachten. Wie es sich blubbernd unter mir hinwegbewegt. Wie das Licht immer wieder anders bricht, je nachdem in welchen Winkel man wo hinschaut. Es ist unglaublich, wie schnell sich die warme Atmosphäre zu einem tiefen dunklen und kühlen Blau ändern kann, wenn die Sonne untergegangen ist.

Aber egal wo und wann. Immer heißt es Kacheln zählen! Da kann es besonders kniffelig werden, wenn man unter und um sich herum mindestens eine Million Mosaiksteinchen hat. Zusammen mit der Farbe kann man schnell mal einen totalen Blaurausch bekommen. Die großen in den Freibädern und Hallen sind da schon deutlich einfacher auszumachen und eventuell zusammenzuzählen. Zählt ihr sie? Ich mache eigentlich nur Hochrechnungen. Wobei ich beim Zusammenzählen irgendwie immer meine Schwierigkeiten habe. Meine Rechenkraft nimmt mit zunehmender Bahnenzahl erheblich ab. Ähnlich geht es da auch meinem Forerunner. Wobei das eher den unterschiedlichen Schwimmstilen und Technikübungen geschuldet ist, als tatsächlich der Unfähigkeit eins und eins zusammenzuzählen. Ich habe mir vor einigen Jahren mal eine Hilfe ausgefriemelt, die mir ermöglicht den Überblick zu wahren. Erstens zähle ich nur 100m zusammen. Zweiten habe ich eine Gruppe aus fünf Familienmitgliedern, für die ich je 100m schwimme. Klingt fast komplizierter als das Zusammenzählen der Bahnen, hat sich für mich bis jetzt aber immer gut gerechnet… Ich habe so sicher keine Langeweile. Dafür sorgt schließlich auch mein Trainingsplan. Das Einschwimmen. Das Techniktraining. Unterschiedliche Schwimmstile. Ausdauer- und Intervalleinheiten in den unterschiedlichsten Kombinationen. Aber dennoch, falls jemand einen Tipp für Kopfhörer zum Schwimmen hat, bitte bei mir melden! 

Teil des Schwimmtrainings sind aber auch immer Tauchübungen. Nicht zwangsläufig sitzend, aber ich liebe diese Delphingeschichte. Sich einfach mit Schwung Richtung Boden bewegen, langsam wieder auftauchen und das wellenförmig eine Bahn fortsetzen. Oder so lange über dem Boden entlang tauchen, bis man wieder Luft holen muss. Da unten ist es so unfassbar still! Es ist jedes Mal für mich so, als würde ich mit jedem Tauchgang nicht nur ausatmen sondern auch alles Negative von mir wegblubbern lassen. Fast wie beim Yoga. Nur dass ich blubbere statt mit meinem Rachen beim Atmen vor mich hin zu rauschen…

Oben hatte ich schon mal kurz das Thema Wohlfühlschwimmen angedeutet. Das ist eigentlich nie Bestandteil meines normalen Schwimmtrainingsplans. Es gehört zu den regenerativen Einheiten. Dafür bietet sich übrigens auch hervorragend das Babybecken an!

HAT EUCH DER BEITRAG GEFALLEN? ICH WÜRDE MICH SEHR FREUEN, WENN IHR IHN AUF DEN SOZIALEN MEDIEN WIE FACEBOOK, TWITTER UND GOOGLE+ TEILT. VIELEN LIEBEN DANK DAFÜR!

P.S. Der G-Range Neoprenanzug wurde mir von Sailfish für die neue Triathlonsaison zur Verfügung gestellt und ist seither dank seines Komforts quasi im Dauereinsatz. Die Aufnahmen unter Wasser sind mit der TomTom Bandit entstanden.  

Ihr seid echte Wasserratten und möchtet mehr Geschichten über das kühle nass lesen? Dann klickt euch durch meine Schwimmgeschichten. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen.

Alle hier gezeigten Bilder wurden von meinem Fotografen Olli erstellt. Die Rechte an diesen Bildern liegen bei ihm und mir. Eine weitere Nutzung dieser Bilder ist nur in Absprache mit uns möglich.

 

..‚Din‘ ist Gründerin von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett. Ich freue mich, mit dir auf FacebookTwitterPinterestInstagram und Google+ in Kontakt zu bleiben.

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..‚Olli‘ ist Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh

20121111-082354.jpgAls Fotograf & Grafiker von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit der Athletin ‚Din‘ immer auf der Suche nach der nächsten sportlichen Herausforderung und den interessantesten Bildmotiven. Außerdem kümmere ich mich darum, die hier vorgestellten und getesteten Produkte und Sportbekleidung interessant abzulichten. Neben meiner Fotografie bin ich oft selbst sportlich unterwegs. Ich sitze sehr gern im Rennradsattel oder schnüre als Alternativtraining auch schon mal hin und wieder die Laufschuhe. Schaut gern auch auf meiner Facebook-Seite vorbei, auf der ich immer wieder neue Eindrücke mit euch teile.

Als Triathletin & Autorin von Eiswuerfel Im Schuh bin ich zusammen mit meinem Sportfotografen immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung und neuen Bildmotiven. Als Julimädchen liebe ich die Sonne, das Meer und den Sand zwischen den Zehen, genieße aber auch die Ruhe auf meiner Yogamatte oder auf einem Surfbrett.

8 Gedanken zu “Schwimmgeschichten: Ab mit Neoprenanzug in den Pool – dieses Jahr so ins Freiwassertraining gestartet

  1. Was für eine coole Idee – einfach den Neopren im Schwimmbad anzuziehen. Und selbst wenn es ein paar komische Blicke geben sollte, kann Dir das ja eigentlich völlig egal sein. Entweder haben die Leute Dich 10 Minuten später schon wieder vergessen oder aber sie finden die Idee toll und machen sie schlussendlich nach – dann hast Du wieder jemandem geholfen 🙂
    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hi Ariana,

      ja, manchmal hilft es einfach nichts und lieber ein paar Blicke auf sich ziehen, als nach einer Stunde abbrechen müssen, weil der Körper unterkühlt ist. Das mit dem Vergessen werde ich mir mal merken. Das ist eine sehr beruhigende Vorstellung. Ich habe das auch nur bei anderen Athleten in anderen Bädern gesehen und letztlich zum Glück den Mut gehabt, noch einmal nachzufragen und siehe da! Jetzt gibt es wirklich keine Ausreden mehr.

  2. Ist schon ne coole Sache gerade auch wenn man Kälteempfindlich ist.
    Habe es selber noch nie probiert im Neo Shorty ins Schwimmbad oder Freibad zu gehen aber denke durch deinen Artikel werde ich das auch mal machen.
    Zur Sicherheit frage ich aber erst mal beim Betreiber nach.

  3. Hallo Din,
    Das hast Du wieder wunderbar beschrieben! Dieses Gefühl im Wasser, Dahingleiten wie ein Delphin. Immer und immer wieder. Wie ein Spiel. Ich liebe das auch und finde es genial entspannend! Da bekomme ich gleich Lust aufs Schwimmbad! !
    Mach weiter so! Was das Schreiben, das Sporteln und die Fotos betrifft!! Geil!

    • Hallo Katrin,

      vielen lieben Dank!

      Die Entspannung brauche ich auch ganz dringend wieder. Leider war ich schon zu lang nicht im Wasser. Ich schwimme so gern draußen, dass es mir wirklich schwer fällt, wieder in ein Schwimmbad gehen zu müssen… Dir auch weiterhin ganz viel Spaß im Wasser.

  4. Bin auch ein Fan vom draußen schwimmen egal ob im Freibad oder offenen Gewässern. War vor wenigen Wochen am Grevelinger Meer in NL. Hatte zum schwimmen bei etwa 17 Grad nen Shorty an. Da gab es dann auch reichlich irritierte Blicke. Die aber nicht von Schwimmern sonder von den Tauchern. Nach dem Motto was macht der da mit dem kurzen Anzug in „unserem“ Wasser.

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